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Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Männer und Frauen etwa gleich häufig von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen sind

Marcel Mooij/Shutterstock

Ein Bauchspeicheldrüsenkrebs wird in der Medizin auch als Pankreaskarzinom bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine seltene, aber sehr gefährliche Form der Krebserkrankungen. Die Bauchspeicheldrüse (medizinisch: Pankreas) ist ein lebenswichtiges Organ.

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse ist in der oberen Bauchhöhle mittig im Körper gelegen. Dort befindet sie sich in einer Schleife des Zwölffingerdarms zwischen der Milz und der Leber. Sie ist etwa 15 bis 20 cm lang. Man kann an der Bauchspeicheldrüse drei Abschnitte unterteilen: einen Kopf, der in der Biegung der Schleife des Zwölffingerdarms liegt, einen Körper, der Wirbelsäule und Hauptschlagader überquert, und einen Schwanz, der bis zur Milz reicht. Funktionell ist die Bauchspeicheldrüse hingegen zweigeteilt. Man unterscheidet einen endokrinen und einen exokrinen Teil. Fällt einer der beiden Teile der Bauchspeicheldrüse aus, wird dies langfristig unbehandelt einen lebensbedrohlichen Zustand hervorrufen.

Exokriner Teil der Bauchspeicheldrüse

Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse hat eine wichtige Funktion für die Verdauung. Er produziert täglich etwa 1,5 Liter Pankreassaft, der über ein Gangsystem zum Zwölffingerdarm gelangt und dort über eine Öffnung abgegeben wird. Der Pankreassaft besteht aus verschiedenen Proteinen, die biochemische Reaktionen katalysieren, sogenannten Enzymen. Durch die Reaktionen können bestimmte Nahrungsbestandteile aufgeschlossen und so für den menschlichen Körper verwertbar gemacht werden. Die in der Bauchspeicheldrüse produzierten Enzyme spalten unterschiedliche Nahrungsbestandteile. So ist z. B. die Amylase wichtig für die Kohlenhydratverdauung, da sie Polysaccharide spaltet. Das Enzym Lipase spielt eine Rolle bei der Fettverdauung, es trennt freie Fettsäuren von Fettmolekülen ab. Auch Proteasen werden von der Bauchspeicheldrüse produziert. Sie spalten Proteine und ermöglichen so deren Aufnahme und weitere Verwertung.

Funktioniert der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse nicht korrekt, so kann die aufgenommene Nahrung nicht mehr richtig verdaut und verwertet werden. Dies äußert sich in einem Gewichtsverlust der Betroffenen und in einem Auszehren des Körpers.

Endokriner Teil der Bauchspeicheldrüse

Im endokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse werden Hormone produziert. Man bezeichnet diese Bereiche des Pankreas als Langerhansschen Inseln, die über das Organ verteilt vorkommen. Sie machen insgesamt nur 1 % bis 2 % der gesamten Bauchspeicheldrüse aus. Zusammengesetzt sind sie aus verschiedenen Zelltypen, die jeweils ein anderes Hormon produzieren. Besonders bekannt sind die A-Zellen und die B-Zellen, deren Hormone den Blutzuckerspiegel regulieren: Glukagon und Insulin.

Bestehen funktionelle Probleme des endokrinen Teils der Bauchspeicheldrüse, treten ebenfalls spezifische Symptome bzw. Krankheiten auf. Am bekanntesten ist wohl eine Produktion von zu wenig Insulin, ausgelöst durch eine Zerstörung der körpereigenen B-Zellen: der Diabetes mellitus Typ 1.

Häufigkeit von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den seltenen Krebserkrankungen. Er macht nur einen ungefähren Anteil von 3 % aller in Deutschland auftretenden Neuerkrankungen an Krebs aus. Dies entspricht einer Zahl von etwa 14.200 Erkrankungen pro Jahr, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind. Allerdings ist die Sterblichkeit beim Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders hoch – er macht 6 % aller krebsbedingten Todesfälle aus und stellt trotz seiner Seltenheit bei Frauen die neunthäufigste und bei Männern die zehnthäufigste Krebstodesursache dar. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt bei Männern 69 Jahre und bei Frauen 76 Jahre.

Lydia Köper

06.02.12

Bauchspeicheldrüsenkrebs
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