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Begleiterkrankungen von Schilddrüsenkrebs

Unter einer Krebstherapie leidet auch oft die Psyche

Marcin Balcerzak/Shutterstock

Eine schwere Erkrankung wie der Schilddrüsenkrebs kann verschiedene Begleiterkrankungen hervorrufen. Diese können zum einen körperlicher Art sein, zum anderen kann es durch einen Schicksalsschlag wie eine Krebsdiagnose zu psychischen Problemen kommen.

Schilddrüsenunterfunktion

Wird die Schilddrüse operativ entfernt, fehlt dem Körper damit eine Produktions- und Speicherstätte wichtiger Hormone. Aus diesem Grund müssen nach dem Eingriff lebenslang Schilddrüsenhormone in Tablettenform eingenommen werden, um die entstandene Unterfunktion auszugleichen. Die Einnahme der Schilddrüsenhormone muss eingestellt werden. Patienten, die nach der Therapie eines papillären oder follikulären Schilddrüsenkarzinoms das Hormon Levothyroxin einnehmen, benötigen eine ausreichend hohe Dosis, da ansonsten die Hirnanhangdrüse vermehrt TSH ausschüttet. Befinden sich trotz der Therapie noch verbliebene Krebszellen im Körper, können diese dadurch zum Wachstum angeregt werden. Auf der anderen Seite darf die Hormondosis auch nicht zu hoch sein, da dies Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Wurde neben der Schilddrüse auch die Nebenschilddrüse entfernt, kann es zu einer Verminderung des Calciumspiegels kommen. Neben den Schilddrüsenhormonen kann dann eine zusätzliche Einnahme von Calcium und Vitamin D erforderlich sein. Wird zusätzlich Calcium eingenommen, müssen zwischen der Einnahme der Hormone und des Calciums mindestens zwei Stunden liegen.

Eine Besonderheit liegt vor, wenn eine Radiojodtherapie durchgeführt wird. Vier Wochen vor der Behandlung dürfen keine Schilddrüsenhormone mehr eingenommen werden. Nur so wird das Hormon TSH in der Hirnanhangsdrüse aktiviert und bewirkt dann während der Radiojodtherapie eine optimale Aufnahme des radioaktiven Jods in die im Körper verbliebenen Krebszellen. Wie stark die Auswirkungen der so nicht mehr medikamentös ausgeglichenen Unterfunktion sind, ist individuell verschieden. Es kann zu einer verminderten Leistungsfähigkeit, einer Müdigkeit und einer geringen Gewichtszunahme kommen.

Psychische Begleiterkrankungen

Die Diagnose Krebs ist immer eine starke psychische Belastung. Wird ein Schilddrüsenkrebs diagnostiziert, so sind die Betroffenen plötzlich mit einer schweren Erkrankung konfrontiert und das bisherige Leben ist oft schlagartig auf den Kopf gestellt. Mit diesen Veränderungen und auch den Belastungen, die durch die anstehende Therapie auf die Betroffenen zukommen, muss sich erstmal zurecht gefunden werden. Eine Krebserkrankung wird das eigene Leben verändern. Mit diesen Veränderungen muss ein offener Umgang gefunden werden. Ein Schweigen belastet – die Betroffenen selbst und auch die Angehörigen, die von den Veränderungen nun mal auch in gewisser Weise betroffen sind. Nur wer über die Krankheit spricht, kann von außen die Unterstützung erfahren, die er braucht und die im Umgang mit einem solchen Schicksalsschlag so hilfreich und wichtig ist. Eine Verdrängung der Situation hilft keinem weiter. Auf der anderen Seite ist es aber ebenso notwendig, sein Leben nicht nur von der Krankheit diktieren zu lassen. Trotz Krankheit ist man immer noch ein selbstbestimmter Mensch mit Wünschen und Neigungen. Deshalb sollte man den eigenen Interessen so weit wie möglich nachgehen – trotz einer Krebsdiagnose.

Fällt es den Betroffenen schwer, einen Umgang mit der Krankheit zu finden oder darüber zu sprechen, sollte nicht gezögert werden, psychoonkologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies ist eine Chance, die Krankheit aktiv zu verarbeiten und den Rat eines weiteren Menschen anzunehmen – und niemand muss sich deswegen schämen. Oftmals fällt es Menschen sogar leichter, mit einer fremden Person über Ängste und Sorgen zu sprechen als mit den Angehörigen.

Lydia Köper

31.08.11

Begleiterkrankungen
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