- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Diagnostik - Was ist eine Biopsie?

Was ist eine Biopsie?

T.W./Shutterstock

Wozu dient eine Biopsie?

Nicht jedes Symptom ist spezifisch für eine bestimmte Krankheit. Dies gilt insbesondere für Krebserkrankungen. Ohne diagnostische Verfahren ist es nicht möglich herauszufinden, ob tastbare Schwellungen, veränderte Blutwerte und geschwollene Lymphknoten die Symptome einer gutartigen Veränderung, einer Infektion oder eben einer Krebserkrankung sind. Trotz modernster Technologien wie Ultraschall (Sonografie), Mammografie, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztherapie (MRT) ist es häufig erst die Biopsie, die endgültige Gewissheit darüber liefert, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist.

Entnahme und Untersuchung von Gewebe

Der Begriff Biopsie beschreibt die Entnahme von Gewebe. Soll eine Biopsie durchgeführt werden, so erfolgt in der Regel eine örtliche Betäubung der Entnahmeregion. Meist ist die Biopsie durch einen kleinen Eingriff, ein sog. minimal-invasives Verfahren, durchführbar. Das Gewebe wird dabei mithilfe einer Hohlnadel entnommen. In seltenen Fällen ist ein minimal-invasives Verfahren nicht ausreichend, dann muss eine operative Biopsie vorgenommen werden.

Der Begriff Biopsie beschreibt eigentlich nur die Gewebsentnahme. Um eine Diagnose stellen zu können, müssen sich der Biopsie Untersuchungen der entnommenen Probe anschließen. Dazu erfolgt eine histologische (feingewebliche) Untersuchung, nach der ein pathologischer Befund ausgestellt wird. Dabei untersucht der Pathologe das entnommene Gewebe zunächst unter dem Mikroskop auf generelle Veränderungen und schließlich auf das Vorkommen von Krebszellen. Werden im Gewebe Krebszellen nachgewiesen, gilt die Diagnose Krebs als gesichert.

Indikationen einer Biopsie

Eine Biopsie kann allgemein betrachtet immer dann für notwendig erachtet werden, wenn beim Abtasten, Röntgen oder anderen bildgebenden Verfahren Gewebeveränderungen entdeckt werden, deren Ursache unklar ist. Eine Biopsie mit anschließender histologischer Untersuchung kann Aufschluss darüber geben, welche Erkrankung der Veränderung zugrunde liegt und wie sie entstanden ist. Natürlich gibt es auch konkretere Beispiele, wann Ärzte ihren Patienten häufig zu einer Biopsie raten. Dazu zählen u. a. :

  • Knoten in der Brust
  • Veränderungen der Magen-, Darm- oder Blasenschleimhaut
  • anhaltende Schleimhautveränderungen des Gebärmutterhalses
  • auffälliger Tastbefund der Prostata und erhöhter PSA-Wert
  • Schilddrüsenknoten
  • unklare Veränderungen der Haut

Zudem erfahren Biopsien häufig Anwendung bei Patienten, die schon einmal an Krebs erkrankt waren, behandelt wurden und bei denen nun Symptome neu auftreten. So kann es beispielsweise passieren, dass sich anhand eines bildgebenden Verfahrens nicht erkennen lässt, ob es sich bei einer Veränderung um eine Narbenbildung, eine Entzündung oder eben ein Rezidiv, also einen neuen Tumor, handelt.

Sind Gewebeveränderungen sehr klein, dann macht es Sinn, nicht nur eine Probe des auffälligen Gewebes zu entnehmen, sondern gleich den gesamten Bereich zu entfernen und histologisch zu analysieren. Dies gilt insbesondere für Hautveränderungen. Auch Darmpolypen, gutartige Vorstufen des Dickdarmkrebses, werden bei einer Darmspiegelung sofort komplett entfernt. Liegt beispielsweise ein Verdacht auf ein malignes Lymphom vor, so ist es für die Diagnostik nicht ausreichend, nur eine kleine Probe zu entnehmen. In einem solchen Fall muss der vergrößerte Lymphknoten entfernt werden, um dann darin Lymphomzellen nachweisen zu können.

Rechtliches

Eine entnommene Gewebeprobe ist Eigentum des Patienten bzw. der Patientin, von der sie entnommen wurde. Anders verhält es sich mit den Präparaten, die daraus zu diagnostischen Zwecken angefertigt wurden, also den hergestellten Schnittpräparaten. Diese gehören der Klinik bzw. der Praxis. Für die Patienten bedeutet dies, dass es möglich ist, sich Biopsiematerial aushändigen zu lassen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn jemand eine zweite Meinung in einer anderen Klinik oder Praxis einholen möchte. Wenn eine Klinik oder Praxis verbliebenes Material zu Forschungszwecken verwenden möchte, ist eine Einwilligung des Patienten, von dem das Gewebe entnommen wurde, notwendig. Ohne die ausdrückliche Erlaubnis darf das Material zu keinem weiteren Zweck als der Diagnostik, für die es auch entnommen wurde, eingesetzt werden.

Lydia Köper

28.06.11

Biopsie
Newsletter An-/Abmeldung

Code: IHAW

Schriftzug Anzeige