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Arten der Biopsie

T. W. / Shutterstock

Arten der Biopsie

Für die Durchführung einer Biopsie werden verschiedene Verfahren angeboten. Welches Verfahren im individuellen Fall das sinnvollste ist, kann nur im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden. Man unterscheidet:

  • die Feinnadelbiopsie
  • die Stanzbiopsie
  • die Vakuumbiopsie
  • die Exzisionsbiopsie
  • die endoskopische Biopsie
  • die operative Biopsie

Feinnadelbiopsien

Bei einer Feinnadelbiopsie werden Nadeln eines geringen Durchmessers verwendet, in deren Mitte sich ein Hohlraum befindet (Hohlraumnadel). Die Nadel wird in das veränderte Gewebe eingestochen, sodass sich im Hohlraum nach dem Herausziehen einzelne Zellen oder eine kleine Menge Gewebe befinden. Man spricht auch von einer Feinnadelpunktion. Eine Abwandlung dieser Methode ist die Feinnadelaspiration, bei der unter Verwendung einer Feinnadel einzelne Zellen oder kleine Gewebeteile abgesaugt werden. Eine Feinnadelbiopsie ist besonders geeignet für die Analyse von Körperflüssigkeiten und von Geweben, die nicht sehr fest sind. Sie kann ambulant durchgeführt werden.

Stanzbiopsie

Eine Stanzbiopsie wird dann durchgeführt, wenn einzelne Zellen für die Analyse einer Gewebeveränderung nicht ausreichen, sondern Informationen darüber gewonnen werden müssen, wie sich die Zellen im Verbund zusammensetzen. Die Durchführung ist ähnlich der einer Feinnadelbiopsie, wobei dickere Nadeln verwendet werden, die zusammenhängendes Gewebe aus dem zu untersuchenden Bereich ausstanzen. Um sicherzustellen, dass auch das gewünschte Gewebe im Körper getroffen wird, arbeiten die Ärzte nicht blind, sondern machen sich bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder die Magnetresonanztomografie zunutze. So kann genau kontrolliert werden, dass die Biopsie an der korrekten Stelle erfolgt. Die Stanzbiopsie ist das Standardverfahren zur Probengewinnung aus Brust- und Prostatatumoren. Sie kann ebenfalls ambulant durchgeführt werden.

Vakuumbiopsie

Die Vakuumbiopsie ist im Gegensatz zur Stanz- und Feinnadelbiopsie ein computergesteuertes Verfahren, dass eine sehr exakte Entnahme von Gewebe erlaubt. Es wird vor allem bei einem Verdacht auf Brustkrebs durchgeführt, insbesondere dann, wenn bei einer Mammografie Mikrokalk nachgewiesen wurde. Bei der Vakuumbiopsie kann nach örtlicher Betäubung die Nadel zur Gewebeentnahme direkt zum Mikrokalk gesteuert werden, wobei man sich über das Mammografie-Bild orientiert. Wurde die gewünschte Stelle erreicht, wird Gewebe unter Vakuum seitlich in die Nadel eingesaugt, abgetrennt und aus dem Körper heraustransportiert. In der Regel werden so nacheinander mehrere Proben entnommen.

Exzisionsbiopsie

Werden im Vergleich zu den bisher vorgestellten Methoden, mit denen nur Proben entnommen werden (Inzisionsbiopsie), große Mengen des veränderten Gewebes zur Analyse benötigt, kann an leicht zugänglichen Bereichen das komplette auffällige Gewebe herausgeschnitten werden. Man spricht dann von einer Exzisionsbiopsie. Der Eingriff erfolgt ambulant und unter örtlicher Betäubung, wenn dies aufgrund des Gesundheitszustandes des Patienten möglich ist. Ein Beispiel ist die sog. Konisation, bei der Bereiche des Gebärmutterhalses, die Krebsvorstufen oder frühe Tumorstadien enthalten, kegelförmig herausgeschnitten werden. Auch bei Verdacht auf ein malignes Melanom, eine Art des Hautkrebses, erfolgt eine Exzisionsbiopsie.

Endoskopische Biopsie

Die endoskopische Biopsie kommt zur Anwendung, wenn Gewebeproben aus Organen gewonnnen werden sollen, die über die Körperöffnungen zugänglich sind. Dazu zählen Magen, Darm und Blase. Die Biopsie erfolgt mit Hilfe eines weichen und biegsamen Schlauches, eines sog. Endoskops, welcher in die Körperöffnung eingeführt und kontrolliert über eine enthaltene Kamera an die gewünschte Stelle geschoben wird. Über einen Arbeitskanal im Endoskop können Instrumente eingeschoben werden, mit denen dann die eigentliche Biopsie erfolgt. Das Verfahren wird meist ambulant durchgeführt.

Operative Biopsie

Bei der operativen Biopsie wird der Körper des Patienten unter Narkose an der gewünschten Stelle eröffnet und dann eine Probe entnommen. Um sicher an die richtige Stelle zu gelangen, wird diese zuvor markiert, z.B. mit einem dünnen Draht, der sich mit bildgebenden Verfahren darstellen lässt. Eine operative Biopsie kann in den folgenden Situationen notwendig sein:

  • wenn nach Durchführung minimal-invasiver Biopsien kein Befund gestellt werden kann
  • wenn bei der minimal-invasiven Biopsie eine Krebsvorstufe entdeckt wurde
  • wenn bestimmte Symptome auftreten, z.B. blutiger Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze

Lydia Köper

04.07.11

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