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Chancen und Risiken einer Biopsie

Falk Kienas/Shutterstock

Chancen und Risiken einer Biopsie

Man ist sich einig, dass die Biopsie in vielen Fällen die einzige endgültige Nachweismethode einer Krebserkrankung ist. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass durch eine Biopsie Risiken auftreten und das Verfahren dem Patienten in seltenen Fällen auch schaden kann.

Chancen

Werden nach einer Biopsie in der Gewebeprobe Krebszellen in der histologischen Untersuchung vom Pathologen identifiziert, gilt die Diagnose Krebs als gesichert. Aus diesem Grund bietet die Biopsie eine große Chance – denn sie kann eine lange Phase der Ungewissheit beenden. Zudem ermöglicht sie eine genauere Klassifizierung des Tumors auf Art und Differenzierungsstadium, wodurch die Therapie optimal angepasst werden kann. Es können außerdem bestimmte Tumormarker identifiziert werden, die den Tumor speziellen Therapiearten gegenüber empfindlich macht. Solche für eine bestimmte Krebsart spezifischen Therapien haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu anderen systemischen, also im ganzen Körper angewendeten Methoden wie einer Chemotherapie, vergleichsweise nebenwirkungsarm sind. Eine Biopsie kann und darf daher nicht umgangen werden, wenn ihre Durchführung zu diagnostischen Zwecken notwendig ist.

Risiken

Die Risiken durch den Eingriff an sich, den eine Biopsie erfordert, sind vergleichsweise gering. Muss die Biopsie unter Narkose erfolgen, ist sie im Allgemeinen belastender als ein Verfahren, das unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. An der Stelle der Gewebeentnahme kann es zu kurzen Blutungen oder zur Bildung von Blutergüssen kommen. Da diese Tatsache bekannt ist, werden vor der Durchführung der Biopsie die Blutgerinnungswerte bestimmt, um Gerinnungsstörungen vorab zu identifizieren und kein Risiko einzugehen. Ein Infektionsrisiko besteht, diesem wird aber durch die Einnahme von Antibiotika vorgebeugt.

Zuverlässigkeit der Ergebnisse

Werden Krebszellen in einer Gewebeprobe nachgewiesen, gilt die Diagnose Krebs als gesichert. Aber wie verhält sich der umgekehrte Fall, wenn keine Krebszellen nachgewiesen werden? Wie sicher ist dann, dass tatsächlich keine Krebserkrankung vorliegt?

Grundvoraussetzung ist zunächst einmal, dass die Gewebeprobe auch tatsächlich aus dem richtigen Bereich entnommen wurde. Liegt ein bösartiger Tumor vor, die Probe enthält aber nur umliegendes normales Gewebe, ist das Ergebnis mit Sicherheit ein falsches. Aus diesem Grund werden Bildgebende Verfahren eingesetzt, um eine Entnahme aus der gewünschten Region zu gewährleisten. Dennoch gibt es bestimmte Krebserkrankungen, bei denen die Entnahme mehrerer Proben, und dies zum Teil tatsächlich blind, notwendig sind. Dies ist beispielsweise beim Prostatakrebs der Fall, weil manche Gewebeveränderungen einfach nicht nach außen sichtbar sind. So bleibt nur die Option, aus verschiedenen Bereichen Proben zu entnehmen und zu analysieren. So kann allerdings auch bei einem negativen Befund eine Krebserkrankung nicht sicher ausgeschlossen werden.

Verschleppung von Krebszellen

Die Hauptbefürchtung bei der Durchführung einer Biopsie liegt in der Verschleppung von Krebszellen. Werden Krebszellen durch den Eingriff an eine andere Stelle des Körpers transportiert, können sie sich dort möglicherweise ansiedeln – was die Bildung von Metastasen bedeuten würde. Abwegig ist diese Vermutung keineswegs, dennoch scheint sie nicht für jede Tumorart zuzutreffen. Zu den Tumoren, bei denen eine Verschleppung von Zellen durch eine Biopsie nachgewiesen wurde, zählen:

  • das Weichteilsarkom
  • das Pleuramesotheliom
  • das maligne Melanom

Beim Weichteilsarkom und beim Pleuramesotheliom besteht das Risiko einer Verschleppung vorwiegend entlang des Stichkanals, sodass bei einem positiven Befund die Punktionsstellen zur Abtötung möglicherweise vorhandener Krebszellen bestrahlt werden oder bei einer operativen Tumorentfernung der Stichkanal mit herausgeschnitten wird. Beim malignen Melanom erfolgt aus diesem Grund keine Probenentnahme, sondern immer eine Exzisionsbiopsie.

Am häufigsten kommen Biopsien beim Verdacht auf Brust- oder Prostatakrebs zum Einsatz. Beim Brustkrebs wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass Verschleppungen nicht stattfinden können. Beim Prostatakrebs weichen die Meinungen auseinander. Während überwiegend ein Einfluss verschleppter Krebszellen auf den weiteren Krankheitsverlauf bestritten wird, deuten einige Studien auf ein verstärktes Vorkommen von Metastasen nach Biopsien hin.

Lydia Köper

04.07.11

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