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Erkenntnisse aus einer Biopsie

Ersler Dmitry/Shutterstock

Welche Erkenntnisse bringt eine Biopsie?

Abhängig vom Krankheitsverdacht, der durch die bei der Biopsie entnommene Gewebeprobe bestätigt oder widerlegt werden soll, können für die Analyse verschiedene Techniken zum Einsatz kommen. Generell ist es so, dass die Gewebeprobe vom Arzt an ein spezialisiertes Labor geschickt wird, in dem dann die weitere Verarbeitung und Analyse stattfindet – die Pathologie. Bevor die Probe begutachtet werden kann, muss sie aufgearbeitet werden. Je nach Fragestellung kann sie ganz oder nur teilweise verwendet werden. Häufig wird entnommenes Gewebe konserviert, in feine Schnitte zerteilt und gefärbt, um bestimmte Strukturen und Zelltypen voneinander unterscheiden zu können. Diese Schnitte werden dann unter dem Mikroskop begutachtet und ausgewertet.

Wird die Durchführung einer Biopsie vom Arzt vorgeschlagen, so bedeutet dies nicht automatisch, dass ein bösartiger Tumor vorliegt. Die Untersuchung einer Gewebeveränderung ist aber oftmals sehr wichtig, um ihre biologischen Eigenschaften aufzuklären. Vor allem kann so endgültig die Frage geklärt werden, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Wird ein Tumor als bösartig klassifiziert, so kann die histologische Analyse der Gewebeprobe weiteren Aufschluss darüber geben, um welche Art es sich handelt, in welchem Stadium sich der Krebs befindet und ob es spezielle Marker gibt, die den Tumor besonders angreifbar für bestimmte Behandlungsmethoden machen.

Die Art des Tumors

Werden in einer Gewebeprobe Krebszellen identifiziert, so können Pathologen in der Regel auch feststellen, um welche Zellart es sich dabei handelt. So kann ermittelt werden, von welchem Organ oder Gewebe die entarteten Zellen ursprünglich stammen. Bei dem aufgefundenen veränderten Gewebe, aus dem die Probe entnommen wurde, kann es sich nämlich sowohl um den eigentlichen, zuerst entstandenen Tumor handeln (Primärtumor), oder auch um eine Metastase, also eine Streuung eines Tumors, der ursprünglich an einer ganz anderen Stelle im Körper entstanden ist. Vor allem bei Tumoren in der Lunge, in der Leber, im Gehirn und in den Knochen ist seine solche Unterscheidung notwendig, da diese Organe häufig von Metastasen anderer Tumoren befallen werden. Für die Planung der Therapie ist es enorm wichtig zu wissen, um welche Art Krebs es sich nun handelt, da verschiedene Krebsarten unterschiedlich auf die verschiedenen Therapieverfahren ansprechen.

Es gibt zudem Tumoren, die aus unterschiedlichen Geweben eines Organs entstehen können. Als Beispiel seien an dieser Stelle Magentumoren genannt. In den meisten Fällen gehen sie von Schleimhautzellen der Mageninnenwand aus, man bezeichnet sie dann als Adenokarzinome. Deutlich seltener kommen Tumoren vor, die ihren Ursprung im Lymphgewebe des Magens (MALT) haben, sog. MALT-Lymphome. Sarkome des Magens wiederum gehen aus der Muskelgewebeschicht hervor. Diese unterschiedlichen Formen eines Magentumors werden auch unterschiedlich behandelt, eine genaue Identifizierung des Ursprungs der Krebszellen ist somit in einem solchen Fall zwingend notwendig.

Differenzierungsgrad des Tumors

Unter dem Begriff Differenzierung versteht man eine Spezialisierung reifer Zellen auf genau die Aufgaben, die sie in ihrem Organ zu erfüllen haben. Entartete Zellen, also Krebszellen, sind dadurch gekennzeichnet, dass sie eben nicht mehr vollständig ausdifferenzieren und nur noch bestimmte Aufgaben erfüllen können, sondern Funktionen beibehalten, die sie eigentlich in ihrem Gewebe nicht haben sollten. Je größer die Abweichungen der Krebszellen zu den normalen Zellen sind, desto aggressiver ist in der Regel auch der Tumor. Für den Differenzierungsstatus von Krebszellen gibt es ein Klassifizierungssystem, das sog. „Grading“. Abhängig von der Einstufung des jeweiligen Tumors variieren die Erfolgsaussichten einer Behandlung und die angewendeten Therapieverfahren.

Spezielle Marker des Tumors

Manche Krebsformen besitzen charakteristische Merkmale, die sie besonders angreifbar für bestimmte Therapieverfahren machen. Diese können durch molekularbiologischen Tests in der entnommenen Gewebeprobe nachgewiesen werden. Zellen einer bestimmten Brustkrebsform beispielsweise tragen auf ihrer Oberfläche vermehrt sog. HER-2-Rezeptoren, die das schnelle und unkontrollierte Wachstum des Tumors fördern. Sie können therapeutisch durch einen Antikörper blockiert werden. Kommt diese Veränderung hingegen bei einem bösartigen Brusttumor nicht vor, ist eine solche Antikörperbehandlung unwirksam.

Lydia Köper

29.06.11

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