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Die Therapie einer Blasenkrebs Erkrankung

vadim kozlovsky/Shutterstock

Wie ein Blasenkrebs therapiert wird, kann nicht pauschal festgelegt werden. Die Wahl des Therapieverfahrens ist abhängig von zwei Faktoren, dem Tumor selbst und auch den Wünschen des Patienten. Wurde der Tumor genau hinsichtlich seiner Größe, seines Stadiums und seiner Wachstumsform charakterisiert, so kann vom behandelnden Arzt im Gespräch mit dem Patienten individuell die geeignete Therapie festgelegt und ein entsprechender Therapieplan erstellt werden.

Therapie eines oberflächlichen Blasenkrebses

Wächst ein Tumor ausschließlich oberflächlich und ist somit auf die Blasenschleimhaut, also das Urothel, begrenzt, so kann er im Rahmen einer Blasenspiegelung unter Teil- oder Vollnarkose abgetragen werden. Man spricht von einer transurethralen Resektion (TUR). Bei diesem Verfahren wird endoskopisch eine Elektroschlinge zum Tumor geführt, mit der durch Hochfrequenzstrom das entartete Gewebe abgetragen wird. Anschließend erfolgt eine mikroskopische Untersuchung. Befinden sich im Randbereich des abgetragenen Gewebes keine Krebszellen, so kann davon ausgegangen werden, dass der Tumor komplett entfernt wurde – wodurch eine dauerhafte Heilung sehr wahrscheinlich ist. Befinden sich im Randgebiet Krebszellen, muss etwa sechs Wochen später ein zweiter Eingriff erfolgen, um auch die möglicherweise in der Blase verbliebenen Krebszellen zu entfernen.

Kommt es zu einem Rückfall, ist eine Chemotherapie angezeigt. Besteht im individuellen Fall ein erhöhtes Rückfallrisiko, so kann ab einem Zeitpunkt von frühestens zwei Wochen nach der Operation eine Immuntherapie angewendet werden. Dabei wird der Tuberkulose-Impfstoff BCG eingesetzt, der im Körper eine starke Immunreaktion auslöst, durch die auch eine verstärkte Bekämpfung der Krebszellen im Körper bewirkt werden soll.

Therapie eines infiltrierenden Blasenkrebses

Eine TUR kann bei einem infiltrierenden Blasenkrebs nicht durchgeführt werden, weil der Tumor nicht auf das Urothel beschränkt ist. Es ist notwendig, in einem solchen Fall die Blase ganz oder teilweise sowie die umliegenden Lymphknoten zu entfernen. Das Verfahren wird als Zystektomie bezeichnet. Sind Männer von einem infiltrierenden Blasenkrebs betroffen, so werden in der Regel auch die Prostata, die Samenbläschen und bei Befall auch die Harnröhre entnommen. Bei einer Frau sind es die Eierstöcke, die Gebärmutter, ein Teil der Scheidenwand und unter Umständen die Harnröhre, die ebenfalls entfernt werden.

Chemo- und Strahlentherapie

Wenn es nicht möglich ist, eine operative Blasenentfernung durchzuführen oder aber der Patient dieses Therapieverfahren strikt ablehnt, kann eine Chemotherapie oder eine Radiochemotherapie angewendet werden. Bei Letzterem handelt es sich um eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie, die sich in verschiedenen Fällen als wirksamer erwiesen hat als das jeweilig allein angewendete Verfahren.

Eine Chemotherapie wird auch dann eingesetzt, wenn der Blasenkrebs sich bereits in einem zu weit fortgeschrittenen Stadium befindet, um operativ entfernt werden zu können. Dies ist dann der Fall, wenn er in entfernte Organe gestreut hat, also Metastasen gebildet hat. Eine Heilung ist in einem solchen Fall in der Regel nicht mehr möglich, sondern die Behandlung erfolgt rein palliativ. Durch die Chemotherapie kann das Wachstum der Krebszellen eingegrenzt werden, wodurch vorhandene Beschwerden gelindert werden und eine Verlängerung der verbleibenden Lebenszeit erreicht werden kann.

Wird eine Strahlentherapie angewendet, so besteht die Option, durch bestimmte Substanzen die Empfindlichkeit des Blasentumors gegenüber der Behandlung zu erhöhen.

Lydia Köper

29.08.11

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