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Hilfsmittel bei einer Brustkrebs Erkrankung

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Hilfsmittel

Unter Hilfsmitteln verstehen sich sächliche medizinische Leistungen. Ob Hilfsmittel nach einer abgeschlossenen Brustkrebstherapie notwendig sind und wenn ja, welche, hängt von der Art des Eingriffs ab, die durchgeführt wurde. Hilfsmittel kommen dann zum Einsatz, wenn eine Brustamputation vorgenommen wurde. In einem solchen Fall bietet sich ggf. eine operative Brustrekonstruktion an – sie ist aber nicht in allen Fällen durchführbar und auch nicht alle Patientinnen möchten sich erneut einer Operation aussetzen, die dafür notwendig wäre. In einem solchen Fall werden Brustprothesen eingesetzt.

Brustprothesen

Brustprothesen sind notwendig, um einen Ausgleich zwischen den Körperhälften zu schaffen. Wird nach einer Amputation keine Prothese getragen, kann es zu einer Skoliose, einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule, kommen. Die durch den Eingriff aus dem Gleichgewicht gekommene Statik kann außerdem zu Beschwerden im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich führen.

Die Primärversorgung

Noch im Krankenhaus, also unmittelbar nach der Brustamputation, sollte die Erstversorgung erfolgen. Es wird ein Büstenhalter mit einer Prothese zur Verfügung gestellt. Die Prothese besteht aus einer sehr leichten Watte und drückt so nicht auf das noch sehr empfindliche Narbengewebe. Sie sollte in den ersten 4 bis 6 Wochen nach dem operativen Eingriff getragen werden oder zur Schonung der Haut bei einer anschließenden Strahlentherapie etwas länger, muss dann aber ersetzt werden.

Die Grundversorgung

Es gibt eine Vielzahl von Brustprothesen, so dass ganz in Ruhe und unter guter Beratung das für die betroffene Frau richtige Modell ausgewählt werden kann und sollte. Neben den klassischen Methoden werden heutzutage auch selbsthaftende Prothesen, Leichtprothesen und Prothesen mit eingebautem Klimapad zur Wärmeregulation angeboten. Die Beratung und Anpassung sollte im Sanitätshaus in einem separaten Raum durchgeführt werden, sodass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Zu einem Anpassungstermin kann eine gute Freundin oder der Partner mitgebracht werden, sodass eine weitere ehrliche Meinung zur Entscheidung für oder gegen ein Modell hinzugezogen werden kann. Es sollte ein Lieblingskleidungsstück zur Anprobe mitgenommen werden, da sich so am besten erkennen lässt, ob die Prothese natürlich aussieht und gut sitzt.

Zur klassischen Prothese gibt es spezielle Büstenhalter, in die sie eingesetzt wird. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollten die Prothese und der BH vom selben Hersteller bezogen werden, da die beiden Produkte in der Regel aufeinander abgestimmt sind. Die BHs sind speziell an die Bedürfnisse von Frauen nach einer Amputation angepasst. So sind die Träger breit, um den Druck besser zu verteilen und den Lymphabfluss weniger zu behindern. Der Steg zwischen den beiden Brustschalen ist hoch und der BH hat einen elastischen Abschluss, um einen optimalen Sitz der Prothese zu gewährleisten. Leichtprothesen eignen sich nur als Übergangslösung, weil sie durch ihr vermindertes Gewicht keinen dauerhaften Gleichgewichtsausgleich zwischen den Körperhälften schaffen können. Neben den BHs gibt es auch Prothesenbadeanzüge, sodass auf einen Schwimmbadbesuch keinesfalls in Zukunft verzichtet werden muss.

Die weitere Versorgung

Nach der Grundversorgung besteht Anspruch auf eine weitere Versorgung. Es können jährlich zwei Spezial-Büstenhalter und alle zwei Jahre eine Prothese und ein Spezial-Badeanzug bezogen werden. Bei einem vermehrten Bedarf, zum Beispiel nach einer Gewichtsveränderung, kann unter Begründung vom zuständigen Arzt eine zusätzliche Ausstattung bei der Krankenkasse beantragt werden.

Lydia Köper

28.07.11

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