- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Krebserkrankungen - Brustkrebs - Brustrekonstruktion bei Brustkrebs

Brustrekonstruktion bei Brustkrebs

Nach einer Amputation der Brust wird häufig eine Brustrekonstruktion vorgenommen

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Kommt eine Operation als generelles Therapieverfahren beim Brustkrebs in Frage, aber der Tumor ist für eine brusterhaltende Operation zu groß oder hat bereits Haut oder Brustwand befallen, kann eine Amputation der Brust notwendig sein. Nach einem solchen Eingriff stehen Frauen vor der Entscheidung, eine Prothese zu tragen oder die Brust operativ wieder aufbauen zu lassen. Im letzteren Fall spricht man von einer Brustrekonstruktion.

Es können dabei zwei verschiedene Verfahren unterschieden werden. Die Brustrekonstruktion kann mit fremden Material erfolgen, z. B. mit Silikon gefüllten Plastiken, oder mit körpereigenem Gewebe, mit einer sog. Schwenklappenplastik. Auch die Brustwarzen (Mamillen) werden bei einem solchen Verfahren neu aufgebaut. Dennoch sind es nur etwa 3 % der Frauen, die sich nach einer Brustamputation einer zweiten Operation zur Brustrekonstruktion unterziehen. Grund dafür sind oftmals Ängste, Unwissen und Fehlinformationen – sowohl auf Seite der Patienten als auch auf Seite der Ärzte.

Vorbereitende Maßnahmen

Um einen Brustaufbau durchführen zu können, muss ein Platzhalter für den Wiederaufbau unter den Brustmuskel eingesetzt werden, ein sog. Expander. Dies kann bereits bei der Operation zur Brustamputation erfolgen, sodass dafür nicht zwingend ein weiterer Eingriff notwendig ist. Beim Expander handelt es sich um ein Kissen, welches in den folgenden Wochen nach und nach mit Luft befüllt wird und so die Haut dehnt. Bis das Gewebe so weit gedehnt ist, dass die eigentliche Brustrekonstruktion erfolgen kann, vergehen ca. 6 Monate.

Brustrekonstruktion mit fremdem Material

Ist das Gewebe weit genug gedehnt, kann die Prothese aus fremdem Material in einer zweiten Operation endgültig eingesetzt werden. Die Prothese besteht in der Regel aus einer Silikonhülle und ist in den meisten Fällen entweder mit Silikon oder einer Kochsalzlösung gefüllt. Es gibt sie in den verschiedensten Größen, so dass die äußere Form der Brust wiederhergestellt werden und diese optisch der Brust auf der anderen Seite angepasst werden kann. Die kosmetischen Ergebnisse sind im Allgemeinen gut, es kann jedoch passieren, dass die Prothese von der Frau als Fremdkörper empfunden wird.

Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe

Mit einer Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe kann das Fremdkörpergefühl, welches bei einer Brustrekonstruktion mit fremdem Material entstehen kann, umgangen werden. Um diese Methode überhaupt durchführen zu können, muss die Patientin in einer körperlich guten Verfassung sein. Ein solches Verfahren benötigt nämlich mehrere Operationen.

Eine Brustrekonstruktion mit eigenem Gewebe kann entweder in Form einer Verpflanzung oder in Form einer Verschiebung durchgeführt werden. Bei beiden Methoden wird in der Regel Eigengewebe vom Bauch oder vom Rücken verwendet. Bei der Verschiebung erhält der Chirurg die ursprüngliche Blutversorgung des Gewebes, er löst es also nur unvollständig und verschiebt es an die gewünschte Stelle. Bei einer Verpflanzung hingegen werden auch die Gefäße durchtrennt und das Gewebe völlig aus dem Körper herausgelöst – und dann an einer neuen Stelle wieder eingesetzt. Zur Versorgung muss es in der Brustwand neu mit den dortigen Blutgefäßen verbunden werden.

Nachteil einer Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe ist der große Aufwand und die hohe Belastung der Patientin. Die Eingriffe dauern lange, bergen ein vergleichsweise hohes Blutungsrisiko und ein Risiko weiterer Komplikationen. Zudem ist mit einer zusätzlichen Narbenbildung an der Entnahmestelle zu rechnen.

Lydia Köper

01.07.11

Newsletter An-/Abmeldung

Code: QCIR

Schriftzug Anzeige