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Die Chancen/Risiken einer Chemotherapie

Brian Chase/Shutterstock

Chancen/Risiken einer Chemotherapie

Eine Chemotherapie kann in verschiedenen Formen mit unterschiedlichen Zielen eingesetzt werden, die vor Beginn der Behandlung klar definiert und mit dem Patienten abgesprochen sein müssen. In dem jeweiligen Ziel, welches durch die Therapie erreicht werden kann, liegt die Chance der Chemotherapie. Dem gegenüber stehen verschiedene Risiken, die dieses Therapieverfahren birgt.

Chancen einer Chemotherapie

Eine Chemotherapie bringt eine Reihe von Chancen, abhängig vom Stadium der Krebserkrankung und von der Art des Krebses. Man unterscheidet verschiedene Formen der Behandlung, nämlich einen kurativen, einen adjuvanten, einen neo-adjuvanten und einen palliativen Einsatz. Wird eine kurative Form durchgeführt, so ist die Chance, die die Chemotherapie bietet, natürlich sehr groß. Es besteht die Möglichkeit, dass eine vollständige Heilung erzielt wird. Dies ist z. B. bei Lymphomen und Leukämien möglich.

Eine adjuvante Chemotherapie wird häufig bei soliden Tumoren zusammen mit einer Operation oder auch zusammen mit einer Bestrahlung durchgeführt. Dabei dient die Chemotherapie in der Regel dazu, nach einer Operation noch im Körper befindliche aber nicht nachweisbare Krebszellen zu eliminieren. Natürlich bedeutet eine zusätzlich angewendete Therapieform auch eine zusätzliche Belastung, andererseits werden so die Heilungschancen deutlich erhöht bzw. die Rückfallquoten gesenkt. Eine neo-adjuvante Therapie bietet die Chance, eine ansonsten nicht durchführbare Therapieform doch zu ermöglichen, so z. B. eine operative Entfernung bei einem eigentlich für diese Methode zu großen Tumor.

Ein palliativer Einsatz erfolgt, wenn bei einem fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung keine Heilung mehr erzielt werden kann. Eine Chemotherapie kann in einem solchen Fall durchgeführt werden, um eine zeitweise Linderung der Beschwerden durch eine vorübergehende Rückbildung der Tumoren und Metastasen (gestreuter Tumorzellen) zu erreichen.

Risiken einer Chemotherapie

Neben den vielen Chancen, die eine Chemotherapie bietet, ist sie allerdings auch mit Risiken verbunden. Es können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, bedingt durch die Wirkungsweise des Zytostatikums. Da die Chemotherapie auf alle sich teilenden Zellen wirkt, betrifft dies natürlich auch Zellen des Körpers, die nicht dem Krebs zuzuordnen sind. So besteht während einer Chemotherapie ein gesteigertes Infektionsrisiko, da es auch zu einer Wirkung auf sich teilende Immunzellen kommt und diese in ihrer natürlichen Funktion gehemmt werden. Übelkeit und Erbrechen gehören ebenfalls zu den Nebenwirkungen, die allerdings medikamentös behandelbar sind. Auftretender Durchfall ist als Risiko anzusehen, da dadurch ein hoher Flüssigkeitsverlust auftreten kann. Zudem kommt es häufig zu Haarausfall, dem bisher nicht medikamentös entgegengewirkt werden kann. Nach Ende der Behandlung wachsen die Haare aber in der Regel schnell wieder nach. Selten treten Spätschädigungen von Lunge, Herz, Niere, Leber oder des Nervensystems durch eine Chemotherapie auf.

Eine weitere Nebenwirkung, die eine Chemotherapie haben kann, ist die Entstehung von Krebs. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Substanzen verwendet wurden, die ihre zytostatische Wirkung durch direkte Interaktion mit dem Erbgut ausüben. Dadurch wird die Entstehung von Veränderungen des Erbguts, sog. Mutationen, begünstigt. Solche Mutationen wiederum können der Ausgangspunkt einer erneuten Krebsentstehung sein. Wie groß das Risiko für eine erneute Erkrankung ist, ist allerdings schwer abzuschätzen und hängt zudem von individuellen Faktoren ab. Die häufigste Art von Krebs, die innerhalb von 10 Jahren nach einer Chemotherapie auftritt, ist eine Leukämie. Auch ein vermehrtes Auftreten von Lungentumoren nach einer Chemotherapie konnte nachgewiesen werden. Die umfangreichsten Untersuchungen haben an Patienten stattgefunden, die wegen eines Hodgkin-Lymphoms behandelt wurden. Für geheilte Patienten wurde innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Behandlung ein 20- bis 40-fach erhöhtes Risiko, an einer akuten Leukämie zu erkranken, ermittelt. Danach vermindert sich das Risiko wieder. An einem Organtumor, meist der Lunge, erkranken bis zu 15 % der geheilten Patienten.

Auch wenn eine Chemotherapie theoretisch eine Vielzahl von Chancen bietet, so ist eine individuelle Prognose von vielen Faktoren abhängig und kann nicht pauschal gestellt werden. Gleiches gilt für die Risiken. Chancen und Risiken sollten von jedem Patienten zusammen mit dem Arzt sorgfältig abgewogen werden und erst dann eine Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie getroffen werden.

Lydia Köper

04.07.11

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