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Was ist eine Chemotherapie?

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Eine Chemotherapie ist ein Behandlungsverfahren, welches zum einen bei Krebserkrankungen eingesetzt wird und zum anderen bei Infektionen zur Anwendung kommt. Wird eine Krebserkrankung behandelt, spricht man von einer neoplastischen Chemotherapie, eine Behandlung von Infektionen wird als antiinfektiöse oder antimikrobielle Chemotherapie bezeichnet. Die zur Therapie von Infektionen eingesetzten Medikamente können aufgrund ihrer Wirkung in verschiedene Gruppen zusammengefasst werden: Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen, Virustatika zur Behandlung viraler Infektionen, Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen und Antihelminthika zur Behandlung von Wurminfektionen. Wird im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Chemotherapie verwendet, ist damit in der Regel allein die medikamentöse Therapie einer Krebserkrankung gemeint.

Medikamente zur chemotherapeutischen Behandlung von Krebserkrankungen werden auch als Zytostatika bezeichnet. Der Begriff Zytostatikum entstammt dem Wort Zytostase, was soviel wie Zellstillstand oder Zellblockade bedeutet. Die Wirkungsweise der Medikamente beruht entsprechend darauf, die Teilung und Vermehrung von Zellen zu blockieren bzw. zu hemmen. Solche Medikamente werden seit den 1960er-Jahren in der Krebstherapie eingesetzt.

Welchen Stellenwert hat die Chemotherapie

Von vielen Menschen wird die Chemotherapie als das Standardtherapieverfahren bei Krebserkrankungen angesehen. Dies liegt wohl daran, dass die Chemotherapie sehr bekannt ist, nicht zuletzt auch wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen. Es wird allerdings bei Weitem nicht jeder Mensch, der an Krebs erkrankt ist und der eine Therapie durchführen möchte, chemotherapeutisch behandelt. Operation und Bestrahlung sind rein zahlenmäßig häufiger in der Krebstherapie vertreten. Dennoch haben sich die Anwendungsmöglichkeiten einer Chemotherapie seit den 1960er-Jahren erweitert. Z. B. kann eine Chemotherapie in Kombination mit anderen Krebstherapien angewendet werden. In Kombination mit einer Operation kann sie nach dem Entfernen des Tumors zur Anwendung kommen, um den Patienten vor Rückfällen zu schützen, aber ebenso auch zuvor – um den Tumor zu verkleinern und so eine operative Entfernung erst zu ermöglichen.

Heutige Ziele einer Chemotherapie

Abhängig davon, welches Ziel einer eingesetzten Chemotherapie zugrunde liegt, können verschiedene Arten des Therapieverfahrens eingesetzt werden. Als heute gängige Formen einer Chemotherapie unterscheidet man:

  • die kurative Chemotherapie
  • die palliative Chemotherapie
  • die adjuvante Chemotherapie
  • die neo-adjuvante Chemotherapie

Kurative Chemotherapie

Von einer kurativen Chemotherapie wird gesprochen, wenn sie mit der Absicht der Heilung der Krebserkrankung eingesetzt wird. Dazu kann eine Chemotherapie als alleiniges Therapieverfahren angewendet werden, oder sie wird mit einem anderen Verfahren kombiniert. Letzteres wird als additive Chemotherapie bezeichnet. Sie wird z. B. dann eingesetzt, wenn operativ nur ein Teil des Tumors entfernt werden konnte und der im Körper verbliebene Teil nun über andere Behandlungsmethoden eliminiert werden muss. Das Gegenteil der kurativen Chemotherapie ist die palliative Chemotherapie.

Palliative Chemotherapie

Die palliative Chemotherapie wird angewendet, wenn sich der Krebs bereits in einem zu weit fortgeschrittenen Stadium befindet, um eine Heilung der Krankheit zu ermöglichen. In einem solchen Fall dient die palliative Behandlung der Reduzierung der Krankheitsfolgen (Palliation), also der Linderung von Beschwerden und der Verlängerung der verbleibenden Lebenszeit. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben, um ihr weiteres Wachstum und ihre weitere Ausbreitung einzuschränken.

Adjuvante Chemotherapie

Die adjuvante Chemotherapie kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn nach einer operativen Entfernung eines Tumors nicht ausgeschlossen werden kann, dass Krebszellen im Köper verblieben sind – entweder, weil diese nachgewiesen wurden oder auch vorbeugend. Ein unklarer Befund ist beispielsweise gegeben, wenn ein Tumor bereits den zuständigen Lymphknoten befallen hat. In einem solchen Fall kann trotz einer Entfernung von Tumor und Lymphknoten nicht ausgeschlossen werden, dass sich Krebszellen in anderen Bereichen des Körpers angesiedelt haben. Man spricht dann von der Bildung von Metastasen oder einer Streuung des Tumors.

Neo-adjuvante Therapie

Die neo-adjuvante Therapie dient dazu, den Tumor durch eine vorab erfolgte Behandlung anderen Therapieverfahren zugänglich zu machen. Es wird eine Verkleinerung eines Tumors angestrebt, um diesen dann operativ entfernen oder bestrahlen zu können.

Lydia Köper

04.07.11

Chemotherapie
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