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Bei welchen Erkrankungen komt die Chemotherapie zur Anwendung

Monkey Business Images/Shutterstock

Für welche Krebserkrankungen wird eine Chemotherapie angewendet?

Die Chemotherapie ist einer der drei Grundpfeiler der Krebstherapie. Dazu zählen außerdem die Operation und die Strahlentherapie. Welche Therapieform oder auch welche Kombination von Therapieformen zur Anwendung kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Krebsart, das Tumorstadium und individuelle Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand des Patienten. Es kann also keine pauschale Angabe darüber gemacht werden, wie welcher Tumor behandelt wird. Der genaue Therapieplan wird individuell vom Arzt zusammen mit dem Patienten erstellt. Bestimmte Therapieverfahren können nur dann überhaupt oder nur so lange mit einer bestimmten Absicht eingesetzt werden, wie das Tumorstadium nicht zu weit fortgeschritten ist und dies zulässt.

Die Ziele einer Chemotherapie sind:

  • die Heilung der Krebserkrankung
  • die Vermeidung der Tumorausbreitung (Bildung von Metastasen)
  • die Verzögerung des Tumorwachstums
  • Linderung oder Beseitigung von Symptomen und Beschwerden

Kurative Chemotherapie

Eine alleinige Chemotherapie mit kurativer Absicht, also Heilungsabsicht, kann nach der Diagnostizierung bestimmter Krebsarten durchgeführt werden. Dazu zählen beispielsweise eine akute Leukämie, ein malignes Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) und die chronische Leukämie, sowohl in myeloischer als auch lymphatischer Form. Auch Hodenkrebs beim Mann und bestimmte Keimzelltumoren bei der Frau können chemotherapeutisch geheilt werden. Eine additive Form, also eine Anwendung der Chemotherapie zusätzlich zu einer anderen Therapieform wie einer Operation, kann ebenfalls kurativ stattfinden. Dies ist z. B. der Fall bei Osteosarkomen, Wilms-Tumoren (kindliche Tumoren der Niere) und Rhabdomyosarkomen (Tumoren der Muskulatur).

Adjuvante Chemotherapie

Wurde ein Tumor operativ komplett entfernt, gilt der Patient aus medizinischer Sicht als geheilt. Aus der Praxis weiß man jedoch, dass sich bei manchen Patienten zum Zeitpunkt der Operation bereits kleine Streuungen gebildet und in anderen Bereichen des Körpers angesiedelt haben, sog. Metastasen. Diese Metastasen sind zu Beginn so klein, dass sie durch bildgebende Verfahren nicht nachgewiesen werden können. Sie können aber wachsen und sich weiter ausbreiten, wenn keine weitere Behandlung erfolgt. Um diese weitere Therapie zu gewährleisten, wird häufig eine adjuvante, also eine begleitende Chemotherapie im Anschluss an eine Operation durchgeführt. Erfolgreich eingesetzt wird ein solches Verfahren beim Brustkrebs, beim Kolonkarzinom und beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom.

Neo-adjuvante Chemotherapie

Bei einer neo-adjuvanten Chemotherapie wird die medikamentöse Behandlung vor der Operation durchgeführt, die Behandlungsreihenfolge ist also umgekehrt zur adjuvanten Form. So kann ein Tumor vorab verkleinert werden, sodass bei der anschließenden Operation möglich ist, das Organ zu erhalten. Zur Anwendung kommt diese Methode z. B. beim Brust-, Kehlkopf-, Harnblasen- oder Knochenkrebs.

Palliative Chemotherapie

Eine palliative Chemotherapie erfolgt, wenn keine Chancen auf eine Heilung der Krebserkrankung mehr bestehen. Der Krebs ist dann bereits zu weit fortgeschritten. In manchen Fällen kann durch eine palliative Chemotherapie eine vollständige Tumorremission, also Rückbildung der Tumoren, erreicht werden. So kann eine verlängerte Überlebenszeit erreicht werden, wenn auch keine Heilung erfolgt. Zu diesen Erkrankungen, bei denen eine vollständige Remission möglich ist, zählen der Brustkrebs, das kleinzellige Lungenkarzinom, bestimmte Arten von Lymphomen und bestimmte Leukämieformen. Bei anderen Krebserkrankungen kann zwar keine vollständige Remission durch eine palliative Chemotherapie erzielt werden, aber auch eine unvollständige Remission kann die Überlebenszeit deutlich verlängern. Eine unvollständige Remission kann bei fortgeschrittenen Stadien von multiplen Myelomen, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), Krebs des Dick- und Enddarms (Kolorektalkarzinom) und der Leber erzielt werden. Zudem gibt es eine Reihe verschiedener Tumoren, die in fortgeschrittenem Stadium eine Vielzahl von Beschwerden verursachen. In einem solchen Fall bietet die Chemotherapie generell die Möglichkeit einer Tumorrückbildung, die mit einer Linderung oder einer kompletten Beseitigung bestimmter Beschwerden einhergeht. Inwieweit eine solche palliative Therapie in Anbetracht der Nebenwirkungen Verbesserungen für den Patienten bringt, ist vor allem vom Tumorstadium und von individuellen Faktoren abhängig.

Lydia Köper

04.07.11

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