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Die Wirkungsweise einer Chemotherapie

Tatiana53/Shutterstock

Wirkungsweise einer Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist keine krebsspezifische Behandlungsmethode. Dies bedeutet, dass sich die Wirkung der Behandlung nicht nur auf die Krebszellen beschränkt, sondern in gewissem Maße auch die normalen und gesunden Zellen des Körpers trifft. Dadurch sind auch die Nebenwirkungen zu erklären, die eine Chemotherapie häufig mit sich bringt.

Warum wirkt eine Chemotherapie auf Krebszellen?

Eine Chemotherapie ist die medikamentöse Hemmung der Zellteilung. Mit diesem Punkt wird bereits klar, warum eine Chemotherapie nicht nur auf Krebszellen wirkt, denn sich teilende Zellen befinden sich auch natürlicherweise in jedem Organismus. Die Wirkung auf die Krebszellen ist allerdings besonders stark, weil diese sich im Wachstum befinden und sich somit auch extrem stark vermehren. Andere Zellen des Körpers, die sich auch beim erwachsenen Menschen fortwährend teilen, sind beispielsweise die Zellen der Haare oder die des Immunsystems. Deshalb sind auch sie von einer Chemotherapie betroffen und werden in ihrer Zellteilung und damit verbundenen weiteren Entwicklung blockiert. Aus diesem Grund lässt sich der Haarausfall als Nebenwirkung einer Chemotherapie kaum vermeiden und es können Einschränkungen des blutbildenden Systems auftreten. Diese äußern sich z. B. in einer Blutarmut, also einer verminderten Bildung roter Blutkörperchen, einer erhöhten Blutungsneigung durch eine zu geringe Anzahl an Blutplättchen und einer erhöhten Infektionsgefahr durch eine verminderte Bildung weißer Blutkörperchen.

Zytostatika

Unter dem Begriff Zytostatika werden natürliche oder synthetische (künstlich hergestellte) Substanzen geführt, die die Zellteilung hemmen. Die Substanzen, die bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, können dabei verschiedenen Substanzklassen angehören. Die genauen Mechanismen, die die Zellteilung jeweils hemmen, sind dabei von Substanzklasse zu Substanzklasse unterschiedlich.

Sog. interkalierend wirkende Zytostatika binden sich an die DNS, das Erbgut in den Zellen. Dabei verändern sie manche Bausteine der DNS, die sog. Basen, indem sie Alkylgruppe übertragen. Man spricht daher auch von Alkylierenden Agenzien. Eine solche Veränderung hat zur Folge, dass die DNS kaputtgeht und keine Verdoppelung des Erbgutes mehr möglich ist. Ohne eine solche Verdoppelung kann sich eine Zelle nicht mehr teilen, da nur nach einer vorangegangenen Verdoppelung jeweils ein Satz Erbgut an die zwei Tochterzellen weitergegeben werden kann, die aus der ursprünglichen Zelle hervorgehen. Zur Gruppe der alkylierenden Agenzien zählen u. a. Cyclophosphamid, Cisplatin, Busulfan und Chlorambucil.

Eine weitere bedeutende Substanzgruppe ist die der Antimetabolite. Antimetabolite können anstelle von Basen in die DNS eingebaut werden oder Enzyme hemmen, die am Aufbau neuer DNS oder ihrer Reparatur beteiligt sind. Letzteres ist z. B. bei Methotrexat der Fall, einem Folsäureantagonisten. Pyrimidin-Analoga wie 5-Fluoruracil und Cytarabin oder Purin-Analoga wie Thioguanin und Azathioprin werden anstelle von Basen in die DNS eingebaut.

Zur Gruppe der Naturstoffe gehören die sog. Vinca-Alkaloide. Sie werden aus dem in Brasilien beheimateten Strauch Catharanthus roseus (auch als Vinca rosea bekannt) beziehungsweise dem in Europa wachsenden Kleinen Immergrün (Vinca minor) hergestellt und behindern die Zellen während der Zellteilung. Dies geschieht, indem sie sich an ein Protein (Eiweiß) binden, welches für die Zellteilung sehr wichtig ist. Auch die Epipodophyllotoxine (Etoposid, Teniposid) sind Vertreter der Naturstoffe. Ihr Ursprung ist das Podophyllotoxin, das in Extrakten des Maiapfels (Podophyllum peltatum) enthalten ist.

Weitere Substanzen, die die Teilung von Zellen stark hemmen können, sind bestimmte Antibiotika. So werden beispielsweise Bleomycin und Mitomycin in der Krebstherapie eingesetzt. Eine solche starke zytostatische Wirkung wird allerdings nicht von allen Antibiotika ausgeübt. Auch bestimmte Enzyme können eingesetzt werden, so z. B. Asparaginase bei der Behandlung bestimmter lymphatischer Leukämien. Durch das Vorhandensein des Enzyms wird die Konzentration an Asparagin reduziert. Asparagin ist eine Aminosäure, die benötigt wird, um bestimmte Eiweiße zusammenzusetzen. Auch das Fehlen eines bestimmten Eiweißes kann eine Zellteilung behindern oder sogar verhindern.

Lydia Köper

04.07.11

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