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Begleiterkrankungen von Darmkrebs

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Abhängig von der jeweiligen Krebserkrankung können verschiedene Begleiterkrankungen hervorgerufen werden, so auch beim Darmkrebs. Dabei sind mehrere Faktoren entscheidend, nämlich zum einen Größe, Lage und Stadium des Tumors und zum anderen die eingesetzten Therapieverfahren. Denn die Begleiterkrankungen können sowohl eine Folge der Krebserkrankung an sich als auch einer bestimmten Therapie sein.

Folgeerkrankungen eines Darmkrebses

Wächst der Tumor stark und verschließt langsam das Darmlumen, so kann es zu einem Darmverschluss, einem sogenannten Ileus, kommen. Wenn der Gesundheitszustand des Patienten es zulässt, ist in der Regel eine sofortige Operation erforderlich. Der Ileus ist eine schwere Erkrankung, die tödlich verlaufen kann. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto günstiger ist die Prognose. Mit jeder Stunde, die ohne Beginn einer therapeutischen Maßnahme vergeht, steigt das Risiko eines tödlichen Verlaufs um etwa 1 %. Symptome eines Ileus sind Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen, eine vermehrte Gasansammlung im Darm und Stuhlverhalt (ausbleibender Stuhlgang).

Künstlicher Darmausgang nach einer Darmkrebsoperation

Als Folge einer Darmkrebsoperation kann es passieren, dass der Schließmuskel und der Enddarm entfernt werden müssen und ein künstlicher Darmausgang gelegt werden muss. Bei einem Drittel aller Darmkrebspatienten befindet sich der Tumor im Mast- bzw. Enddarm. Von diesen Patienten sind es etwa 15 %, die ein sogenanntes Stoma, einen künstlichen Darmausgang, erhalten, der dauerhaft bestehen bleibt.

Für viele Betroffene ist eine solche Umstellung auf ein Stoma eine schwierige und belastende Situation. Dennoch wurde die Belastung durch die heutigen Operationstechniken und Hilfsmittel deutlich verringert. Früher bekannte Geruchsbelästigungen und Reizungen der Bauchhaut kommen heute praktisch nicht mehr vor. In einigen Kliniken gibt es spezialisierte Stoma-Schwestern, die den Betroffenen unmittelbar nach der Operation den richtigen Umgang mit dem künstlichen Darmausgang und wichtige Kenntnisse vermitteln können. Des Weiteren bestehen Selbsthilfegruppen, die sich speziell an Darmkrebspatienten und Stomaträger richten.

Begleiterkrankungen durch eine Chemo- oder Strahlentherapie

Eine der häufigen Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie, die insbesondere auch bei einer Kombination dieser beiden Therapieverfahren beim Darmkrebs auftreten kann, ist die Fatigue. Dabei handelt es sich um das Gefühl einer dauerhaften Abgeschlagenheit und Müdigkeit, der auch mit viel Schlaf nicht begegnet werden kann. Die generelle Leistungsfähigkeit der Betroffenen ist eingeschränkt. Alltägliche Dinge, die früher quasi nebenbei und im Vorbeigehen erledigt wurden, können auf einmal zu großen Aufgaben werden. Die Fatigue wird nach Ende der Behandlung i. d. R. wieder abklingen, auch wenn dies einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Betroffenen brauchen also auch nach Beendigung der Therapie Geduld, bis ihre alte Leistungsfähigkeit langsam zurückkehrt. Die Fatigue wird in drei verschiedene Formen unterteilt, die Fatigue der affektiven, der kognitiven und der physischen Ausprägung.

Eine affektive Form der Fatigue kann leicht mit einer Depression verwechselt werden. Auch die Depression gehört zu den Begleiterkrankungen des Darmkrebses bzw. einer Krebserkrankung generell. Die Diagnose der Krankheit und die anschließende Therapie bringen eine Reihe von Belastungen mit sich. So leben die Betroffenen zunächst mit einer großen Ungewissheit, wie ihre Krankheit verlaufen wird und was die therapeutischen Maßnahmen genau bringen werden. Nicht selten entstehen aus dieser Situation heraus seelische und familiäre Probleme. Wer sich dauerhaft hilflos, hoffnungslos und niedergeschlagen fühlt, der sollte unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen. Niemand sollte seine Sorgen und Ängste in einer solchen Situation alleine bewältigen müssen.

Lydia Köper

12.08.11

Begleiterkrankungen
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