- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Krebserkrankungen - Darmkrebs - Die Entstehung einer Darmkrebs Erkrankung

Die Entstehung einer Darmkrebs Erkrankung

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Wie genau Darmkrebs entsteht, ist bis heute nicht in allen Einzelheiten erforscht. Generell sind, wie bei jeder Krebsart, verschiedene Veränderungen des Erbgutes von Zellen ursächlich. So entstehen aus normalen Zellen Krebszellen, die unkontrolliert wachsen und sich in fortgeschrittenem Stadium sogar in anderen Organen ansiedeln können.

Darmpolypen

Bei Darmpolypen handelt es sich um gutartige Veränderungen von Schleimhautzellen des Darmes. Die Schleimhautzellen beginnen nach und nach sich übereinander zu schieben, wodurch eine Geschwulst entsteht, ein sogenanntes Adenom. Das häufigste Erscheinungsbild eines solchen Adenoms im Dickdarmbereich ist der Polyp. Er wächst in Form einer Knospe in das Darmlumen, also in den Darminnenraum, hinein. Wird er nicht abgetragen, sondern bleibt über eine längere Zeit bestehen, so kann es nach und nach zu immer mehr Genveränderungen in den betroffenen Zellen kommen, bis schließlich bösartige Krebszellen entstehen. Sie können dann in das umliegende Gewebe einwachsen. Man spricht dann von einem invasiven Tumorwachstum. Ca. 90 % der Darmkrebserkrankungen entstehen aus entarteten Darmpolypen.

Genetische Prädisposition

In manchen Fällen liegt bereits von Geburt an eine Veränderung des Erbgutes vor. Die DNS (Desoxyribonukleinsäure, das Erbmaterial) in den Zellen ist also erblich bedingt verändert, wodurch das Risiko, an einem Darmkrebs zu erkranken, deutlich erhöht ist. Man spricht von einer genetischen Prädisposition. Dies heißt nicht, dass bei Betroffenen auf jeden Fall die Krankheit ausbrechen wird. Durch die bereits vorliegende Veränderung sind die normalen Schleimhautzellen des Darmes jedoch auf dem langen Weg der Entartung zur Krebszelle bereits einen Schritt weiter als bei Menschen ohne genetische Prädisposition. Anzeichen für das Vorliegen einer solchen genetischen Prädisposition ist das gehäufte Auftreten des Darmkrebses innerhalb einer Familie oder ein vergleichsweise niedriges Alter beim Ausbruch der Krankheit.

Liegt der Verdacht auf eine genetische Prädisposition vor, ist dies kein Grund zur Panik. Deshalb muss die Krankheit noch lange nicht auch tatsächlich ausbrechen, und der Verdacht bietet auch eine Chance. Wer um sein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, weiß, der kann besonders gewissenhaft an den Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung teilnehmen. So kann zwar nicht das erhöhte Erkrankungsrisiko gesenkt werden, wohl aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein entstehender Krebs nicht rechtzeitig erkannt wird und die Prognosen deshalb bereits schlecht sind.

Umweltfaktoren

Wie und warum genau Schleimhautzellen des Dickdarms in manchen Fällen zu Krebszellen entarten, ist nicht im Detail verstanden. Ein wichtiger Faktor dabei sind aber sogenannte Umweltfaktoren. Ihnen ist der Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt, wobei bestimmte Faktoren die Entstehung des Darmkrebses begünstigen und in ihrer Summe wohl auch auslösen können. Nur so lässt es sich erklären, dass der Darmkrebs vorwiegend in Industrieländern auftritt, wohingegen er in Entwicklungsländern selten ist. Für solche Umweltfaktoren scheint jedoch eine unterschiedliche Empfindlichkeit von Mensch zu Mensch zu bestehen, da unter ähnlichen Bedingungen lebende Menschen nicht gleichermaßen erkranken. Dennoch spielen gerade die Umweltfaktoren eine Rolle bei der Prävention, da bestimmte Faktoren, die die Darmkrebsentstehung nachweislich begünstigen, bewusst vermieden werden können bzw. man sich ihnen nur begrenzt aussetzen kann. Somit ist eine Beeinflussung des persönlichen Erkrankungsrisikos möglich – eine Garantie nicht zu erkranken, gibt es allerdings nicht.

Lydia Köper

12.08.11

Newsletter An-/Abmeldung

Code: YYWM

Schriftzug Anzeige