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Früherkennung von Darmkrebs

Andresr/Shutterstock

Die Früherkennung wird heute bei verschiedenen Krebsarten eingesetzt, um den Krebs aufzuspüren, bevor er Beschwerden verursacht und dann schon ein gewisses Stadium überschritten hat. So auch beim Darmkrebs. Grund für solche Früherkennungsprogramme ist die Tatsache, dass manche Krebsarten einfach und mit guter Prognose in frühen Stadien zu behandeln sind, während in späten Stadien eine Therapie oftmals langwierig ist und die Heilungschancen rapide sinken. Man geht davon aus, dass bei einer rechtzeitigen Diagnose von Darmkrebs 90 % aller Patienten geheilt werden könnten.

Die Untersuchungen

Am Früherkennungsprogramm für Darmkrebs kann jede Person ab dem 50. Lebensjahr teilnehmen, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten. Dabei handelt es sich um eine ärztliche Untersuchung, die die Möglichkeit bietet, frühzeitig einen Darmkrebs zu erkennen. Als Verfahren können dabei eine Tastuntersuchung, ein Test auf Blut im Stuhl und eine Darmspiegelung zum Einsatz kommen. Vorgesehen ist folgende Abstufung: Ab dem 50. Lebensjahr kann einmal jährlich ein Test auf Blut im Stuhl durchgeführt werden. Ab dem 55. Lebensjahr besteht die Möglichkeit, eine erste Darmspiegelung durchführen zu lassen. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Untersuchung besteht die Möglichkeit einer zweiten Darmspiegelung. Wer keine Darmspiegelung durchführen lassen möchte, kann weiterhin ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Test auf Blut im Stuhl durchführen lassen.

Es empfiehlt sich dringend, am kompletten Früherkennungsprogramm teilzunehmen und auch die Darmspiegelungen durchführen zu lassen, auch wenn sie ein wenig unangenehm erscheinen. Der Test auf Blut im Stuhl kann nur bei regelmäßiger Wiederholung Darmkrebs erkennen, bei nur einmaliger Durchführung bleibt die Hälfte aller Darmkrebsfälle unentdeckt. Des Weiteren besteht ein großer Nachteil gegenüber der Darmspiegelung: Adenome verursachen keine Blutungen und werden daher vom Test nicht berücksichtigt. Dabei kann es sich um Vorstufen eines Darmkrebses handeln, die bei einer Darmspiegelung einfach umgehend entfernt werden und so auch für die Zukunft kein Risiko mehr darstellen.

Die Zahlen der im Rahmen des Früherkennungsprogramms durchgeführten Darmspiegelungen belegen eindrucksvoll die Wichtigkeit dieser Methode. Von 1.000 Patienten werden durchschnittlich bei 250 Auffälligkeiten entdeckt. Um einen bereits voll entwickelten Darmkrebs handelt es sich dabei statistisch gesehen nur in 8 Fällen, bei den anderen werden Adenome diagnostiziert. Bei etwa 70 Personen sind diese bereits fortgeschritten, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Krebsentstehung erhöht ist und durch die Entfernung wieder gesenkt werden kann. Zudem ist auch die Ausschlussrate hoch: 95 % der Darmtumoren werden bei einer Darmspiegelung auch entdeckt.

Die Wirksamkeit des Früherkennungsprogramms

Das genaue Ausmaß der Sterblichkeitssenkung durch das Früherkennungsprogramm in seiner heutigen Form ist nicht bekannt. Experten sind sich jedoch über die Wirksamkeit einig. Eine Senkung der Sterblichkeit durch den Test auf Blut im Stuhl konnte nachgewiesen werden. Der Zusatz der Darmspiegelung zu dem Programm sollte diese weiter senken, da das Verfahren deutlich sensitiver ist und die Möglichkeit der Erkennung von Krebsvorstufen eröffnet.

Risiken und Nebenwirkungen einer Darmspiegelung

Die Risiken und Nebenwirkungen einer Darmspiegelung sind gering. Von 1.000 Untersuchungen treten statistisch gesehen bei 2,8 Patienten Komplikationen auf, bei 1,6 Patienten entstehen Blutungen. Diese treten meist durch die Entfernung von Polypen auf und können noch während des Eingriffs gestillt werden. Nur bei 0,2 von 1.000 Untersuchungen kommt es zu einer Verletzung der Darmschleimhaut durch das eingesetzte Verfahren (Perforation).

Lydia Köper

12.08.11

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