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Die Therapie von Darmkrebs

Alfio Ferlito/Shutterstock

Für die Wahl der Therapie beim Darmkrebs ist es wichtig, dass Tumorstadium vorab genau zu bestimmen. Erst wenn die Ausdehnung des Tumors und die Charakteristika der Krebszellen bekannt sind, können vom Arzt in Absprache mit dem Patienten die ersten Behandlungsschritte geplant werden. Für die Behandlung von Darmkrebs gibt es verschiedene therapeutische Maßnahmen, die neben den drei Grundpfeilern der Krebstherapie, nämlich der Operation, der Chemotherapie und der Strahlentherapie, zur Verfügung stehen. Dazu zählen z. B. die Möglichkeit einer Immuntherapie und verschiedene physikalische Verfahren.

Operation

Eine Operation ist die wichtigste therapeutische Maßnahme bei Darmkrebs. Wurde der Krebs z. B. in einem frühen Stadium diagnostiziert, so können häufig alle Krebszellen operativ entfernt werden – und die Heilungschancen sind hoch. Auch große Tumoren, die z. B. auch einen Darmverschluss verursachen können, müssen operativ entfernt werden.

Ob nach der Operation ein normaler Darmausgang behalten werden kann, hängt von der Lokalisation des Tumors ab. Befindet er sich oberhalb des Mastdarms, kann in der Regel ein normaler Darmausgang bestehen bleiben. In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, zunächst einen künstlichen Darmausgang zu legen, der aber bei Erreichen eines verbesserten Gesundheitszustandes häufig wieder zurückverlegt werden kann. Liegt der Tumor im Mastdarm, kann bei 85 % der Betroffenen ebenfalls der natürliche Darmausgang erhalten bleiben. Bei den anderen 15 % liegt der Tumor so dicht am Darmausgang, dass eine Entfernung des Schließmuskels nicht umgangen werden kann. In einem solchen Fall wird der gesamte Enddarm wegoperiert und ein dauerhafter künstlicher Darmausgang gelegt.

Bestrahlung und Chemotherapie

Sowohl die Strahlentherapie als auch die Chemotherapie greifen die Krebszellen an und behindern sie in ihrem Wachstum. Die Strahlentherapie tut dies auf physikalische Weise durch eine Schädigung des Erbgutes, während bei der Chemotherapie chemisch die Zellteilung der Zellen verhindert wird (z. B. durch chemische Schädigung des Erbguts). Für die Behandlung von Darmkrebs hat sich insbesondere eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie als wirksam erwiesen, die sogenannte Radiochemotherapie. Eine allein eingesetzte Chemotherapie ist oft nicht sehr wirksam, da die meisten Tumoren im Dick- und Mastdarm aus Drüsenzellen der Darmschleimhaut hervorgehen – und Drüsenzellen im Allgemeinen nur bedingt auf eine Chemotherapie ansprechen. Die Strahlentherapie wird zudem häufig mit einer Operation verbunden und kann sowohl postoperativ, also nach der operativen Tumorentfernung, als auch präoperativ, also davor, zum Einsatz kommen.

Immuntherapie, zielgerichtete Therapien, physikalische Verfahren

Damit Krebszellen wachsen können, benötigen sie neben Sauerstoff und Nährstoffen auch bestimmte Signalstoffe. Diese Punkte sind wiederum der Ansatz neuer zielgerichteter Therapien wie der Immuntherapie. Durch Antikörper wird z. B. die Wirksamkeit solcher Signalstoffe aufgehoben oder die Blutversorgung des Tumors unterbunden, wodurch die Krebszellen sich nicht weiter ausbreiten können oder gar absterben. Zur Unterbrechung der Blutversorgung können sogenannte Angiogenesehemmer eingesetzt werden, die die Gefäßneubildung unterdrücken und so die Versorgung des Tumors blockieren, ihn praktisch „aushungern“.

Physikalische Verfahren beruhen in der Regel auf dem Prinzip, die Behandlung direkt im Tumorgewebe durchzuführen und so möglichst wenig umliegendes normales Gewebe zu schädigen. Eine Zerstörung von Krebszellen kann durch eine Kältetherapie (Kryotherapie), eine Hitzetherapie (Hyperthermie), eine Behandlung mit Hochfrequenzstrom oder einer Lasertherapie bewirkt werden. Diese Verfahren ermöglichen jedoch in der Regel keine Heilung, sondern können z. B. in besonderen Situationen zum Einsatz kommen, wie etwa bei Patienten mit einem erhöhten Operationsrisiko.

Lydia Köper

12.08.11

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