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Die Durchführung einer Chemotherapie

Li Wa/Shutterstock

Durchführung einer Chemotherapie

Eine Chemotherapie wird durchgeführt, wenn bestimmte Krebsarten diagnostiziert wurden. Dazu zählen beispielsweise eine akute Leukämie, ein malignes Lymphom (Lymphdrüsenkrebs), die chronische Leukämie und verschiedene solide Tumoren wie Darm-, Lungen- oder Brustkrebs.

Vor der Durchführung einer Chemotherapie

Vor dem Beginn einer Chemotherapie wird der Patient umfassend darüber informiert, was ihn erwartet. Es werden der Ablauf der Therapie, ihre Wirkung und auch mögliche Nebenwirkungen besprochen. Da eine Chemotherapie bestimmte akute Nebenwirkungen verursachen kann, werden oft schon vor ihrem Beginn Medikamente verabreicht, um diese zu minimieren. Ein Beispiel sind Mittel gegen Übelkeit, die zentral im Gehirn wirken, oder Medikamente, die die Nieren schützen. Zudem müssen vor Beginn der Chemotherapie verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Das Stadium des Tumors muss bestimmt werden, um die optimale Form der Therapie zu finden und sie an die individuelle Situation anpassen zu können. Dies geschieht in der Regel durch Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT). In manchen Fällen wird auch eine Knochenmarkspunktion durchgeführt. Zudem werden die Lungen-, Herz-, Leber- und Nierenfunktion überprüft.

Der Ablauf der Behandlung

Wurde das Tumorstadium in der Voruntersuchung genau bestimmt, kann ein Behandlungsschema für die Chemotherapie festgelegt werden. Ist dies erfolgt, kann mit der Therapie begonnen werden.

Die Therapie wird in Zyklen (Behandlungstag bzw. –tage plus Erholungsphase) durchgeführt. Zwischen den Zyklen werden jeweils verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Zum einen wird überprüft, ob die Chemotherapie anschlägt, indem das Tumorwachstum bzw. eine Rückbildung der Tumoren kontrolliert wird, zum anderen wird auf mögliche Komplikationen untersucht. Besonderen Stellenwert hat dabei das Blutbild. Häufig treten durch die Chemotherapie Veränderungen von Blutwerten auf, die durch die schädigende Wirkung des Chemotherapeutikums auf das Knochenmark entstehen. Die Zahl der weißen Blutkörperchen kann sinken, was eine Erhöhung des Infektionsrisikos zur Folge hat. Die weißen Blutkörperchen sind nämlich ein wichtiger Teil des Immunsystems, welches in den Körper eingedrungene Krankheitserreger bekämpft und abtötet. Zudem kann es zu einer Blutarmut kommen, wenn die Zahl der roten Blutkörperchen sinkt. Die roten Blutkörperchen sind u. a. für den Sauerstofftransport zuständig. Eine Abnahme der Anzahl von Blutplättchen erhöht die Blutungsgefahr. Weichen bestimmte Werte zu stark ab, so kann dies zur Folge haben, dass der nächste Behandlungszyklus verschoben werden muss. Der Körper muss sich dann zunächst von den Folgen der Chemotherapie etwas erholen.

Die Verabreichung des Chemotherapeutikums kann systemisch, also auf den ganzen Körper wirkend durch eine orale oder intravenöse Gabe des Zytostatikums, durchgeführt werden. Eine intravenöse Verabreichung ist dabei derzeit die häufiger eingesetzte Variante. In manchen Fällen wird eine lokale, also örtlich begrenzt wirkende Verabreichung des Chemotherapeutikums angewendet, z. B. in die Brust- oder Bauchhöhle oder den Spinalraum. Die Chemotherapie erfolgt in den meisten Fällen ambulant.

Untersuchungen nach einer erfolgten Chemotherapie

Auch wenn die letzte Dosis verabreicht wurde, ist die Therapie damit noch nicht abgeschlossen. Es sind weitere Untersuchungen notwendig, die entweder vom behandelnden Onkologen oder auch vom Hausarzt durchgeführt werden. Dazu zählen regelmäßige Blutbildkontrollen, um Schädigungen durch die Chemotherapie diagnostizieren zu können. Zudem sollten auch unmittelbar nach Ende der Therapie weiterhin bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Aufgrund der Auswirkung einer Chemotherapie auf das Immunsystem und das dadurch erhöhte Infektionsrisiko sollten große Menschenmengen zunächst gemieden werden. Treten Fieber, Infektionsanzeichen oder Blutungen auf, so ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Ähnliches gilt bei Symptomen wie Atemnot, Schwindel oder Durchfall. Während und nach einer Chemotherapie ist ein enger Kontakt zum behandelnden Onkologen oder zum Hausarzt absolut notwendig.

Lydia Köper

04.07.11

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