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Entstehung von Leberkrebs

Primärer Leberkrebs geht aus den lebereigenen Zellen hervor.

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Entstehung von Leberkrebs

Unter einem Krebs versteht sich immer die Entartung von Zellen. Sie geschieht, weil bestimmte genetische Veränderungen, sogenannte Mutationen, stattfinden, die in ihrer Summe aus einer normalen Zelle eine Krebszelle entstehen lassen. Eine Krebszelle ist gekennzeichnet durch eine unkontrollierte und häufig auch sehr schnelle Teilungsfähigkeit, die das schnelle Wachstum eines Tumors begründet. Da ein Organ wie die Leber aus verschiedenen Zelltypen besteht, kann der primäre Leberkrebs entsprechend auch auf verschiedene Zelltypen zurückzuführen sein.

Formen des primären Leberkrebses

Primärer Leberkrebs geht aus den lebereigenen Zellen hervor. Am häufigsten ist ein so genanntes Leberzellkarzinom oder hepatozelluläres Karzinom (HCC), welches aus den eigentlichen Leberzellen hervorgeht. Deutlich seltener sind Leberkrebsformen, die auf eine anderen Zelltyp zurückzuführen sind. Dies sind das Gallengangkarzinom, das sogenannte Cholangiokarzinom, oder das von Blutgefäßen ausgehende Angiosarkom.

Entwicklung zur Krebszelle

Warum sich bestimmte Zellen eines Organs, also wie beim primären Leberkrebs die Leberzellen oder die Zellen des Gallenganges, nun zu Krebszellen entwickeln, ist bis heute nicht im Detail verstanden. Bestimmte Faktoren scheinen das Auftreten genetischer Veränderungen zu begünstigen. Solche Mutationen müssen stattfinden, um aus einer normalen Zelle eine Krebszelle entstehen zu lassen. Beim Leberkrebs ist es so, dass sich die bekannten äußeren Risikofaktoren hinsichtlich ihrer Auswirkung auf das Organ ähneln. Daneben gibt es erblich bedingte Faktoren, die ebenfalls zu einem vermehrten Auftreten von Leberkrebs führen.

Äußere Risikofaktoren

Fast alle Risikofaktoren, die von außen auf den menschlichen Körper einwirken und die Entstehung eines Leberkrebses begünstigen, haben eine Gemeinsamkeit. Sie führen unbehandelt zum Entstehen einer Leberzirrhose. Dies ist sowohl bei einer Alkoholsucht als auch bei den Infektionskrankheiten Hepatitis B und Hepatitis C der Fall.

Erblich bedingte Faktoren

Zu den erblich bedingten Faktoren, die das Risiko eines Leberkrebses erhöhen, zählen die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), bei der es zu einer Bildung von Eisenablagerungen im Körper kommt. Diese Ablagerungen schädigen die Organe, in denen sie sich befinden – u. a. auch die Leber. Wenn die Ursache der Krankheit in diesem Fall auch eine erbliche ist, so führt auch die Eisenspeicherkrankheit zum Auftreten einer Leberzirrhose, durch die wiederum die Entstehung eines Leberkrebses stark begünstigt wird. Wird die Eisenspeicherkrankheit rechtzeitig erkannt, so lässt sich durch regelmäßige Aderlässe die Eisenmenge im Körper verringern. So können schwere Folgen wie eine Leberzirrhose und ein Leberkrebs vermieden werden.
In seltenen Fällen entwickelt sich ein Leberkrebs auch aufgrund eines erblich bedingten alpha1-Antitrypsin-Mangel.

Die Leberzirrhose

In den meisten Fällen entsteht ein Leberkrebs aufgrund einer Leberzirrhose, die die verschiedensten Ursachen haben kann. Bei einer Leberzirrhose handelt es sich um das weit fortgeschrittene Stadium einer lange bestehenden Lebererkrankung. Dabei wird der ursprüngliche Aufbau der Leber zerstört und die funktionellen Leberzellen durch Bindegewebe ersetzt. Bindegewebszellen sind jedoch nicht in der Lage, die vielfältigen Aufgaben der Leberzellen zu übernehmen. Aus diesem Grund wird die Funktion der Leber stark eingeschränkt. Die Veränderungen des Organs sind deutlich sichtbar, denn es verhärtet und die Oberfläche wird knotig und höckerig. Bei einer Leberzirrhose handelt es sich um eine irreversible Schädigung – ist es einmal zu einer so starken Schädigung des Organs aufgrund einer lange bestehenden Krankheit gekommen, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das entstandene Bindegewebe, welches die zerstörten Leberzellen ersetzt hat, kann sich nicht zu normalem Leberzellgewebe zurück entwickeln.

Lydia Köper

07.10.11

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