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Die Früherkennung von Schilddrüsenkrebs

vadim kozlovsky/Shutterstock

Ein Früherkennungsprogramm, dessen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, gibt es beim Schilddrüsenkrebs nicht. Es ist daher wichtig, dass jeder selbst auf Veränderungen achtet und sich rechtzeitig an einen Arzt wendet – bevor der Krebs bereits zu weit fortgeschritten ist und die Prognosen schlecht sind. Dies gilt insbesondere für Angehörige der so genannten Risikogruppen.

Risikogruppen

Ein erhöhtes Risiko für einen Schilddrüsenkrebs besteht vor allem für Menschen unter 20 oder über 60 Jahren, die einen schnell wachsenden Schilddrüsenknoten haben. Gefährdet sind außerdem Menschen, in deren familiären Umfeld Fälle von Schilddrüsenkrebs aufgetreten sind, da eine genetische Prädisposition bestehen könnte. Dies gilt insbesondere für Familien, in denen das MEN-Syndrom II vorgekommen ist. Eine weitere Risikogruppe bilden Menschen, die als Kinder oder Jugendliche im Halsbereich mit Röntgenstrahlung behandelt worden sind. Sie können regelmäßig Tastuntersuchungen und einmal jährlich eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse vornehmen lassen. Auch Menschen, die einer hohen Strahlenbelastung durch radioaktives Jod ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für einen Schilddrüsenkrebs.

Menschen, die einer der Risikogruppen angehören, sollten vermehrt auf das Auftreten von Symptomen achtgeben, die mit einem Schilddrüsenkrebs in Verbindung stehen können. Werden Symptome bemerkt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Da es keine spezifischen, charakteristischen Anzeichen für einen Schilddrüsenkrebs gibt, muss es sich nicht zwingend um ein Karzinom handeln. Es kann auch eine andere harmlosere Krankheit die Symptome verursachen. Was tatsächlich der Grund ist, kann nur ein Arzt bestimmen. Das Aufschieben eines Arztbesuches ist der falsche Weg und kann die Heilungschancen verringern, da sie nur so lange gut sind, wie der Krebs ein bestimmtes Stadium nicht überschritten hat.

Aktive Früherkennung

Für den Schilddrüsenkrebs besteht eine aktive Form der Früherkennung. Diese steht in erster Linie Mitgliedern von Familien zur Verfügung, in denen Fälle des MEN-Syndroms II aufgetreten sind. Nahen Verwandten eines Betroffenen wird eine Genanalyse empfohlen, mit der festgestellt werden kann, ob sie selbst ebenfalls Träger der genetischen Veränderung, die Ursache der Krankheit ist, sind oder nicht. Bei einem negativen Gentest sind keine weiteren Kontrolluntersuchungen erforderlich. Die Sicherheit des Tests beträgt nahezu 100 %. Fällt der Gentest jedoch positiv aus, muss das weitere Vorgehen mit dem Arzt abgesprochen werden. Die Menschen mit einer entsprechenden Genveränderung haben ein erhöhtes Risiko, an einem medullären Schilddrüsenkarzinom zu erkranken. Für das medulläre Karzinom besteht eine Vorstufe, eine so genannte C-Zell-Hyperplasie. Wird sie aufgespürt, besteht eine 100 %ige Heilungschance, wenn die Schilddrüse umgehend entfernt wird.

In der Praxis bestehen derzeit die folgenden Empfehlungen:

  • In Familien mit MEN-Syndrom II sollte ein Gentest durchgeführt werden. Das Risiko des Kindes eines betroffenen Elternteils, Genträger zu sein, beträgt 50 %.
  • Nicht betroffene Familienmitglieder, die keine Genträger sind, müssen nicht weiter an Kontrolluntersuchungen teilnehmen.
  • Betroffene aber noch nicht behandelte Personen sollten frühzeitig operiert werden.
  • Zur Sicherheit sollten auch nach einer Frühoperation Nachuntersuchungen stattfinden.
  • Der optimale Zeitpunkt für die Operation sollte durch einen Calcitonin-Stimulationstest (Pentagastrin-Test) ermittelt werden.
  • Bei Patienten, die an einem medullären Schilddrüsenkarzinom erkrankt sind, aber nicht am MEN-Syndrom II leiden, sollte zur Sicherheit dennoch immer ein Gentest erfolgen, um eine ererbte Komponente auszuschließen.
    Lydia Köper

31.08.11

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