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Kompetenzzentren für die Durchführung einer Chemotherapie

Lisa F. Young/Shutterstock

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT) wurde 1978 als Dachverband der Tumorzentren in Deutschland gegründet. Heute gehören der ADT 48 Tumorzentren, onkologische Schwerpunkte und Comprehensive Cancer Center an. In den ADT-Gremien werden Konzepte zur Aufgabenstellung, Struktur, Ausstattung sowie zum Personal- und Finanzbedarf der Tumorzentren erstellt.

Tumorzentren sind Kompetenzzentren für Krebserkrankungen, die für bestimmte Hauptaufgaben zuständig sind. Eine ist das Produzieren von Wissen. In Diagnostischen und Klinischen Studien und Versorgungsstudien werden Daten erfasst. Zudem werden Therapieoptimierungen durchgeführt und die Grundlagenforschung wird gefördert. Die zweite Hauptaufgabe ist das Propagieren von Wissen. Dazu werden Aus-, Fort- und Weiterbildungen angeboten, Patienten und ihre Angehörigen umfassend beraten und interdisziplinäre Fallbesprechungen durchgeführt. In diesen Bereich fällt zudem die Akzeptanz, Implementierung und Rückmeldung von bzw. zu Leitlinien. Die dritte Hauptaufgabe umfasst die Prüfung der Umsetzung aktuellen Wissens. Dazu zählt eine verlaufsbegleitende Dokumentation der Diagnose, Therapie und Nachsorge. Es werden vorhandene Qualitätsindikatoren geprüft sowie regionale Rückmeldungen über Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität diskutiert. Es wird gezielt eingegriffen, um flächendeckende Verbesserungen zu erzielen.

Tumorzentren sind durch bestimmte Standards charakterisiert. Sie haben ein definiertes Einzugsgebiet, aber die Mitwirkung aller Versorgungsträger ist Sektor-übergreifend. Es wird in den Tumorzentren in interdisziplinär kooperierenden Gruppen gearbeitet, wobei die wichtigsten Fachgebiete mehrfach präsent sind. Auf regelmäßigen interdisziplinären Konferenzen werden verschiedene Fälle vorgestellt und generell alle Krankheitsverläufe dokumentiert. Die Versorgung im Einzugsgebiet wird bewertet. Von den Tumorzentren werden zudem überregionale onkologische Konsiliardienste (Beurteilung und Mitbetreuung von Patienten) und Fortbildungen
für alle mit Krebs befassten Berufsgruppen angeboten. Tumorzentren vereinigen eine optimale Patientenversorgung mit klinischer Forschung.

Vom ADT wurde in Zusammenarbeit mit den epidemiologischen Krebsregistern, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe sowie den Leistungsträgern und der Politik ein einheitlicher onkologischer Basisdatensatz für alle Krebsarten erstellt. Er wurde im März 2008 durch den Kooperationsverbund Qualitätssicherung durch Klinische Krebsregister (KoQK) als politisches Gremium verabschiedet und gibt einen einheitlichen onkologischen Standard vor, der Mehrfachdokumentationen verhindert und in allen Bundesländern und klinischen Strukturen eine vergleichbare Erfassung und Auswertung von Krebsbehandlungen ermöglicht.

Der Nationale Krebsplan

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft waren die Initiatoren des Nationalen Krebsplans, der im Juni 2008 vom Bundesministerium für Gesundheit ins Leben gerufen wurde. Die erste Phase des Krebsplans umfasste die Jahre 2009 und 2010. Kernthemen waren die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung, die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen sowie mehr Qualitätssicherung in der Onkologie, die Sicherstellung effizienter Arzneimittel zur Behandlung und die Patientenorientierung. Zum letzten Punkt rechneten die Verantwortlichen die Verbesserung der Informations-, Beratungs- und Hilfsangebote sowie die Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten von Ärztinnen und Ärzten. In den nächsten Phasen werden zusätzliche Handlungsfelder, z. B. die Primärprävention, die Krebsforschung oder der umwelt- und arbeitsplatzbezogene Krebsschutz, zusammen mit den Beteiligten erarbeitet.

Ein zentraler Punkt des Nationalen Krebsplanes ist die Weiterentwicklung und Sicherung der Versorgungsqualität. Ein Instrument, wie die Qualität der Behandlung wesentlich gestärkt werden kann, ist beispielsweise die Zertifizierung von Brustkrebszentren. Zwar werden mehr als 70 % der in Deutschland auftretenden Brustkrebsneuerkrankungen in den hoch spezialisierten rund 170 Brustkrebszentren behandelt, die bereits von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurden, die restlichen 30 % der Fälle von Brustkrebs aber werden in ca. 800 Krankenhäusern versorgt, in denen teilweise weniger als fünf Brustkrebsfälle pro Jahr behandelt werden. Klinische Krebsregister können dazu beitragen, das beste Krankenhaus für die Betroffenen zu finden und Schwachstellen in der Versorgung aufzudecken. Dieser Ansatzpunkt, am Beispiel des Brustkrebses erläutert, gilt natürlich ebenso für weitere Krebserkrankungen.

Im Januar 2011 wurde im Auftrag des Nationalen Krebsplans ein Gutachten zur Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie vorgelegt. Darin wurden Maßnahmen zur Sicherstellung einer effizienten und evidenzbasierten Arzneimittelversorgung in der Onkologie vorgeschlagen, insbesondere zur Finanzierung von hochpreisigen onkologischen Arzneimitteln, zur Erforschung des Nutzens im Versorgungsalltag und zur Sicherstellung einer neutralen Informationsvermittlung.

Lydia Köper

04.07.11

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