- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Krebserkrankungen - Krebs allgemein - Entstehung von Krebs

Entstehung von Krebs

Absiedlungen eines Tumors, sogenannte Metastasen, können in anderen Organe gebildet werden.

Christian Darkin/Shutterstock

Es gibt nicht den einen entscheidenden Schritt bei der Entstehung von Krebs, der aus einer normalen Zelle eine Krebszelle werden lässt. Bei einem solchen Vorgang handelt es sich um einen Prozess, der aus mehreren Schritten besteht. Krebszellen bilden einen Tumor, der bösartig ist. Diese Charakterisierung erfolgt, weil die Zellen bei Krebs unkontrolliert und unkoordiniert wachsen, oft in einem unreifen Zustand verbleiben und sich weiter verändern. Die Krebszellen dringen in umliegendes Gewebe ein und zerstören und verdrängen es dabei. Zudem können Absiedlungen, sogenannte Metastasen, in anderen Organe gebildet werden.

Krebs durch Veränderungen des Erbguts

Das Erbgut des Menschen, die vielen verschiedenen Gene, spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen. Zum einen bestehen von Mensch zu Mensch Unterschiede in der genetischen Grundausstattung. Liegen bestimmte Gene in bereits veränderter Form vor, so ist die Wahrscheinlichkeit einer Krebsentstehung für bestimmte Krebsarten erhöht. Man spricht in einem solchen Fall auch von einer genetischen Prädisposition für Krebs.

Sind Veränderungen des Erbgutes nicht bereits seit der Geburt vorhanden, können sie im Laufe des Lebens erworben werden und so aus einer normalen Zelle eine Krebszelle entstehen lassen. Auch bei einer genetischen Prädisposition sind in der Regel weitere genetische Veränderungen erforderlich, um eine Zelle entarten zu lassen. Solche Schädigungen können zum einen durch von außen einwirkende Substanzen, zum Beispiel Strahlung oder bestimmte Viren (Onkoviren), induziert werden, zum anderen können auch bei Zellteilungen und anderen Wachstums- und Regenerationsprozessen Fehler auftreten, die zu Veränderungen des Erbguts und damit zu Krebs führen können. Egal woher die Veränderung stammt, also ob sie von außen induziert wurde oder ohne äußeren Einfluss aufgetreten ist, man spricht von einer Mutation. Mehrere solcher Mutationen können in ihrer Summe dann eine entartete Zelle, also eine Krebszelle, entstehen lassen. Treten genetische Veränderungen in einer Zelle auf, so spricht man von einer genetischen Instabilität. Je instabiler eine Zelle ist, je größer ist ihre Wahrscheinlichkeit, irgendwann zu einer Krebszelle zu entarten.

Neben der direkten Veränderung des Erbgutes liegt in der sogenannten Epigenetik ein Grund für eine mögliche Entstehung von Krebs. Die Epigenetik befasst sich mit der Verpackung des Erbgutes in einer Zelle. Auch dort können Fehler auftreten, die die Krebsentstehung begünstigen, auch wenn dabei das Erbgut an sich nicht verändert wird.

Unterschiede zwischen normalen Zellen und Krebszellen

Eine veränderte Zelle gilt dann als Krebszelle, wenn sie bestimmte Eigenschaften aufweist. Diese werden durch eine genetische Instabilität und epigenetische Veränderungen erworben. Ein wichtiger Aspekt bei der Entstehung von Krebs ist das Wachstum. Zum einen sind Krebszellen von Wachstumssignalen unabhängig, sie können sich also auch ohne ihr Vorhandensein fortwährend teilen. Zum anderen sind sie gegenüber Signalen, die das Wachstum hemmen, unempfindlich. Durch diese zwei Veränderungen entgehen Krebszellen der ansonsten strengen Regulation des Wachstums im Körper. Und der Krebs kann sich ungehindert ausbreiten. Eine weitere Eigenschaft von Krebszellen ist ihre unbegrenzte Teilungsfähigkeit, während normale Zellen nur eine bestimmte Anzahl von Zellteilungen durchführen können. Auch das Einleiten eines programmierten Zelltods, welcher im Körper fortwährend z. B. zur Eliminierung alter Zellen stattfindet, ist bei Krebszellen meist nicht möglich. Ein weiterer wichtiger Aspekt einer Krebszelle ist die Tatsache, dass sie das Wachstum neuer Blutgefäße anregen kann. Ohne diese Möglichkeit wäre das Tumorwachstum begrenzt, da die Zellen irgendwann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden könnten. Schließlich besitzen Krebszellen die Fähigkeit zur Invasion und zur Metastasenbildung. Krebszellen sind also im Gegensatz zu normalen Zellen nicht an einen festen Standort gebunden.

Lydia Köper

17.01.12

Newsletter An-/Abmeldung

Code: XZSN

Schriftzug Anzeige