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Wie funktioniert das Hamburger Modell?

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Das Hamburger Modell soll Arbeitnehmern die berufliche Wiedereingliederung nach einer Langzeiterkrankung (zum Beispiel nach Krebs) erleichtern. Schritt für Schritt werden Betroffene während dieser medizinischen Rehabilitationsmaßnahme zurück in ihren Berufsalltag begleitet. Wie genau das Hamburger Modell umgesetzt wird, ist vom Gesundheitszustand des Betroffenen abhängig. Wie belastbar ist der erkrankte Mitarbeiter? Inwieweit sind sie körperlich und/oder seelisch nach der Langzeiterkrankung belastet? Inwiefern wird die Leistungsfähigkeit durch eine bleibende Behinderung beeinträchtigt? All diese Fragen werden bei der beruflichen Wiedereingliederung berücksichtigt. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber dem Hamburger Modell zustimmt. Ist dies der Fall, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie der Arbeitnehmer nach der Langzeiterkrankung mithilfe des Hamburger Modells stufenweise ins Arbeitsleben zurückfindet.

Beispiel: Vier-Wochen-Eingliederungsplan

Ein Vier-Wochen-Eingliederungsplan nach dem Hamburger Modell könnte wie folgt aussehen: In der ersten Woche der beruflichen Wiedereingliederung nimmt der Arbeitnehmer die berufliche Tätigkeit beispielsweise für zwei Stunden pro Tag wieder auf. In der zweiten Woche kann das Arbeitspensum um eine weitere Stunde erhöht werden. In der dritten Woche kann der Teilnehmer eventuell bereits fünf Stunden arbeiten. Fühlt sich der Arbeitnehmer nach diesen ersten Wochen wieder fit und belastbar, kann er eventuell ab der vierten Woche das volle Arbeitspensum absolvieren.

Falls sich Betroffene während dieser Zeit überfordert fühlen, besteht für sie jederzeit die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren. In Absprache mit dem Arbeitgeber kann auch ein längerer Zeitraum für die berufliche Wiedereingliederung festgesetzt werden, sodass erkrankte Mitarbeiter bis zu sechs Monate vom Hamburger Modell profitieren können.

Wichtig ist, dass der Arbeitgeber die berufliche Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell durch technische, organisatorische und personelle Maßnahmen sicher stellt, damit ein angemessener Arbeitsplatz für die erkrankten Mitarbeiter geschaffen werden kann. Ein Beispiel: Arbeitnehmern, die zum Beispiel ein Rückenleiden davongetragen haben, sollten höhenverstellbare Stühle zur Verfügung gestellt werden. Körperlich stark angeschlagene Beschäftigte sollten in einen Arbeitsbereich mit geringerer Belastung versetzt werden. Sind finanziell aufwendige Umstrukturierungen erforderlich, kann der Arbeitgeber gegebenenfalls Zuschüsse von der Krankenkasse, Rentenversicherung oder dem Integrationsamt erhalten.


Maria Zaffarana

19.12.11

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