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Leben mit Stoma

Dariush M./Shutterstock

Ein künstlicher Darmausgang bedeutet für die meisten Betroffenen zunächst einmal eine Umstellung – auch Ängste und Sorgen sind mit einem Stoma verknüpft. Nach einer Phase der Eingewöhnung lernen Stoma-Träger jedoch schnell, mit ihrer Besonderheit umzugehen – und damit zu leben.

Es gibt zwei häufige Formen eines künstlichen Darmausgangs. Die häufigste Stomaanlage ist die Colostomie, die künstliche Ausleitung des Dickdarms an die Hautoberfläche, bei der Ileostomie, dem zweithäufigsten Stoma, wird der Dünndarm nach außen geleitet. Ein fest verschlossener Beutel, der deshalb keine unangenehmen Gerüche freigeben kann, fängt entweder den Stuhl auf oder die Öffnung am Bauch wird mit einer Klappe verschlossen und der Darm wird einmal am Tag mit einer Spülflüssigkeit geleert. Eine weitere Form eines Stomas ist die Urostomie, dabei wird der Harn künstlich abgeleitet.

Zum Umgang mit dem Stoma gibt es vor allem am Anfang viele Fragen: I. d. R. klären bereits die Ärzte im Krankenhaus darüber auf, was Betroffene beachten sollten. Es gibt zudem spezielle Stomatherapeuten, die den Patienten beibringen und helfen können, wie sie mit ihrem künstlichen Darmausgang umgehen sollten – meistens sind dies dazu ausgebildete Krankenschwestern bzw. -pfleger, so die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Diese können auch noch weiterhelfen, wenn der Patient schon wieder zu Hause ist. Stomatherapeutin Iris Hartmann aus Halle rät im Interview mit der DKG dazu, sich deshalb ein Krankenhaus zu suchen, in dem Stomatherapeuten vorhanden sind: „Die Patienten sind sehr, sehr dankbar, wenn sie Betreuung und Beratung in dieser neuen Lebenssituation erhalten. Das A und O ist dabei die Selbstständigkeit des Patienten, damit er sich später selbst versorgen kann.“

Stomaträger müssen laut DKG übrigens keine bestimmte Diät einhalten: Sie können essen, was sie mögen, sollten aber darauf achten, dass sie die Nahrung vertragen – ebenso wie Nicht-Stomaträger auch. Die Nahrung sollte nicht zu stark blähen oder verstopfen – daher ist gutes Kauen, eher kleine als zu große Mahlzeiten und eine schonende Zubereitung durchaus sinnvoll.

Wer verreist, sollte darauf achten, alles für die richtige Stomaversorgung und -pflege mitzunehmen. Auch Schwimmen ist möglich, für Stomaträger gibt es sog. Schwimmgürtel, die den künstlichen Darmausgang schützen. Spezielle Gürtel und Abdeckungen helfen auch bei anderen Sportarten, das Stoma zu halten und zu schützen. Sportliche Aktivitäten sollten nach Rat der DKG dennoch mit dem Arzt abgesprochen werden – werden z. B. die Bauchmuskeln zu stark beansprucht oder wird zu schwer gehoben, könnte das Stoma abbrechen. Dies ist auch bei der Sexualität zu beachten – die aber ansonsten nicht durch das Stoma eingeschränkt sein muss. Laut DKG haben jedoch viele Patienten Hemmungen und Schamgefühle. Hier kann es helfen, mit dem Partner offen darüber zu sprechen oder den Rat eines Stomatherapeuten einzuholen.

Bei der Verarbeitung der Situation kann auch eine Selbsthilfegruppe helfen. Dazu rät auch Iris Hartmann. „Ein Stoma ist immer ein Einschnitt in den Körper und in die Seele. Man hat sich sein Leben einfach anders vorgestellt. Daher ist es gut, wenn Betroffene von Betroffenen lernen und sich austauschen. Das ist ganz wichtig.“ Ein breites Informationsangebot und Möglichkeiten zum Austausch hält beispielsweise die Deutsche ILCO bereit, sie versteht sich als Selbsthilfeorganisation und Solidargemeinschaft von Stomaträgern und bietet Betroffenen ihre Unterstützung an. Weitere Informationen gibt es unter http://www.ilco.de.

Quelle: Befund Krebs 1/2012

02.05.12

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