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Die Begleiterkrankungen einer Leukämie

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Bei einer Leukämie können verschiedene Begleiterkrankungen auftreten. Diese können durch die Leukämie an sich, die Therapie der Krankheit oder eine Kombination aus beidem ausgelöst werden.

Immunschwäche

Die Erfolgsquote der Therapie von Leukämien hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, wobei an dem Einsatz der Chemotherapeutika und damit an dieser Therapieform an sich wenig verändert wurde. Die Erfolge resultieren aus neuen Verfahren zur Behandlung der CML und einer Verbesserung der Behandlung von Begleiterkrankungen, die aufgrund einer bestehenden Immunschwäche der Patienten auftreten. Die Leukämie an sich kann in einer Immunschwäche durch eine Verringerung der Zahl funktionstüchtiger weißer Blutkörperchen resultieren. Kommt dann eine Chemotherapie zur Anwendung, so wird, insbesondere bei einer aggressiven Hochdosischemotherapie, dieser Effekt weiter verstärkt.

Konkrete Gründe, warum die Sterblichkeit von Leukämiekranken gesenkt werden konnte, ist die Entwicklung einer empfindlicheren Diagnostik sowie verbesserter Medikamente, die wiederum u. a. beispielsweise auch zu einer Verringerung des Auftretens von Pilzinfektionen führte.

Psychologische Erkrankungen

Die psychologische Betreuung spielt bei Krebserkrankungen mittlerweile eine zentrale Rolle, unabhängig davon, um welche Krebsart es sich genau handelt. Jeder dritte Krebskranke leidet unter einer psychologischen Begleiterkrankung, jeder vierte benötigt eine Therapie. Am häufigsten treten Angst- oder Belastungsstörungen, Depressionen und Suchterkrankungen auf. Als besonders hoch wird das Erkrankungsrisiko bei jungen Frauen oder Eltern mit Kindern unter 18 Jahren eingestuft. Das Risiko, zusätzlich zur Krebserkrankung auch eine Angst- oder Belastungsstörung zu entwickeln, ist für diese Gruppe fünffach erhöht. Es ist erwiesen, dass eine psychische Begleiterkrankung die Lebensqualität der Betroffenen mindert und den Therapieerfolg beeinträchtigt. Es sollte daher eine psychoonkologische Betreuung in die Therapie eingebunden werden.

Fatigue

Die Fatigue ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen bei Krebsleiden. Sie trifft etwa die Hälfte aller Krebspatienten. Sie ist gekennzeichnet durch ein Gefühl der Müdigkeit und Angeschlagenheit, welches sowohl durch die Krebserkrankung an sich als auch durch die verschiedenen Therapieformen wie eine Chemo- oder Strahlentherapie ausgelöst werden kann.

Die Fatigue wird in unterschiedliche Bereiche gegliedert: in affektive, in kognitive und in physische Müdigkeitsempfindungen. Am häufigsten bei Krebspatienten ist die physische Fatigue, sie äußert sich u. a. in reduzierter körperlicher Leistungsfähigkeit, Kraftlosigkeit und Schwäche. Des Weiteren haben Krebspatienten ein für sie ungewohntes Ruhe- und Schlafbedürfnis und weiterführende Müdigkeit trotz ausreichenden Schlafes. Bei einer affektiven Fatigue empfindet der Patient Resignation, Traurigkeit und Angst sowie Antriebslosigkeit. Denk- und Konzentrationsprobleme sowie Schlafprobleme finden sich bei der kognitiven Fatigue.

Die Fatigue trifft vorwiegend ältere Menschen. Auch die Behandlungsintensität einer Bestrahlung oder einer Chemotherapie beeinflusst das Risiko, an einer Fatigue zu erkranken. Je stärker die Therapie, je größer ist auch das Risiko. Die Fatigue kann bis zu drei Monate über die Behandlung hinaus andauern und lässt somit oftmals nicht sofort nach Ende der Therapie wieder nach. Es ist also Geduld von den Betroffenen gefordert. Der Körper wird sich von den Strapazen der Erkrankung und der Therapie erholen, dies erfordert jedoch ausreichend Zeit. Wie viel lässt sich für den Einzelfall nicht prognostizieren, da die individuellen Unterschiede groß sind.

Lydia Köper

20.07.11

Begleiterkrankungen
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