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Entstehung einer Leukämie

Leukämie ist eine gestörte Zellproduktion der blutbildenden Zellen im Knochenmark

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Entstehung von Leukämie

Die Grundlage einer Leukämie ist eine gestörte Zellproduktion der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Wenn im Körper alte Zellen absterben und ersetzt werden müssen, geschieht dies durch neu produzierte Zellen, die aus sogenannten Stammzellen hervorgehen.

Die Bildung von Blutzellen

Um Zellen des Blutes zu produzieren, befinden sich im Knochenmark Stammzellen. Sie führen eine asymmetrische Zellteilung durch. Dabei entstehen aus einer Stammzelle zwei Tochterzellen, wobei die eine Zelle sich nicht weiter verändert, sondern als Stammzelle erhalten bleibt. Die andere teilt sich weiter und reift dabei zunehmend aus – beispielsweise zu einer lymphatischen Zelle. Dadurch wird sie in ihrer Funktion immer spezialisierter, bis sie, um bei dem genannten Beispiel zu bleiben, als fertiger Lymphozyt schließlich nur noch die ihr zugedachten Aufgaben erfüllen kann. Beim gesunden Menschen ist die Bildung neuer Blutzellen so genau reguliert, dass sie der Zahl abgestorbener Zellen entspricht und kaum Schwankungen in der Zusammensetzung des Blutes auftreten.

Die Bildung von Blutzellen bei Leukämie

Die Bildung der Blutzellen ist bei einer Leukämie falsch gesteuert. Die Ursache dafür liegt in den Genen der nicht ausgereiften Zellen im Knochenmark, aus denen später die fertigen Blutzellen hervorgehen. Durch Fehler im Erbgut können diese Zellen sich unkontrolliert vermehren, ohne dabei auszureifen, wie sie es normalerweise tun würden. Um aus einer normalen Zelle eine Krebszelle entstehen zu lassen, sind in der Regel mehrere Fehler des Erbgutes notwendig. Durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Mechanismen können einzelne Fehler erkannt und ausgemerzt werden, oder sie bereiten an sich keine Probleme. Erst das Auftreten verschiedener Veränderungen einer Zelle in Kombination ist so gravierend, dass es aus ihr eine Krebszelle machen kann.

Myeloische und lymphatische Leukämien

Bei der lymphatischen Leukämie betreffen die genetischen Veränderungen die Zellen, aus denen sich im weiteren Reifungsprozess lymphatische Zellen, also Lymphozyten und NK-Zellen, bilden würden. Bei der myeloischen Leukämie sind es die Vorläuferzellen der Granulozyten, die sich unkontrolliert teilen und nicht mehr zu fertigen Granulozyten ausreifen.

Akute und chronische Leukämien

Chronische Leukämien zeichnen sich dadurch aus, dass sie fast symptomlos beginnen und nur langsam und schleichend fortschreiten. Dies erklärt sich durch die Entstehung der chronischen Leukämien – sie beruhen auf einer Entartung von Zellen, die relativ weit in ihrer Entwicklung fortgeschritten sind. Das heißt, dass die Zellen die verschiedenen Reifungsprozesse auf dem Weg von der Stammzelle zur Blutzelle überwiegend durchlaufen haben. Dadurch haben sie sich entsprechend ihrer späteren Aufgaben zunehmend spezialisiert und dafür allgemeine Funktionen eingebüßt. Auch wenn eine endgültige Ausreifung bei einer chronischen Leukämie nicht stattfindet, so sind die Krebszellen normalen Zellen doch relativ ähnlich.

Anders verhält es sich bei den Zellen der akuten Leukämien. Sie sind erst sehr wenig ausgereift. Deshalb haben sie nur wenige allgemeine Funktionen aufgegeben und können die ihnen zugedachten speziellen Aufgaben nicht übernehmen. Sie unterscheiden sich stark von den normalen Zellen des Blutes. Dies hat zur Folge, dass die Krankheit sich in starken Symptomen und Fieber äußert und entsprechend rasch fortschreitet. Sowohl chronische als auch akute Leukämien können myeloische oder lymphatische Zellen betreffen. Entsprechend können vier Hautformen der Leukämie unterschieden werden:

  • die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL)
  • die Chronische Myeloische Leukämie (CML)
  • die Akute Lymphatische Leukämie (ALL)
  • die Akute Myeloische Leukämie (AML)

Lydia Köper

20.07.11

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