- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Krebserkrankungen - Leukämie - Die Heilungschancen von Leukämie Patienten

Die Heilungschancen von Leukämie Patienten

wrangler/Shutterstock

Die Heilungschancen einer Leukämie sind unterschiedlich und hängen neben individuellen Faktoren vor allem von der Form der Leukämie ab, die therapiert wird. Insbesondere zwischen den Heilungschancen von akuten und chronischen Leukämien bestehen große Differenzen.

Akute Leukämie

Akute Leukämien werden vorwiegend durch intensive Chemotherapien behandelt, denen in der Regel eine Heilungsabsicht zugrunde liegt. Eine vollständige Rückbildung des Krebses, also eine vollständige Remission, kann inetwa 60 % bis 80 % der Fälle erzielt werden. Im weiteren Verlauf kommt es allerdings häufig zu Rückfällen sogenannten Rezidiven. Besonders häufig geschieht dies bei der Akuten Myeloischen Leukämie, bis zu 80 % der Betroffenen erkranken erneut. Bei der Akuten Lymphatischen Leukämie hingegen sind es 50 % bis 60 % der Patienten. Solche Rezidive treten in den meisten Fällen innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nach der Erstbehandlung auf. Je länger ein Patient nach der Therapie krebsfrei ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Rückfall kommt. Die Chancen auf eine dauerhafte Heilung sind am größten, wenn als Therapie eine Stammzelltransplantation erfolgt ist. 40 % bis 60 % der Patienten bleiben nach einer solchen Behandlung längerfristig krebsfrei – unabhängig davon, ob die Therapie aufgrund einer Ersterkrankung oder eines Rezidivs durchgeführt wurde.

Chronische Leukämie

Bei der Behandlung chronischer Leukämien liegt der jeweils eingesetzten Therapie oft gar keine Heilungsabsicht zugrunde. Die Therapien zielen vorwiegend darauf ab, die wenig aggressive und daher nur langsam fortschreitende Form der Leukämie einzuschränken – sie also zu kontrollieren. Ohne eine Stammzelltransplantation gelingt die Heilung einer Leukämie so gut wie nie. Bei der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML) werden mit einer Transplantation in der frühen chronischen Phase gute Erfolge erzielt. Nach 5 Jahren leben noch rund 70 % der Patienten, wobei 50 % als dauerhaft geheilt gelten. Erfolgt die Transplantation erst in einem späteren Stadium der Erkrankung, der sogenannten beschleunigten Akzelerationsphase (Übergangsphase), bleiben nur etwa 30 % der Patienten nach einer Stammzelltransplantation über mehr als drei Jahre ohne Rückfall. Wird die Erkrankung nicht durch eine Hochdosischemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation behandelt, was früher vorwiegend bei alten Patienten oder Patienten mit einer schlechten körperlichen Verfassung der Fall war und durch neue Therapieoptionen heute häufig ist, müssen lebenslang Medikamente eingenommen werden. Der Verlauf der Krankheit wird regelmäßig vom Arzt anhand von Blutbildern und Knochenmarkspunktionen kontrolliert.

Menschen, die an einer Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) erkrankt sind, leiden zum Teil unter einer schlechten Immunabwehr – sie sind stärker infektionsgefährdet als gesunde Menschen. Dies kann eine häufigere Einnahme von Antibiotika oder eine zusätzliche Behandlung mit Immunglobulinen (Abwehrmoleküle des Immunsystems) erfordern. Die Standardtherapie dieser Leukämieform zielt nicht auf eine Heilung ab. Die Behandlung erfolgt vorwiegend ambulant und über viele Jahre hinweg. So lassen sich oft lange beschwerdefreie Perioden erzielen. Es ist wenig sinnvoll, eine aggressive Therapie einzusetzen, solange die Krankheit nur langsam fortschreitet. Bei aggressiveren Verläufen wird zurzeit untersucht, ob durch eine Hochdosischemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation eine Heilung erzielt werden kann.

Lydia Köper

20.07.11

Heilungschancen
Newsletter An-/Abmeldung

Code: OZTP

Schriftzug Anzeige