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Nebenwirkungen von Leukämie Therapien

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Nebenwirkungen von Therapien

Die Nebenwirkungen bei einer Leukämie-Therapie sind im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig, der Art der Therapie und der eingesetzten Intensität. Eine sehr häufig eingesetzte Therapieform bei den verschiedensten Formen der Leukämie ist die Chemotherapie.

Chemotherapie

Bei einer Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika verabreicht. Sie wirken, indem sie die Zellteilung blockieren. Allerdings tun sie dies nicht nur spezifisch bei Krebszellen, sondern auch bei allen anderen Zellen des Körpers, die sich häufig teilen. Aus diesem Grund treten bei einer Chemotherapie u. U. bestimmte Nebenwirkungen auf. Mit welcher Intensität sie dies tun und wie beeinträchtigt sich die jeweilige betroffene Person dadurch fühlt, ist jedoch individuell verschieden.

Schleimhäute werden im Körper fortwährend erneuert und sind so von einer Chemotherapie mit betroffen. Diese Nebenwirkung klingt nach Ende der Therapie aber schnell wieder ab. Betroffene klagen beispielsweise über ein wundes Gefühl im Mund, eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen oder aber über Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen. Insbesondere der Übelkeit kann heute medikamentös vorgebeugt werden, indem sogenannte Antiemetika bereits vor Beginn der Chemotherapie verabreicht werden.

Bei einer hoch dosierten Chemotherapie wird u. U. das Knochenmark betroffen sein, es erholt sich aber meist innerhalb weniger Wochen weitestgehend. Unterstützend können Wachstumsfaktoren gegeben werden, die die Regeneration fördern und beschleunigen. Tritt eine Müdigkeit und Abgeschlagenheit, eine sogenannte Fatigue, als Nebenwirkung der Chemotherapie auf, so kann die Gabe von Wachstumsfaktoren helfen, weil dadurch die Bildung roter Blutkörperchen angeregt wird.

Auch kann es zu Haarausfall bei einer Chemotherapie kommen. Die haarlose und haarreduzierte Zeit kann mit einer Perücke überbrückt werden. Bis das Haar wieder nachwächst, vergehen in der Regel 3 bis 6 Monate, ein dauerhaftes Ausbleiben des Haarwuchses kommt nur sehr selten vor. Auch die Haut und die Nägel werden durch die Therapie empfindlicher.

Langzeitfolgen einer Chemotherapie können eine vorübergehende oder auch lang anhaltende Unfruchtbarkeit sein. Junge Patienten sollten daher unbedingt mit dem behandelnden Arzt über einen späteren Kinderwunsch sprechen. Außerdem kann es passieren, dass durch erbgutschädigende Therapien wie einer Chemotherapie erneut Krebserkrankungen induziert werden. Dieses Risiko ist im Vergleich zum Nutzen der Therapie jedoch gering.

Stammzelltransplantation

Vor einer Stammzelltransplantation wird eine hoch dosierte Chemotherapie durchgeführt, um die Leukämiezellen zu bekämpfen. Ggf. wird diese unter Umständen durch eine Ganzkörperbestrahlung ergänzt. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem nahezu komplett ausgeschaltet, weshalb die Patienten zunächst vor Infektionen geschützt werden müssen. Nach einer Transplantation dauert es etwa drei bis sechs Wochen, bis sich die Stammzellen eingenistet haben und die Blutwerte sich erholen.

Erfolgt die Stammzellspende von einem Familienmitglied oder einem Fremdspender, können Komplikationen auftreten. In seltenen Fällen nisten sich die übertragenen Stammzellen nicht ein und bilden somit auch keine Blutzellen. Deutlich häufiger ist allerdings eine Abstoßungsreaktion, bei der die gebildeten Immunzellen, die aus den Stammzellen des Transplantats hervorgehen, sich gegen den Körper des Empfängers richten. Man spricht von einer GvHD (graft versus host disease), einer Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung.

Lydia Köper

20.07.11

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