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Neue Therapieoptionen gegen Leukämien

StockLite/Shutterstock

Ende des vergangenen Jahres fand die Jahrestagung der American Society of Hemotology in San Diego statt. In einem Interview mit der Deutschen Krebsgesellschaft gab Prof. Dr. Dietger Niederwieser, Leiter der hämatologischen/onkologischen Abteilung einer Klinik in Leipzig, einen Einblick in die neuen Ergebnisse, die dort vorgestellt wurden.

So sei das Verständnis für die Akute Myeloische Leukämie (AML) weiter gestiegen, schildert er: „Es zeigt sich, dass die AML eigentlich aus vielen verschiedenen Krankheiten besteht, da man immer wieder Genveränderungen findet, die man vorher noch nicht kannte. Das ist zwar für die Patienten nicht sofort von extremer Bedeutung, aber wo Veränderungen stattfinden, weiß man auch, wodurch diese verursacht werden. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, diese zu blockieren.“ Die Hoffnung bestehe darin, eine Therapie zu entwickeln, die die AML, ähnlich wie bei der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML) vor zehn Jahren, günstig beeinflussen könne. Es seien zudem ganz neue Veränderungen in bisher unbekannten Bereichen gefunden worden: So richte sich ein Augenmerk auf RNA-Moleküle, die das Fortschreiten der AML beeinflussen. „Diese kann man auch blockieren oder einsetzen, um gewisse Gene zu hemmen“, erklärt der Hämatologe. Insgesamt glaubt er, dass diese Ergebnisse in näherer Zukunft eine therapeutische Konsequenz haben werden.

Aktuell für die Patienten von Bedeutung seien neue vergleichende Studien, in denen gezeigt wurde, dass ein bestimmter Antikörper ein verbessertes Ansprechen bei älteren Patienten ausgelöst habe. Zudem konnten Forscher nachweisen, dass Transplantationen jüngerer Spender zu besseren Ergebnissen führten als solche, die älter als der Patient bzw. gleich alt waren.

Bei der CML gibt es neue Medikamente, die mutierte Zellen, die bisher resistent gegen bekannte Medikamente sind, günstig beeinflussen und blockieren können. „Es gibt viele neue Medikamente, bei denen man sich überlegt, welche man als Erstes in der Behandlung der CML einsetzen soll. Ziel ist es, die CML nicht nur zu unterdrücken, sondern sie auch zu heilen. Das ist schon toll, wenn man bedenkt, dass diese Krankheit vor zwölf Jahren innerhalb von wenigen Jahren zum Tode geführt hat, und man nun nahe dran ist, diese mit Medikamenten zu heilen“, betont der Experte. Es gebe zwar immer noch die Stammzelltransplantation, aber die werde wenig eingesetzt – so würden in Europa weniger als 600 Transplantation pro Jahr gemacht.

Quelle: Befund Krebs 1/2012

10.04.12

Therapien einer Leukämie
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