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Was ist Nierenkrebs?

Nierenkrebs ist eine eher seltene Diagnose

Umit Erdem/Shutterstock

Der Nierenkrebs zählt in Deutschland zu den eher seltenen Erkrankungen. Etwa 3 % bis 4 % der Krebserkrankungen im Erwachsenenalter sind der Niere zuzuordnen. Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Diagnostizierung liegt zwischen 60 bis 70 Jahren. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 6.500 Frauen und 10.500 Männer neu an einem Nierenkrebs, diese Zahl beinhaltet jedoch auch die Krebserkrankungen des Nierenbeckens und des Harnleiters, da diese nach dem Internationalen Klassifikationsschema (ICD) den Nierentumoren zuzurechnen sind. Betrachtet man nur die eigentlichen Nierentumoren und lässt die des Harnleiters und des Nierenbeckens außer Acht, so würde die Zahl um etwa 10 % geringer ausfallen.

85 % aller Nierentumoren sind Nierenzellkarzinome. Bei den übrigen Tumoren handelt es sich um Sarkome (Weichteiltumoren), Nephroblastome (Wilms-Tumoren), Embryonalkarzinome und Neuroblastome. Gelegentlich werden auch Tochtergeschwülste anderer Tumore in der Niere nachgewiesen. Man spricht dann von Metastasen. Gutartige Nierentumoren sind selten, machen nur etwa 5 % aller Nierentumoren aus. Manche zeigen in der bildgebenden Diagnostik ein charakteristisches Aussehen, die endgültige Gewissheit über die Bös- oder Gutartigkeit eines Tumors kann allerdings nur eine feingewebliche Untersuchung bringen.

Der Urogenitaltrakt

Wird in medizinischen Kreisen vom Urogenitaltrakt gesprochen, so werden damit die Geschlechts- und die Harnorgane zusammengefasst. Die Harnorgane wiederum lassen sich unterteilen in die harnbereitenden und die harnableitenden Organe. Über den Harn werden Schadstoffe und Stoffwechselendprodukte ausgeschieden, zudem erfolgt über ihn eine Regulation des Wasser- und Salzhaushaltes des Körpers.

Die Niere zählt zu den harnbereitenden Organen. Dabei handelt es sich um ein paarig angelegtes Organ, in dem durch verschiedene Filtrationsprozesse aus dem Blut der fertige Urin gebildet wird. Dieser wird in das Nierenbecken transportiert, welches bereits zu den harnableitenden Organen zählt. Von dort gelangt der Urin über die Harnleiter in die Blase, wo er bis zur Ausscheidung gespeichert wird. Die Ausscheidung erfolgt über die Harnröhre. Der Übergang vom Harn aus der Blase in die Harnröhre wird durch einen Schließmuskel kontrolliert. Bei Männern ist die Harnröhre etwa 24 cm lang und verläuft durch die Prostata und den Penis bis zur Eichel, während sie bei der Frau nur etwa 3 bis 5 cm lang ist. Dort zieht sie sich von der Blase durch den Beckenboden und mündet im Scheidenvorhof.

Entsteht ein Nierentumor, so gibt es keine bevorzugte Seite, auf der er vermehrt auftritt. Sehr selten ist allerdings ein beidseitiges Auftreten, dieses kann nur in 1,5 % der Nierenkrebsfälle nachgewiesen werden.

Die Funktion der Nieren

Die Nieren haben eine enorm wichtige Funktion im Körper, da sie an Regulations- und Entgiftungsprozessen beteiligt sind. Fallen die Nieren aus, hat dies gravierende Folgen. Innerhalb kürzester Zeit wird der Körper von innen heraus vergiftet, weil verschiedene Schadstoffe nicht mehr abtransportiert werden und die Regulation des Wasser- und Salzhaushaltes des Körpers nicht mehr funktioniert. Neben der Funktion der Harnbereitung haben die Nieren noch eine weitere wichtige Funktion – sie produzieren verschiedene Hormone, z. B. Renin und Erythropoetin. So wird über die Niere unter anderem die Bildung roter Blutkörperchen und die kurzfristige Blutdruckregulation gesteuert.

Lydia Köper

15.07.11

Nierenkrebs
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