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Entstehung von Nierenkrebs

Auf einem Röntgebild kann man die entstehung von Nierenkrebs entdecken

Mark William Penny/Shutterstock

Die Entstehung eines Nierenkrebses kann sehr unterschiedlich verlaufen. Entscheidend ist, um welche Form des Nierenkrebses es sich genau handelt. Im Folgenden ist daher die Entstehung nach Formen getrennt beschrieben.

Das Urothelkarzinom

Das Urothelkarzinom wird auch als Übergangszellkarzinom bezeichnet, da es sich aus dem Übergangsgewebe ableitet, welches die ableitenden Harnwege auskleidet. Dementsprechend kann das Urothelkarzinom im Nierenbecken, im Harnleiter, in der Blase und in der Harnröhre auftreten – all diese Organe sind mit einem Übergangsgewebe ausgekleidet. Je nach Grad der Entdifferenzierung, also der unvollständigen Ausreifung und Spezialisierung der Krebszellen gegenüber normalen Zellen, liegt das Urothelkarzinom als solider oder als papillärer Tumor vor.

Für die Entstehung eines Urothelkarzinoms konnten die folgenden Risikofaktoren bestimmt werden:

  • chronische Entzündung
  • Leukoplakie (Keratinisierungsstörung der Schleimhaut)
  • Kontakt mit aromatischen Aminen wie Benzidin oder 2-Naphtylamin
  • Rauchen
  • chronischer Missbrauch von Phenacetin (Schmerzmittel)

Non-Hodgkin-Lymphome

Auch im Bereich der Niere können Non-Hodgkin-Lymphome auftreten. Dabei handelt es sich um eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Sie geht in 80 % der Fälle von B-Zellen und in 20 % der Fälle von T-Zellen aus. Man teilt verschiedene Stadien ein, die sich zunächst nur auf den Befall lymphatischer Organe beschränken. Kommt es zum Befall von nicht primär lymphatischen Organen wie der Niere, handelt es sich um das höchste Stadium, das Stadium IV. Der Entstehung eines Non-Hodgkin-Lymphoms können verschiedene Faktoren zugrunde liegen, so zum Beispiel das Vorliegen bestimmter genetischer Veränderungen oder eine Infektion mit onkogenen Bakterien oder Viren. Auch bestimmte Umweltfaktoren scheinen einen Einfluss zu haben, so zum Beispiel Pestizide.

Sarkome

Sarkome können verschiedenste Organe des Körpers betreffen, da sie nicht von den spezialisierten Zellen eines Organs, sondern vom Stützgewebe ausgehen. Zum Stützgewebe zählen Knochen, Knorpel, Binde- und Fettgewebe. Sie können also unter anderem das Stützgewebe der Niere betreffen. Sarkome sind viel seltener als Karzinome und machen nur etwa 1 % aller Krebserkrankungen aus.

Wilms-Tumor

Der Wilms-Tumor wird auch als Nephroblastom bezeichnet. Dabei handelt es sich um den am häufigsten im Kindesalter auftretenden Nierentumor. Er hat seinen Ursprung in embryonalen Geweberesten der Niere, dem sog. metanephrogenen Blastem. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr, wobei etwa eines von 10.000 Kindern betroffen ist. Bei der Entstehung von Wilms-Tumoren spielen angeborene genetische Veränderungen eine wichtige Rolle, auch wenn die gesamte Tumorgenetik noch nicht verstanden ist. Bekannt sind derzeit zwei Gene, die bei Veränderungen die Entstehung eines Wilms-Tumors stark begünstigen oder auslösen. Dies sind das WT-1 Gen auf Chromosom 11p13, welches in der Entwicklung der Niere und möglicherweise auch des Herzens eine entscheidende Rolle spielt. Das zweite Gen ist WT-2 und befindet sich auf Chromosom 11p15.

Neuroblastom

Das Neuroblastom ist mit 7 % bis 8 % die dritthäufigste Krebserkrankung bei Kindern. Dabei handelt es sich um einen Tumor, der vom autonomen Nervengewebe ausgeht und dessen Zellen, die Neuroblasten, in einem unreifen Stadium verbleiben und nicht ausdifferenzieren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei zwei Jahren, 90 % der Tumoren treten vor Erreichen des Schulalters der Kinder auf. Mit steigendem Alter sinkt das Erkrankungsrisiko.

Lydia Köper

15.07.11

Entstehung
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