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Heilungschancen bei Nierenkrebs

Auch bei Nierenkrebs hängen die Heilungschencen vom Zeitpunkt der Diagnose ab.

David Hernandez/Shutterstock

Entscheidend für die Heilungschancen, die bei einer Erkrankung an Nierenkrebs bestehen, ist das Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnostizierung. Wie bei allen Krebsarten gilt, dass je früher ein Krebs erkannt wird, desto größer auch die Heilungschancen sind.

Frühes Stadium

Wird der Nierenkrebs in einem frühen Stadium erkannt, so ist es oftmals möglich, den Tumor operativ vollständig zu entfernen. In diesem Fall ist eine weitere Behandlung nicht erforderlich. Die Heilungschancen in einem solchen Fall liegen sehr hoch. Ist der Tumor zum Erkennungszeitpunkt noch sehr klein, können sogar Heilungsraten von ca. 90 % bis 95 % erreicht werden. Zu Rückfällen, sogenannten Rezidiven, kommt es vergleichsweise selten. Ist der Tumor bereits größer, aber immer noch auf die Niere beschränkt, so bestehen Heilungschancen von ca. 85 % bis 90 %.

Spätes Stadium

Ist der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium, sinken die Heilungschancen drastisch. Reicht eine alleinige Operation zur Therapie nicht aus, sind die Chancen auf ein krebsfreies Leben eher gering. Tumoren, die bereits Metastasen gebildet haben, können nur bei einem Drittel der Patienten durch eine Operation in Kombination mit einer nicht-operativen Behandlung erfolgreich therapiert werden.

Problematisch ist die vergleichsweise niedrige Wirksamkeit der nicht-operativen Therapien. Die Prognose des metastasierten Nierenzellkarzinoms hat sich in den vergangenen Jahren zwar durch die Einführung neuer Arzneistoffe, also der zielgerichteten Therapien, verbessert, sodass die Patienten eine längere Lebenserwartung haben und ihre Lebensqualität vor allem aufgrund der geringeren Toxizität dieser Substanzen deutlich verbessert wurde – die Heilungsraten sind jedoch immer noch vergleichsweise gering. Möglicherweise kann die gleichzeitige oder sequenzielle Gabe der neuen Arzneistoffe zu einem langfristigen Verschwinden des Tumors beitragen. Problematisch dabei ist jedoch, dass sich die Nebenwirkungen mehrerer Substanzen aufsummieren können. Auch mögliche Kreuzresistenzen können auftreten, wodurch gleich mehrere Therapieansätze unwirksam werden können und der Nierenkrebs so immer schwieriger zu behandeln ist.

Es hat verschiedene Studien zur Verabreichung von zielgerichteten Therapien in Kombination gegeben. Wurde der VEGF-Inhibitor Bevacizumab mit den Tyrosinkinasehemmern Sorafinib oder Sunitinib kombiniert, konnte die Tumoransprechrate auf etwa 50 % erhöht werden, die unerwünschten Wirkungen waren allerdings ebenfalls erhöht und führten z. T. zum Studienabbruch. Vergleichsweise gut vertragen wurde eine Kombination von Everolismus mit Sorafenib oder Bevacizumab.

Ein weiterer Ansatz ist die sequenzielle Therapie. Dabei werden ebenfalls verschiedene Wirkstoffe eingesetzt, aber nicht in Kombination, sondern sie werden nacheinander verabreicht. Zu diesem Verfahren wurden ebenfalls einige Studien durchgeführt. Den optimalen Ablauf einer Gabe verschiedener Wirkstoffe zu bestimmen, ist jedoch nicht einfach und erfordert viel Zeit. Die sequenzielle Gabe hat gegenüber einer Wirkstoffkombination den Vorteil geringerer Nebenwirkungen, birgt aber auf der anderen Seite das Risiko einer Induzierung von Kreuzresistenzen.

Neue, eventuell noch potentere Wirkstoffe befinden sich in der klinischen Entwicklung und lassen auf eine weitere Verbesserung der Therapie des Nierenkrebses hoffen. Um die Wirksamkeit und Verträglichkeit kombinierter und sequenzieller Therapien weiter zu untersuchen, sind weitere Studien erforderlich.

Lydia Köper

15.07.11

Heilungschancen
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