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Nebenwirkungen einer Nierenkrebs Therapie

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Haarausfall, Muskel- und Gelenkschmerzen können als Nebenwirkung einer Nierenkrebs Therapie auftreten

Vasiliy Koval/Shutterstock

Ein Problem bei der Behandlung von Nierenzellkarzinomen ist das geringe Ansprechen auf Standardverfahren wie die Bestrahlung und die Chemotherapie. Aus diesem Grund wurde nach weiteren therapeutischen Ansatzpunkten gesucht. Entwickelt wurde zunächst die Immuntherapie.

Die Immuntherapie

Die beiden beim Nierenkrebs eingesetzten Immuntherapeutika sind Interferon-alpha und Interleukin-2. Die Gesamtansprechrate von Nierentumoren auf Interferon-alpha liegt bei unter 20 % und geht mit teils starken Nebenwirkungen einher. Es kann zu einer Anämie (Blutarmut), Leukopenie (verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen), Thrombozytopenie (verringerte Anzahl von Thrombozyten), Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Haarausfall, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie grippeähnlichen Symptomen kommen.

Für eine hohe Gesamtansprechrate auf Interleukin-2 in der Therapie von Nierenzellkarzinomen ist eine hohe Dosierung notwendig. Problematisch dabei ist die starke Toxizität von hoch dosiertem IL-2. Beobachtet wurden unter anderem Thrombozytopenien, Anämien, Leukopenien, Hypotonien, Arrhythmien, Lungenödeme, psychische Störungen, Fieber, Ausschläge und Infektionen. Interleukin-2 wird daher nur angewendet, wenn die Patienten wenige oder keine Begleiterkrankungen haben und in einer generell guten körperlichen Verfassung sind.

Die starke Toxizität der Immuntherapeutika und die damit verbunden u. U. eingeschränkte Lebensqualität sowie die geringe Zahl an Tumoren, die darauf ansprechen, haben den Druck auf die Forschung verstärkt, effektivere und besser verträgliche Substanzen für Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom zu entwickeln. So entstanden die zielgerichteten Therapien.

Zielgerichtete Therapien

Im Vergleich zu den Immuntherapien scheinen die zielgerichteten Therapien nebenwirkungsärmer zu sein. Dennoch ist bei ihrer Anwendung ebenfalls mit unerwünschten Wirkungen zu rechnen, die aber im Allgemeinen als weniger beeinträchtigend empfunden werden als die einer Immuntherapie.

Sunitinib spricht bei rund einem Drittel der behandelten Tumoren an, wobei der Wirkstoff relativ gut vertragen wird. Mögliche Nebenwirkungen sind vor allem eine Müdigkeit und ein Schwächegefühl. Weiterhin wurden Durchfall, Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut), Dermatitis (Entzündung der Haut), Bluthochdruck, Anämien, Neutropenien (Verminderung der neutrophilen Graulozyten im Blut) und ein Anstieg der Lipasen (Enzyme zur Fettsäurespaltung) beobachtet.

Auch Sorafenib wird in der Regel gut vertragen. Das Nebenwirkungsspektrum ist ähnlich dem von Sunitinib. Generell werden wenig schwerwiegende Nebenwirkungen beobachtet, wie unter anderem kardiale Ischämien und Bluthochdruck.

Unter dem mTOR-Inhibitor Temsirolismus treten ebenfalls weniger Nebenwirkungen auf als bei einer Interferon alpha-Therapie. Temsirolismus verursachte u. U. zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Ausschlag, Schwäche, Durchfall, Stomatitis, Anämie und erhöhte Cholesterinspiegel.

Der VEGF-Inhibitor Bevacizumab hat ebenfalls verschiedene Nebenwirkungen, die sich in einer Studie zur Kombination von Interferon alpha und Bevacizumab summierten und zu einer erhöhten Abbruchrate der Medikamenteneinnahme führten. Zu den Nebenwirkungen, die durch Bevacizumab allein verursacht werden können, zählen: Bluthochdruck, Schwäche, Müdigkeit, Durchfall, Schmerzen, Leukopenie, Thrombozytopenie, Nervenempfindlichkeitsstörung, Geschmackssinnstörungen, Kopfschmerzen, Augenerkrankung, Atemnot, Nasenbluten, Schnupfen, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Stomatitis, Darmbluten, Magen-Darm-Durchbruch, abschälende Hautentzündung (exfoliative Dermatitis), trockene Haut, Hautverfärbung, Proteinurie (Eiweiß im Urin) und Fieber.

Generell lässt sich festhalten, dass die neuen zielgerichteten Therapien verschiedene Nebenwirkungen haben können. Die Wirksamkeit der Behandlung kann möglicherweise deutlich erhöht werden, wenn die Präparate in Kombination eingesetzt werden. Dies hat jedoch u. U. auch eine Verstärkung der auftretenden unerwünschten Wirkungen zur Folge. Auch wenn die Therapien als zielgerichtet bezeichnet werden, so weisen z. T. auch andere Zellen im Körper die anvisierten Zielstrukturen auf – wenn auch in geringerem Umfang. Aus diesem Grund kann es ggf. zu unerwünschten Wirkungen kommen.

Lydia Köper

15.07.11

Nebenwirkungen
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