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Was ist ein Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom ist ein Bösartiger Tumor

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Entstehung des Nierenzellkarzinoms

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste Form des Nierenkrebses. Als Nierenzellkarzinom wird ein bösartiger Tumor bezeichnet, der dem Nierenparenchym entspringt. Das Nierenparenchym ist das funktionelle Nierengewebe, in dem die Nephrone, die funktionellen Einheiten der Harnbereitung, liegen. Ein Nephron gliedert sich in verschiedene Abschnitte, wobei prinzipiell aus jedem ein bösartiger Tumor hervorgehen kann. Aus diesem Grund ist der Begriff Nierenzellkarzinom ebenfalls nur ein Sammelbegriff, hinter dem sich verschiedene Formen verbergen.

Das Nephron

Das Nephron besteht aus zwei Bausteinen, dem Nierenkörperchen oder Malpighi-Körperchen, und den verschiedenen Nierenkanälchen (Tubuli). Die Nierenkanälchen können wiederum in verschiedene Abschnitte gegliedert werden, das Hauptstück (Tubulus proximalis), das Verbindungsstück (Tubulus attenuatus) und das Mittelstück (Tubulus distalis). Aus dem Mittelstück gelangt der Harn dann in das Sammelrohr, von wo aus er in das Nierenbecken transportiert wird. Sowohl Hauptstück als auch Mittelstück bestehen aus einem gewundenen und einem geraden Abschnitt. Beide geraden Abschnitte bilden zusammen mit dem Verbindungsstück die Henle-Schleife. Dabei handelt es sich um eine Schlinge, die nur in der Niere von Säugern und Vögeln vorkommt.

Formen des Nierenzellkarzinoms

Das häufigste Nierenzellkarzinom ist das konventionelle oder klarzellige Nierenkarzinom. Es hat seinen Ursprung in den Zellen des Hauptstücks, also des proximalen Tubulus. In Nierenzellkarzinomen wurden bestimmte genetische Veränderungen, die dann zum bösartigen Wachstum führen, gefunden. Hierzu gehört insbesondere eine Mutation im sogenannten von-Hippel-Lindau-Gen. Diese Mutationen können auch bei den nicht vererbten Fällen auftreten. Sie führen dazu, dass ein Protein in der Zelle, der sogenannte hypoxieinduzierbare Faktor alpha (HIF-alpha) in der Zelle vermehrt vorkommt. Dieser aktiviert verschiedene Wachstumsfaktoren, die wiederum das Tumorzellwachstum, aber auch die Durchblutung des Tumors fördern (VEGF, PDGF und TGF). Das von-Hippel-Lindau-Gen befindet sich auf dem kurzen Arm des Chromosoms 3 (3p). Bei 96 % aller klarzelligen Nierenkarzinome kann ein Verlust der Chromosomenregion 3p nachgewiesen werden.

Auch das papilläre oder chromophile Nierenzellkarzinom leitet sich von Zellen des proximalen Tubuls ab. Für das papilläre Nierenzellkarzinom konnten ebenfalls bestimmte genetische Veränderungen bestimmt werden, die die Krankheit auslösen können. Dazu zählen die Trisomie 7 und 17 (das Chromosom 7 oder 17 kommt dreifach vor statt wie im Normalphall doppelt) sowie der Verlust des Y-Chromosoms. Seltener findet man DNS-Zugewinne in den Bereichen 12q, 16q, und 20q. Neben der Trisomie können auch Tetrasomien auftreten, das entsprechende Chromosom liegt dann vierfach vor.

Eine weitere Form des Nierenzellkarzinoms ist das chromophobe Karzinom. Im Gegensatz zum klarzelligen und chromophilen Karzinom leitet es sich nicht vom Hauptstück des Nephrons ab, sondern entsteht aus Zellen des Sammelrohrs. Für das chromophobe Nierenzellkarzinom konnte in einer Vielzahl von Studien ein multipler Chromosomenverlust nachgewiesen werden. Dabei kommt es zu einer Kombination von Monosomien (Einfaches Vorhandensein) der Chromosomen 1, 2, 6, 10, 13, 17 und 21, wobei jedes chromophobe Nierenzellkarzinom den Verlust von mindestens drei der genannten Chromosomen zeigt.

Weitere Formen des Nierenzellkarzinoms sind das onkozytäre Karzinom und das Ductus-Bellini-Karzinom. Beide haben ihren Ursprung ebenfalls im Sammelrohr, wobei das onkozytäre Karzinom dem kortikalen Bereich und das Ductus-Bellini-Karzinom dem medullären Bereich entstammt.

Lydia Köper

15.07.11

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