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Therapie von Nierenkrebs

Bei Nierenkrebs wird eine Operation und Medikamentöse Therapien zur Heilung eingesetzt

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Gerade in Bezug auf die Therapie von Nierenkrebs hat es in den letzten Jahren neue Entwicklungen gegeben, die viele Veränderungen bewirkt haben. Nach wie vor ist die Operation eine der tragenden Säulen der Nierenkrebstherapie, neben der heute vorwiegend zielgerichtete medikamentöse Therapien zum Einsatz kommen. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz einer Immuntherapie. Die weiteren Standardverfahren in der Krebstherapie neben der Operation, die Strahlen- und die Chemotherapie, spielen heute bei der Behandlung vom Nierenkrebs nur eine untergeordnete Rolle. Nierenkrebszellen sprechen auf diese Therapieformen nicht oder nur wenig an.

Operation

Die Operation ist die Therapie der Wahl beim Nierenkrebs. Kann das Tumorgewebe vollständig entfernt werden, so kann die Krankheit geheilt werden. Liegen bereits Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, in anderen Organen vor, ist dies kaum möglich. Dennoch wird bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand in den meisten Fällen eine Operation angestrebt, weil so im Anschluss folgende Behandlungen mit besserem Erfolg durchgeführt werden können.

Wenn möglich wird eine organerhaltende Operation durchgeführt. Das heißt, dass nur der betroffene Teil der Niere entfernt wird und nicht das komplette Organ. Es konnte gezeigt werden, dass bei dieser Form der Operation das Risiko eines Rezidivs (Rückfalls) nicht erhöht, das Risiko von bestimmten Folgeerkrankungen aber erniedrigt ist. Kann der Tumor vollständig entfernt werden und die Nierenfunktion ist intakt, muss keine weitere Behandlung erfolgen.

Bei großen und ungünstig gelegenen Tumoren ist eine organerhaltende Operation nicht möglich, in einem solchen Fall wird die komplette Niere auf der betroffenen Seite entfernt. Man spricht von einer Nephrektomie. Bei dieser Form werden neben der Niere auch die Nebenniere und die Lymphknoten der direkten Umgebung entnommen.

Zielgerichtete medikamentöse Therapien

Zielgerichtete medikamentöse Therapien greifen in Signalwege des Tumorstoffwechsels ein und wirken so relativ zielgerichtet auf das veränderte Gewebe. Sie kommen insbesondere bei lokal fortgeschrittenen und metastasierten Formen des Nierenkrebses zum Einsatz, die über eine alleinige Operation nicht therapiert werden können.

Beim fortgeschrittenen oder metastasierten Nierenzellkarzinom kann der Tyrosinkinasehemmer Sunitinib verabreicht werden. Wenn Immuntherapien nicht zum gewünschten Erfolg führen, wird häufig der Tyrosinkinasehemmer Sorafenib angewendet. Mit Pazopanib wurde mittlerweile die zweite Generation von Tyrosinkinasehemmern entwickelt, die wie Sunitinib als Erstlinientherapie eingesetzt wird.

Als wirksam beim Nierenkrebs haben sich neben den Tyrosinkinasehemmern auch sogenannte mTOR-Inhibitoren gezeigt. Entsprechende Wirkstoffe sind Temsirolismus und Everolismus, wobei erstes als Erstlinientherapie angewendet wird. Everolismus ist ein Zweitlinientherapeutikum, welches nach einer Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern eingesetzt wird. Auch ein monoklonaler Antikörper ist zur Therapie des Nierenzellkarzinoms zugelassen. Er heißt Bevacizumab und wird in der Erstlinientherapie in Kombination mit Interferon alpha eingesetzt. Bevacizumab blockiert einen speziellen Wachstumsfaktor (VEGF).

Immuntherapie

Ziel einer Immuntherapie ist es, das körpereigene Immunsystem bei der Bekämpfung von Krebszellen zu unterstützen. Zum Einsatz kamen in den letzten 20 Jahren Interferon alpha und Interleukin-2, die beide Botenstoffe des Immunsystems sind. In Kombination können sie bei etwa 15 % der Patienten eine Rückbildung des Tumors oder einen Metastasenstillstand bewirken. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine operative Entfernung des Nierentumors. In Einzelfällen kann diese Therapie ein krankheitsfreies Überleben über viele Jahre ermöglichen.

Lydia Köper

15.07.11

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