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Chancen und Risiken einer PET

Die PET wird hauptsächlich in der Onkologie, der Neurologie und der Kardiologie eingesetzt.

James Steidl/Shutterstock

Wie jedes Verfahren, so birgt auch die PET bestimmte Chancen und Risiken. Diese müssen gegeneinander abgewogen werden. Die PET sollte dann durchgeführt werden, wenn der Nutzen der Untersuchung die Risiken eindeutig überwiegt.

Chancen der PET

In verschiedenen Anwendungsgebieten, hauptsächlich in der Onkologie, der Neurologie und der Kardiologie, wird die PET eingesetzt, weil dort eine Analyse der Stoffwechselaktivität der zu untersuchenden Organe bzw. Regionen Erkenntnisse liefern kann, die mit einem anderen Verfahren nicht gewonnen werden können. Haupteinsatzgebiet der PET ist die Onkologie, sodass vorwiegend auf diesem Gebiet versucht wurde, den tatsächlichen Nutzen des Verfahrens für den Patienten in der Tumordiagnostik zu analysieren.

Beim Darmkrebs werden große Hoffnungen in eine PET bzw. PET/CT gelegt, da sie besser als andere Methoden in der Lage sind, zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren zu unterscheiden und das Tumorstadium festzulegen. Bisher bestehen aber nicht ausreichend Daten, um dies zu belegen oder auch zu widerlegen. Daher kann der Nutzen der PET in der Diagnostik von Darmkrebs zurzeit nicht eindeutig eingeschätzt und beurteilt werden.

Ähnliches gilt für das Ovarialkarzinom. Tumoren der Eierstöcke werden häufig erst spät entdeckt, und auch dort gestaltet sich eine Einteilung zwischen gutartig und bösartig schwierig. Der Nutzen ist auch auf diesem Teilgebiet mangels Studien zurzeit nicht zu beurteilen. Auch für Kopf-Hals-Tumoren und Hautkrebs kann bisher keine abschließende Bewertung der PET durchgeführt werden.

Auch wenn konkrete Ergebnisse zum direkten Nutzen einer PET für den Patienten bisher nicht oder kaum verfügbar sind, so sehen Experten insbesondere in der Tumordiagnostik große Chancen durch dieses Verfahren.

Risiken einer PET

Ein Risiko einer PET, von dem einige Experten bei einer Tumordiagnostik ausgehen, ist die Entstehung falsch-positiver Ergebnisse – und damit von Krebsdiagnosen, die in Wahrheit keine sind. Zu den Faktoren, die die Entstehung solcher falscher Diagnosen begünstigen können, zählen Entzündungen im Körper des Patienten. Diese werden zum Beispiel durch Infektionen ausgelöst. Werden sie als Reaktion auf Bakterien oder Pilze hervorgerufen, können es die Erreger selbst sein, die den verabreichten Tracer aufnehmen und so ein falsch-positives Signal generieren. Auch durch eine Sarkoidose oder eine strahleninduzierte Pneumonitis (Lungenentzündung) kann eine falsch-positive PET-Diagnose entstehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Krankheitsgeschichte des Patienten vor einem PET-Scan genau zu kennen. So sind eventuell bestehende Risikofaktoren für ein falsch-positives Ergebnis bekannt und erlauben eine korrekte Interpretation des Untersuchungsergebnisses.

Auch bei Patienten mit Darmkrebs (kolorektales Karzinom) können falsch-positive Ergebnisse durch einen PET-Scan generiert werden. Tumoren, die große Mengen an CEA (karzinoembryonales Antigen) produzieren, können mit einem entsprechenden Impfstoff gegen CEA behandelt werden. Im Bereich der Achselhöhle, der Lunge und der Leber können während einer solchen Therapie Artefakte auftreten, die in der Regel aber nach ihrer Beendigung wieder verschwinden.

Ein weiteres Problem kann Sport darstellen, wenn er unmittelbar vor einem PET-Scan ausgeübt wird. In einem solchen Fall wird sich der injizierte Tracer in Gebieten hoher Stoffwechselaktivität anreichern – also entsprechend in den zuvor beanspruchten Muskeln und in möglicherweise vorhandenen Tumoren. So kann es passieren, dass Gebiete der Muskulatur bei der PET mit starken Anreicherungen des Tracers als Tumoren missinterpretiert werden können. Um dies zu verhindern, sollte in den 48 Stunden vor einem PET-Scan keine körperlich belastende Aktivität ausgeübt werden.

Während der eigentlichen PET-Untersuchung auftretende Komplikationen können durch die Injektionsnadel bei der Verabreichung des Tracers hervorgerufen werden. In seltenen Fällen kann es zu Infektionen oder zur Verletzung von Gefäßen oder Nerven kommen. Durch den PET-Scan selbst sind in der Regel keine Komplikationen zu erwarten. Auch die Tracer verursachen in der Regel keine Nebenwirkungen, da sie Substanzen des natürlichen Stoffwechsels stark ähneln. Die Strahlenbelastung durch einen PET-Scan ist gering und etwa halb so hoch wie bei einer CT des Bauchraumes. Die eingesetzten radioaktiven Stoffe werden möglichst niedrig dosiert und haben eine geringe Halbwertszeit – und sind daher wenige Stunden nach der Untersuchung nicht mehr nachweisbar.

Lydia Köper

27.01.12

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