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Was ist Prostatakrebs?

Bei Männer ist Protatakrebs eine häufige Krebserkrankung

Victorio Castellani/Shutterstock

Was ist Prostatakrebs ?

Der Begriff Prostatakrebs beschreibt einen bösartigen Tumor des Drüsengewebes der Prostata, der Vorsteherdrüse. Ärzte sprechen auch von einem Prostatakarzinom. Der Prostatakrebs ist nach Lungen- und Darmkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern und sogar die häufigste Krebserkrankung bei Männern überhaupt. Dabei gilt für den Prostatakrebs die gleiche Regel wie für andere Krebsarten auch: Erfolgen Diagnose und Therapiebeginn frühzeitig, sind die Heilungschancen gut.

Die Prostata (Vorsteherdrüse)

Die Prostata oder Vorsteherdrüse gehört zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen. Sie ist etwa walnussgroß und umschließt unterhalb des Blasenausgangs die Harnröhre. In ihr kreuzen sich Harn- und Samenwege. Die Prostata kann in einer rektalen Untersuchung abgetastet werden, da sie vor dem Mastdarm liegt. Da es sich bei der Prostata um eine Drüse handelt, wird entsprechend ein Sekret gebildet. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit, die dem Transport und der Aktivierung der Samen beim Samenerguss dient und die zusammen mit dem Samen das Ejakulat bildet. Außerdem wird von der Drüse PSA (Prostata-spezifisches Antigen) ausgeschüttet, eine spezielle Substanz, die den Samen verflüssigt. Die Prostata kann in verschiedene Zonen eingeteilt werden, wobei für die Krebsdiagnostizierung die Unterscheidung in eine äußere (periphere) und eine innere (zentrale) Zone wichtig ist. Als Entstehungsort von Prostatakarzinomen ist überwiegend die periphere Zone anzusehen.

Häufigkeit des Prostatakrebses

Von den jährlich neu diagnostizierten Krebsfällen bei Männern handelt es sich zu 22 % um Prostatakrebs. Die Inzidenz (Zahl der jährlichen Neuerkrankungen) liegt damit bei fast 100 Fällen bezogen auf 100.000 Männer in der Bundesrepublik Deutschland. Das entspricht einer Gesamtzahl der jährlich diagnostizierten Neuerkrankungen von mehr als 60.000. In den letzten Jahrzehnten wurde eine deutliche Zunahme des Prostatakrebses verzeichnet. Experten gehen jedoch davon aus, dass diese Zunahme nur vermeintlich ist und nicht in einer tatsächlichen Erhöhung der Zahl der Neuerkrankungen begründet ist. Es wird angenommen, dass es zu einer vermehrten Diagnostizierung des Prostatakrebses kommt, weil die Lebenserwartung allgemein gestiegen ist und die diagnostischen Verfahren verbessert wurden. Dennoch ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern, und die Gesamtzahl der Todesfälle beträgt in Deutschland jährlich etwa 11.000.

Bei Männern unter 40 treten Prostatakarzinome kaum auf, und auch unter 50 sind sie selten. Der Prostatakrebs ist daher als eine Erkrankung des höheren Alters anzusehen – das mittlere Alter bei der Diagnostizierung beträgt etwa 69 Jahre. Auffallend ist, dass der Prostatakrebs eine Erkrankung der westlichen Länder ist. Es wird bei ca. jedem 6. US-Bürger und ca. jedem 10. Europäer im Laufe seines Lebens ein Krebs der Vorsteherdrüse diagnostiziert werden. In Asien hingegen kommt der Prostatakrebs vergleichsweise selten vor. Bezieht man die Häufigkeit der Krebserkrankung auf die Einwohnerzahl, so trat sie 1990 in den USA 80-mal so oft auf wie in China. Leben Asiaten in den USA oder in Europa, erkranken auch sie statistisch betrachtet häufiger als in ihrem Herkunftsland. Der Unterscheid ist also nicht allein auf genetische Differenzen zurückzuführen, sondern muss mit der unterschiedlichen Lebensweise zusammenhängen. Neben der Lebensweise scheint es allerdings auch die Früherkennung zu sein, die einen Teil der vermehrten Prostatakrebsfälle in westlichen Ländern erklärt. In China beispielsweise ist die medizinische Versorgung schlechter und es gibt keine ausgereiften Programme zur Früherkennung, sodass der Prostatakrebs in vielen Fällen auch einfach unerkannt bleibt.

Lydia Köper

18.07.11

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