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Begleiterkrankungen von Prostatakrebs

Impotenz kann eine Begleiterscheinung von Prostatakrebs sein

Cate Frost/Shutterstock

Begleiterkrankungen

Bei dem Begriff Begleiterkrankung, medizinisch als Komorbidität bezeichnet, handelt es sich definitionsgemäß um eine oder mehrere, zusätzlich zur Grunderkrankung auftretende Krankheiten. Sie können, müssen aber nicht ursächlich mit der Grunderkrankung zusammenhängen. Beim Prostatakrebs treten generell viele Begleiterkrankungen auf, die in keinem direkten Zusammenhang miteinander stehen. Dies liegt daran, dass der Prostatakrebs vorwiegend in hohem Alter auftritt und zu diesem Zeitpunkt der allgemeine Gesundheitszustand der Patienten bereits eingeschränkt ist. Wie bei anderen Krebserkrankungen auch können beim Prostatakrebs Folgeerkrankungen auftreten, die entweder durch den Krebs an sich oder die Therapie ausgelöst werden. Beim Prostatakrebs spielen die Impotenz und die Inkontinenz eine entscheidende Rolle, da in diesem Bereich besonders häufig Probleme auftreten und diese die Lebensqualität am meisten beeinträchtigen.

Impotenz

Kann nach der Therapie des Prostatakrebses keine Erektion mehr erreicht werden, so bedeutet dies nicht, dass damit auch die Sexualität verschwunden ist. Sie besteht nicht nur aus Erektion und Samenerguss, sondern aus einer Fülle von Erlebnismöglichkeiten. Und viele dieser Möglichkeiten bleiben den Betroffenen erhalten. Dennoch ist es nicht leicht, die veränderte Situation zu akzeptieren – aber genau dort liegt das Hauptproblem. Oftmals ist es beim Prostatakrebs gar nicht so sehr der Krebs an sich oder die damit verbundene Therapie, die als Einschränkung der Lebensqualität empfunden wird, sondern die Isolation, die entsteht, wenn kein Umgang mit der veränderten Lebenssituation gefunden wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine liebevolle und sexuell befriedigende Partnerschaft durchaus bestehen bleiben kann – trotz der Einschränkungen. Dazu muss die veränderte Situation aber von beiden Partnern akzeptiert und vor allem auch besprochen werden. Treten Probleme im Umgang mit der eigenen Lebenssituation auf, sollte offen darüber geredet werden. Es sollte zudem keine Scheu bestehen, bei Problemen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, z. B. von einem Psychotherapeuten oder einem Psychoonkologen. Jeder braucht einen Ansprechpartner, niemand sollte mit seiner Krankheit und ihren Folgen dauerhaft allein dastehen.

Inkontinenz

Zu einer Harninkontinenz kommt es am häufigsten nach einer operativen Entfernung eines Tumors, eine Harn- oder Stuhlinkontinenz kann aber auch nach einer Strahlentherapie auftreten. Die Häufigkeit des Auftretens einer Inkontinenz nach einer Operation ist dadurch begründet, dass durch den Eingriff der Schließmuskel der Blase geschwächt wird. Da es sich aber nur um eine Schwächung und keine vollständige Zerstörung einer Funktion handelt, kann durch entsprechendes Training in den meisten Fällen eine normale Funktionsfähigkeit wiedererlangt werden. Mehr als 12 Monate nach der Operation können mehr als 95 % der Männer ihren Urin wieder halten. Wirkungsvoll ist ein Training der Beckenbodenmuskulatur, das nachweislich dabei helfen kann, den Urin schneller wieder halten zu können. Wie lange der Prozess dauert, ist individuell unterschiedlich und reicht von Wochen bis zu Monaten.

Auch für die verbleibenden 5 % der Patienten, bei denen die Inkontinenz nicht wieder verschwindet, gibt es therapeutische Möglichkeiten, um die verlorene Lebensqualität wiederherzustellen. Ähnlich einer Impotenz wird auch die Inkontinenz von Betroffenen als psychisch sehr belastend beschrieben. Eine Inkontinenztherapie reicht vom minimal invasiven Verfahren bis zur Einsetzung eines künstlichen Schließmuskels der Blase. Welches Verfahren im Einzelfall angewendet werden kann, ist vom behandelnden Arzt zusammen mit dem Patienten zu entscheiden.

Lydia Köper

18.07.11

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