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Die PSA-Bestimmung in der Früherkennung von Prostatakrebs

Die Untersuchung des PSA Werts zur früherkennung von Prostatakrebs

Jaimie Duplass/Shutterstock

Die PSA-Bestimmung in der Früherkennung

Zurzeit gibt es noch kein Programm zur Früherkennung von Prostatakrebs. Da der Krebs in gut behandelbaren Stadien keinerlei Beschwerden verursacht, wird er von den Betroffenen nicht bzw. nicht rechtzeitig bemerkt. Zu einer solchen Untersuchung gehören das Abtasten der Genitalien, der Prostata und der Lymphknoten in der Leiste. Für einige Männer zählt ein weiterer Test zur Früherkennung: die PSA-Bestimmung, die von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht angeboten wird und dort entsprechend nicht zur regulären Früherkennungsuntersuchung gehört. Die PSA-Bestimmung ist in ihrer Anwendung zur Früherkennung von Prostatakrebs umstritten.

Die Grenzen der Tastuntersuchung

Dass zusätzlich zur Tastuntersuchung nach weiteren Methoden zur Früherkennung von Prostatakrebs gesucht wird, hat seinen Grund. Die Tastuntersuchung hat ihre Grenzen. Es können durch das Abtasten nur Tumoren entdeckt werden, die bereits eine gewisse Größe haben und die oberflächlich gelegen sind. Durch den rektalen Zugang zur Prostata bleiben auch solche Tumoren leicht unentdeckt, die auf der dem Darm abgewandten Seite der Prostata liegen. Generell hängt das Potenzial der Tastuntersuchung zur Früherkennung sehr stark vom Erfahrungsschatz und den Fähigkeiten des untersuchenden Arztes ab.

Nutzen der PSA-Bestimmung

Die PSA-Bestimmung wurde entwickelt und fand Eingang in der Krebsfrüherkennung, um die Lücke zu schließen, die durch eine Tastuntersuchung verbleibt. Durch die Analyse des Prostata Spezifischen Antigens (PSA) sollen die Tumore aufgespürt werden, die in einer Tastuntersuchung unentdeckt bleiben. Doch der Einsatz des Markers zu diesem Zweck ist nicht unumstritten. In der Behandlungsplanung und –kontrolle hat die PSA-Bestimmung hingegen einen großen Stellenwert.

Das Problem bei der PSA-Bestimmung in der Früherkennung ist, dass dieser Marker möglicherweise zu empfindlich ist. Das PSA wird nämlich nicht nur bei einem Prostatakrebs vermehrt ins Blut ausgeschüttet, sondern auch bei gutartigen Prostataadenomen sowie Entzündungen der Prostata und Blase. Außerdem reagiert die Prostata auf Druck mit einer PSA-Ausschüttung, sodass dieser Test nicht unmittelbar nach einer Tastuntersuchung durchgeführt werden darf. Weitere Schwankungen im PSA-Spiegel des Blutes können durch körperliche Anstrengung und Geschlechtsverkehr ausgelöst werden. Aufgrund dieser Probleme reicht ein einzelner Wert für eine Diagnose nicht aus, es sollten mehrere Untersuchungen im Abstand von einigen Wochen oder Monaten erfolgen. Erst wenn der PSA-Wert dauerhaft erhöht ist, gibt es Hinweise auf einen Prostatakrebs.

Kontroverse

Befürworter der PSA-Bestimmung argumentieren, dass der Test ihnen möglicherweise das Leben gerettet habe, weil ohne ihn der Prostatakrebs für einen ungewissen Zeitraum unerkannt geblieben wäre. Experten gehen davon aus, dass der Test gerade bei jüngeren Patienten Vorteile bringen kann, da sie häufig unter einer aggressiven und schnell wachsenden Form des Prostatakrebses leiden.

Der Nutzen des Tests wird allerdings ebenso kritisch hinterfragt, sodass es mittlerweile viele Gegner dieses Verfahrens gibt. Viele Männer erkranken erst in einem sehr fortgeschrittenen Alter an Prostatakrebs und würden ohne die PSA-Bestimmung möglicherweise gar nicht von ihrer Erkrankung erfahren. Bei einem hohen Alter bei der Entstehung der Krankheit wäre dies ohne Auswirkung, da der Prostatakrebs auch unbehandelt nicht so weit fortschreiten würde, dass er die Lebensqualität beeinträchtigen oder gar die Lebenszeit verkürzen würde. Wird aber durch die PSA-Bestimmung die Diagnose gestellt, so kann dies zu unnötigen Therapien und zu körperlichen und psychischen Belastungen führen, die eigentlich nicht sein müssten.

Lydia Köper

18.07.11

PSA Wert
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