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Therapieoptionen bei Prostatakrebs

Häufig wird bei einer Prostatakrebs Therapie die Prostata komplett entfernt (Prostatektomie).

Dewayne Flowers/Shutterstock

Therapien

Ein Standardverfahren für die Behandlung von Prostatakrebs gibt es nicht. Es muss jeweils ein individueller Therapieplan vom Arzt zusammen mit dem Patienten ausgearbeitet werden, der verschiedenste Faktoren wie die Art und Ausbreitung des Tumors, das Alter des Patienten und seine Lebensgewohnheiten berücksichtigt.
Die Behandlung von Prostatakrebs ist sehr vielschichtig und umfasst die folgenden Therapieformen:

  • Aktive Überwachung
  • Operation
  • Bestrahlung
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie
  • weitere Therapieformen

Aktive Überwachung

Bei der sogenannten aktiven Überwachung erfolgt zunächst keine Therapie im eigentlichen Sinne, sondern lediglich eine engmaschige Überwachung des Patienten. Dazu werden in regelmäßigen Abständen die PSA-Werte bestimmt, digital-rektale Untersuchungen durchgeführt und Gewebeproben entnommen. Erst wenn der Prostatakrebs nachweislich tatsächlich voranschreitet, werden therapeutische Maßnahmen eingeleitet. Geeignet ist die aktive Überwachung vorwiegend für solche Patienten, die keine Beschwerden haben und deren Tumoren klein und auf die Prostata begrenzt sind.

Operation

Wird entschieden, aufgrund eines Prostatakrebses eine Operation durchzuführen, so wird die Prostata bei dem Eingriff komplett entfernt (Prostatektomie). Der Eingriff erfolgt nur, wenn die Ausdehnung des Krebses auf die Prostata begrenzt ist und der Patient eine verbleibende Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren hat. Durch die Operation besteht das Risiko einer Harninkontinenz oder Impotenz, wenn auch dank moderner Operationstechniken Komplikationen selten geworden sind.

Bestrahlung

Eine Bestrahlung kann alternativ zu einer Operation bei kleinen Tumoren erfolgen. Ein Einsatz erfolgt zudem bei weiter fortgeschrittenen Stadien des Prostatakrebses. Es werden dabei zwei verschiedene Formen der Bestrahlung unterschieden, die perkutane Bestrahlung und die Brachytherapie. Bei der perkutanen Bestrahlung wird durch die Haut hindurch behandelt. Die Durchführung der Therapie beinhaltet mehrere Sitzungen. Bei der Brachytherapie mit Seed-Implantation hingegen werden kleine titanverkapselte, radioaktive Strahler in Stiftform unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose in die Prostata implantiert (eingepflanzt). Sie geben nur über einen bestimmten Zeitraum Strahlung ab und können daher dauerhaft in der Prostata verbleiben. Für weiter fortgeschrittene Stadien des Prostatakrebses können höhere Strahlendosen erforderlich werden, sodass eine Sonderform der Brachytherapie, die sogenannte HDR-Brachytherapie, durchgeführt wird. Dabei werden die Strahler in bestimmten Abständen ausgetauscht und nach Abschluss der Behandlung entfernt.

Hormontherapie

Hat ein Tumor Metastasen gebildet und somit andere Organe befallen, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Ziel einer Therapie ist es dann, das Tumorwachstum möglichst stark einzuschränken – durch eine Unterdrückung der Produktion von Testosteron. Dies kann chirurgisch durch eine operative Kastration geschehen, die allerdings nicht rückgängig gemacht werden kann. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Hormonen in einer sogenannten Hormontherapie, die allerdings starke Nebenwirkungen haben kann.

Chemotherapie

Wirkt eine Hormontherapie nicht, kann eine Chemotherapie durchgeführt werden. Dabei wird medikamentös das Wachstum von Zellen blockiert. Die Therapie kann allerdings starke Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie den Ausfall der Haare haben.

Weitere Therapieformen

Für Prostatatumore, die noch keine Metastasen gebildet haben, bestehen weitere Behandlungsmöglichkeiten. Dies sind die Kryochirurgie, hochintensiver, fokussierter Ultraschall und die Radiofrequenzablation. Bei der Kryochirurgie wird Tumorgewebe durch Vereisung zerstört. Beim hochintensiven, fokussierten Ultraschall wird dem zu behandelnden Gewebe Energie zugeführt, wodurch es sich auf über 65 °C erwärmt und zugrunde geht. Bei der Radiofrequenzablation wird geschädigtes Prostatagewebe durch eine Erhitzung mittels Radiofrequenzwellen abgetragen.

Lydia Köper

18.07.11

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