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Prostatazentren mit hohen Qualitätsstandards

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Prostatazentren mit hohen Qualitätsstandards

In Deutschland haben sich mehrere Prostatazentren gebildet, in denen Chirurgen, Urologen, Diagnostiker, Strahlentherapeuten, Psychologen und andere Fachleute in interdisziplinären Teams zusammenarbeiten. Einige dieser Zentren haben sich zum Prostatakarzinomzentrum zertifizieren lassen. Ziel ist, die Patienten bestmöglich, das bedeutet Maßgeschneidert, zu Versorgen. Organisiert sind diese entweder im Dachverband der Prostatazentren Deutschlands (DVPZ) oder bei Onkozert

Unterschiedliche Ausrichtungen beachten

Die Prostatazentren verfügen über spezifische Expertise für die verschiedenen Therapieformen. Für offene Operationen etwa empfiehlt Dr. med. Jörn H. Witt, Chefarzt des Prostatazentrums Nordwest (PZNW) am St. Antonius-Hospital Gronau, eine Behandlung bei seinem Kollegen Prof. Hartwig Huland am UKE in Hamburg, für laparoskopische Operationen würde er nach Leipzig gehen und für die jüngste Form operativen Therapie, die roboterassistierte Operation, würde er in sein eigenes Haus gehen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist für ihn immer die Erfahrung des Kollegen und die Anzahl der Eingriff, die dieser pro Jahr selber durchführt.

Roboterassistierte Urologie im Kommen

Im PZNW wurde 2006 die erste robotergestützte Prostatektomie mit dem US-amerikanischen da Vinci Operationssystem durchgeführt. Mittlerweile betreibt das PZNW drei dieser Systeme und ist gemessen an den Eingriffen pro Jahr (1.300 in 2012) das weltweit führende Klinikum für Totaloperationen der Prostata mit diesem System. Dr. Witt selbst ist einer der profiliertesten Operateure. Er hat insgesamt 2.300 Eingriffe vorgenommen, war Mitinitiator des 2009 gegründeten European Robotic Institute (ERI) und ist Mitgründer und Vorsitzender der 2007 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie e.V. In den USA haben sich die roboterassistierten Verfahren längst durchgesetzt: 80 Prozent aller Prostatakrebs-Operationen wurden hier bereits 2008 mit dem roboterassistierten Operationssystem durchgeführt. Auch im PZNW zeigt sich diese Entwicklung: Seit Beginn der roboterassistierten Prostatektomien haben sich die Patientenfallzahlen im PZNW jährlich verdoppelt. Dies spricht weniger für eine Zunahme der Prostataerkrankungen, sondern für die Tatsache, dass Patienten, die in Zentren mit hohen Fallzahlen versorgt werden, potentiell ein besseres Ergebnis erwarten können. Der Roboter bietet dem Operateur optimale Visualisierung und hohe Präzision und dem Patienten einen minimalen Eingriff, schnelle Heilung und wenig Komplikationen.

Individuelle Entscheidung treffen

Die Entscheidung über die Therapieform liegt dabei natürlich beim Patienten. Er muss sich mit seiner Entscheidung wohlfühlen und sollte sie nicht überstürzen. Vielmehr sollte er sich über die Erfahrungen und Ausrichtungen verschiedener Prostatazentren anhand von Fallzahlen, Komplikations- und Rezidivraten (erneuten Erkrankungen nach der Operation) informieren, sich mehrere Meinungen einholen und eine Bestrahlung erst nach der OP einplanen, da eine Operation nach einer Vorbehandlung etwas schwieriger sein kann.

Therapie

Von der militärischen zur zivilen Nutzung

Anfang der 1980er Jahre begannen US-amerikanische Medizintechniker der US-Armee damit, einen Roboter zu entwickeln, mit dem Chirurgen in Krisengebieten ferngesteuert operieren sollten. Seit 1995 wird diese Technik vor allem bei der Totaloperation der Prostata auch zivil eingesetzt. Im Fokus steht dabei das Operationssystem, da Vinci des Herstellers Intuitive Surgical. In den USA wurden 2008 rund 80 Prozent aller Prostatakrebs-Operationen diesem System durchgeführt.

Das Beste aus zwei Welten

Die da Vinci-Technik kombiniert die Vorteile der offenen Operation mit denen der minimalinvasiven Vorgehensweise: kleine Wunden, geringe Belastung des Patienten, schnelle, schmerzarme und komplikationslose Heilung, sowie ein geringes Risiko von Inkontinenz und Impotenz. Das da Vinci System besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: einer Bedienkonsole, von der aus der operierende Arzt mit Pedalen und Handgriffen den Roboter steuert. Jede Bewegung wird dabei millimetergenau in Echtzeit übertragen, ist zusätzlich fein justierbar und ermöglicht somit höchste Präzision. Zweite Komponente ist die der eigentliche Roboter, an dem die Instrumente und die Kamera befestigt ist. Diese Einheit imitiert die Bewegungen der Chirurgen. Der Operateur hat dreidimensionale Sicht auf sein Operationsfeld mit maximalen Detaillierungsgrad. Das Operationsinstrumentarium schließlich übertrifft sogar die Beweglichkeit des menschlichen Handgelenks. Der Dritte Teil der Anlage ist die Rechnereinheit, die die beiden anderen Einheiten miteinander verbindet.

Zunächst zögerliche Akzeptanz

Trotz des hohen Reifegrads dieser Technologie kam sie in Deutschland nur zögerlich zum Einsatz. Dr. med. Jörn H. Witt, Chefarzt des Prostatazentrums Nordwest (PZNW) und der Urologischen Abteilung am St. Antonius-Hospital Gronau GmbH, setzte jedoch von Anfang an auf das da Vinci System, was den Grundstein legte für die heutige Position des PZNW als weltweit führendes Klinikum für Totaloperationen der Prostata mit Hilfe des da Vinci Systems. Seit Beginn der da Vinci Prostatektomien haben sich die Patientenfallzahlen des PZNW jährlich verdoppelt. Die Zahl der Komplikationen, wie zum Beispiel Thrombosen, Arterienverletzungen und Darmresektionen, liegen fast bei Null. Auch Bluttransfusionen sind fast nie notwendig – und dank geringer Narbenbildung bei den winzigen Einschnitten sind auch die kosmetischen Ergebnisse sehr gut.

Arzt bleibt Entscheider

Bei allem Respekt vor der Technik gilt natürlich nach wie vor: Der Roboter macht keine selbstständigen Bewegungen und schaltet sich automatisch selbst ab, sobald der Operateur nicht durch das Okular der Bedienelemente schaut. Entscheidend ist der Mensch. Auch hier setzt das PZNW einen Maßstab mit erfahrenen und geschickten Operateuren, die sich auf ein gut eingespieltes, konstant besetztes Team verlassen können. Erst wenn die Handlungsabläufe flüssig, schneller und fehlerfrei ablaufen, kann sich das ganze Potenzial der Technik entfalten.

Simulation der OP-Schritte möglich

Entsprechend wichtig ist gezieltes Training. Ein Modul des neuesten da Vinci Operationsroboters kommt dieser Anforderung entgegen: Es macht die Simulation der Operationsschritte vor Eingriffen möglich. In dem an das PZNW angeschlossene European Robotic Institute wird auf Basis dieses Moduls ein Trainingskonzept für Oberärzte, Assistenzärzte, Krankenschwestern und für weitere, an robotergestützten Operationen beteiligte Mitarbeiter aufgebaut.

Hohe Fallzahl als Indikator für Behandlungsqualität

Die hohen Fallzahlen bieten den Patienten zusätzliche Sicherheit: Studien haben gezeigt, dass in Zentren, die eine hohe Fallzahl aufweisen, bessere Behandlungsergebnisse zu erwarten sind und die Behandlungsqualität steigt. Im zertifizierten PZNW rechnet man für 2012 mit mehr als 1.500 Eingriffen mit da Vinci in den Abteilungen für Urologie und Gynäkologie. Und auch in vielen anderen Zentren hat die roboter-assistierte Chirurgie mittlerweile speziell in der Urologie einen festen Platz.

07.08.12

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