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Psychoonkologie

Psychoonkologie

Lisa F. Young/Shutterstock

Erkrankt ein Mensch an Krebs, betrifft die Krankheit meist nicht nur ihn selbst, sondern auch seine Familie und Freunde. Die Psychoonkologie befasst sich mit Menschen, deren Leben von der Krebsdiagnose berührt wird. Aus diesem Grund wird diese interdisziplinäre Fachrichtung auch als psychosoziale Onkologie bezeichnet. In der Psychoonkologie sind Mediziner, Psychologen und Sozialpädagogen tätig. Die Psychoonkologie zielt darauf ab, Krebspatienten und deren Angehörige zu beraten und zu betreuen. Gegebenenfalls werden Betroffene in Akutkliniken, Rehabilitationskrankenhäuser und psychotherapeutischen Praxen behandelt, wo sie bei der Bewältigung ihrer Erkrankung unterstützt werden. Die psychischen Belastungen der Krebserkrankten sollen vermindert und so deren Lebensqualität verbessert werden.

Psychoonkologische Therapie bei Krebs

Im Rahmen der psychoonkologischen Therapie wird nach einer individuellen Strategie gesucht, mit der der Patient seine Krankheit besser verarbeiten kann. Diese Strategien können sehr unterschiedlich sein: Einige Betroffene wollen sich beispielsweise intensiv mit dem Thema Krebs auseinandersetzen und alle Informationen darüber sammeln. Sie möchten über jede Begleiterscheinung, über den Krankheitsverlauf, mögliche Therapien und über die Überlebenschancen aufgeklärt werden. Andere hingegen ziehen es vor, abgelenkt zu werden. Sie möchten sich nicht dauernd mit der Krankheit beschäftigen und versuchen, durch verschiedene Aktivitäten nicht unentwegt über den Krebs nachzudenken. Die Psychoonkologie geht auf diese individuellen Wünsche ein.

Mediziner, Psychologen und Sozialpädagogen bieten nicht nur Krebspatienten ihre Hilfe an, sondern auch deren Familien und Freunden, denn auch sie werden durch den Krebs in Mitleidenschaft gezogen. Sie können mit den Betroffenen leiden, ebenfalls Ängste haben und ihr Leben hat sich meist wie das der Krebspatienten verändert. Sie können deswegen oftmals auch eine psychoonkologische Betreuung benötigen, die ihnen einerseits dabei hilft, die Krebspatienten besser zu verstehen, und andererseits ihre eigenen Belastungen zu verarbeiten. Wenn es den von der Diagnose verunsicherten und gegebenenfalls auch verängstigten Angehörigen schwer fällt, mit den Betroffenen selbst über den Krebs und über die Zukunft zu reden, können sie Unterstützung von außen gebrauchen. In Einzel- oder Paargesprächen können sie offen über ihre Gedanken sprechen. Psychoonkologen sind darum bemüht, zum Beispiel die Kommunikation innerhalb der Familie zu fördern.

Kinder von krebskranken Eltern brauchen gegebenenfalls auch eine psychoonkologische Begleitung. Oft können sich Kinder mit ihren Sorgen allein gelassen fühlen und mit der einschneidenden Veränderung nicht umgehen. Sie empfinden die Krankheit als „Katastrophe“, die auch ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Statt darüber zu reden, können sie ihre Probleme mit sich selbst ausmachen. Im Gespräch mit Psychoonkologen werden sie einfühlsam über den Zustand ihrer kranken Eltern aufgeklärt. Mediziner oder Psychologen können dazu beitragen, dass ihnen die Angst vor dem Verlust des Elternteils etwas abgeschwächt wird. Das kann Kindern bei der Bewältigung der eigener Ängste helfen und ihnen den Umgang mit dem erkrankten Elternteil erleichtern.

Je nach Bedürfnis stellen Psychoonkologen sowohl für die Betroffenen selbst als auch für deren Familienangehörigen den Kontakt zu Selbsthilfegruppen her. Neben therapeutischen Vorgehensweisen können in der Psychoonkologie auch spezielle Gesundheitstrainingsprogramme angeboten werden: Krebspatienten haben beispielsweise die Möglichkeit, an bestimmten Entspannungstrainings (u. a. Autogenes Training, Meditation) teilzunehmen, mit denen sie die seelischen Belastungen lindern können. Ferner können Psychoonkologen kreative Kurse vermitteln, die den Betroffenen dabei helfen sollen, ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken. In einigen Fällen fällt es Krebspatienten schwer, über ihr Gefühle zu sprechen. Mithilfe einer Gestaltungs-, Mal- oder Kunsttherapie haben sie die Möglichkeit, Emotionen künstlerisch umzusetzen. Die Psychoonkologie umfasst auch die Betreuung von Pflegepersonal und Ärzten, die Krebspatienten behandeln. In psychoonkologischen Fortbildungen werden sie so geschult, dass sie sich besser in die Betroffenen hineinversetzen können. Mithilfe von speziellen Gesprächstrainings lernen sie zu verstehen, was Krebserkrankte bewegt.

Maria Zaffarana

16.12.11

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