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Was ist Schilddrüsenkrebs?

Die Schilddrüse liegt im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre.

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Was ist Schilddrüsenkrebs?

Unter dem Begriff Schilddrüsenkrebs oder auch Schilddrüsenkarzinom versteht sich ein seltener, bösartiger Tumor der Schilddrüse. Es werden verschiedene Formen des Schilddrüsenkrebses in Abhängigkeit vom Zelltyp, aus dem der bösartige Tumor hervorgeht, unterschieden.

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Sie besteht aus zwei Seitenlappen, die durch einen schmalen Streifen, den sogenannten Schilddrüsen-Isthmus, verbunden sind. Die Form ähnelt somit einem „H“, die Seitenlappen liegen unmittelbar auf der Luftröhre auf und sind bindegewebig mit ihr verbunden. Die Schilddrüse selbst ist von einer Kapsel umgeben. Im normalen Zustand ist die Schilddrüse eines Menschen von außen nicht zu erkennen. Man kann sie jedoch an der Vorderseite des Halses spüren, wenn der Schluckvorgang einsetzt und sich dabei Kehlkopf und Schilddrüse verschieben. Kommt es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und sie tritt dadurch hervor, spricht man umgangssprachlich von einem Kropf oder medizinisch von einem Struma.

Die Funktion der Schilddrüse liegt in der Bildung wichtiger Hormone, die in dem Organ auch gespeichert werden. Die Follikelepithelzellen (Thyreozyten) produzieren und speichern zwei Hormone, Thyroxin und Trijodthyronin, auch bekannt unter den Abkürzungen T4 und T3. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Steuerung des Energiestoffwechsels und des Wachstums bestimmter Zellen. Auch das Peptidhormon Calcitonin wird in der Schilddrüse synthetisiert, allerdings nicht von Follikelepithelzellen, sondern von sogenannten parafollikulären Zellen, den C-Zellen. Es verhindert den Knochenabbau durch Einbau von Calcium und Phosphat in den Knochen sowie durch eine Hemmung von bestimmten Knochenzellen, den Osteoklasten, deren Funktion in einem Abbau von Knochensubstanz liegt.

Wirkungen der Schilddrüsenhormone

Von der Schilddrüse produzierte Hormone wirken auf Herz und Kreislauf. Sie verursachen eine Erhöhung des Blutdrucks, der Herzfrequenz und eine Erweiterung von Gefäßen. Sie steigern den Fett- und Zuckerumsatz und wirken so fördernd auf den Stoffwechsel. Zudem bewirken Schilddrüsenhormone eine vermehrte Aktivität der Talg- und Schweißdrüsen in der Haut, der Darmmotorik, und eine erhöhte Erregbarkeit von Nervenzellen. Durch den gesteigerten Energieverbrauch und den erhöhten Grundumsatz wird außerdem die Körpertemperatur gesteigert. T3 und T4 sind Jodverbindungen. Ihre Synthese ist davon abhängig, dass Jod in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen wird und so zur Verfügung steht.

Schilddrüsenhormone wirken auf ihre Zielzellen über Rezeptoren. T3 ist um ein Vielfaches wirksamer als T4, wird von den Follikelepithelzellen aber auch in deutlich geringeren Mengen hergestellt. T4 wird in den Zielzellen zu T3 umgewandelt. Die Funktion des parafollikulären Hormons Calcitonin liegt in einer Regulation des extrazellulären Calciumspiegels, es ist ein Gegenspieler (Antagonist) des Parathormons.

Entsprechend der Funktion der Schilddrüse, die in der Produktion wichtiger Hormone liegt, können sämtliche Erkrankungen der Schilddrüse, so auch der Schilddrüsenkrebs, zu einer Störung des Hormonstoffwechsels führen. Kommt es durch eine Erkrankung zu einer gesteigerten Synthese der Hormone, so spricht man von einer Hyperthyreose, einer Schilddrüsenüberfunktion. Bei einer verminderten Produktion handelt es sich entsprechend um eine Hypothyreose, eine Schilddrüsenunterfunktion.

Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs

In Deutschland erkranken jährlich etwa 5.200 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Damit gehört diese Form des Krebses zu den seltenen Krebserkrankungen, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt bei Frauen etwa 60 Jahre und bei Männern etwa 55 Jahre.

Lydia Köper

31.08.11

Schilddrüsenkrebs
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