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Die Prävention von Schilddrüsenkrebs

Ultraschallgerät zu Untersuchung der Schilddrüse

Lucian Coman/Shutterstock

Die Ursache für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Bekannt sind allerdings bestimmte Faktoren, die die Entstehung eines Schilddrüsenkrebses begünstigen können – sogenannte Risikofaktoren. Sie können zum Teil umgangen werden, wodurch einer Krebsentstehung vorgebeugt werden kann. Eine sichere Prävention gibt es allerdings nicht. Auch wer sich keinerlei Risikofaktoren aussetzt, kann unter Umständen dennoch erkranken.

Jodmangel

Es konnte wissenschaftlich belegt werden, dass Schilddrüsenkrebs gehäuft in Regionen auftritt, in denen ein Jodmangel herrscht. Wer einem Schilddrüsenkrebs vorbeugen möchte, sollte daher auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. Neben einem Schilddrüsenkrebs wird dadurch auch gutartigen Schilddrüsenerkrankungen wie einem Kropf (Struma) vorgebeugt. Der Kropf entsteht, weil die Schilddrüse aufgrund des Jodmangels nicht genügend Schilddrüsenhormone produzieren kann. Um dies auszugleichen, vergrößern und vermehren sich die Zellen der Schilddrüse. Ein Struma gilt zudem als eine der Vorerkrankungen, die das Schilddrüsenkrebsrisiko erhöhen können, wenn sie über einen längeren Zeitraum bestehen.

Struma und „kalte Knoten“

Das Struma an sich steigert zunächst nicht das Risiko, einen Schilddrüsenkrebs zu entwickeln. Besteht ein Struma jedoch über einen längeren Zeitraum, können weitere Veränderungen des Gewebes der Schilddrüse auftreten. Es kann zur Bildung sogenannter „kalter Knoten“ kommen. Dabei handelt es sich um knotige Bereiche der Schilddrüse, die nur wenig Hormone produzieren, sogenannte hormoninaktive Areale. Diese Knoten können sich im Laufe der Zeit weiter verändern und bösartig werden. Aus diesem Grund sollten solche Knoten jährlich von einem Arzt untersucht und kontrolliert werden. Entwickelt sich aus „kalten Knoten“ ein Schilddrüsenkrebs, so handelt es sich in der Regel um ein follikuläres Karzinom.

Radioaktive Strahlen und Röntgenstrahlen

Ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs ist radioaktive Strahlung. So erkranken z. B. Menschen, insbesondere Kinder, die aufgrund einer Reaktorkatastrophe erhöhten Strahlendosen von radioaktivem Jod ausgesetzt waren, vermehrt an Schilddrüsenkrebs. Kinder sind deshalb besonders gefährdet, weil ihre Schilddrüse empfindlicher ist. Entsteht aufgrund einer Belastung mit radioaktivem Jod Krebs, so handelt es sich in der Regel um papillären Schilddrüsenkrebs, eine Form des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms. Das Krebsrisiko steigt proportional zur Dosis, der die Person ausgesetzt war. Bis zur Bildung eines Schilddrüsenkarzinoms vergehen etwa 5 bis 15 Jahre, wobei Kinder oftmals nach kürzerer Zeit erkranken als Erwachsene. Bis zu 40 Jahre nach dem Kontakt mit radioaktivem Jod muss mit dem Auftreten eines Schilddrüsenkarzinoms gerechnet werden.

Eine starke Exposition mit radioaktivem Jod z. B. nach einem Reaktorunglück ist nicht gleichzusetzen mit der Wirkung von radioaktivem Jod, welches aus therapeutischen Gründen ärztlich verabreicht wird. Dies wird z. B. bei einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) eingesetzt. Dadurch erhöht sich das Risiko, an einem Schilddrüsenkrebs zu erkranken, nicht.

Röntgenstrahlen steigern ebenfalls das Risiko, an einem Schilddrüsenkrebs zu erkranken, wenn sie den Halsbereich treffen. Auch hier gilt, dass diese Wirkung insbesondere bei Kindern auftritt. In den 1940er- und 1950er-Jahren wurden solche Bestrahlungen in Skandinavien und den USA zur Behandlung von Rachenmandelentzündungen und Akne durchgeführt, in Deutschland war die Anwendung selten. Der Zeitraum zwischen der Bestrahlung und dem Auftreten des Schilddrüsenkrebses beträgt etwa 20 Jahre, er kann bei einer Bestrahlung von Kindern aber auch deutlich kürzer sein.

Lydia Köper

31.08.11

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