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Strahlentherapie

kurhan/Shutterstock

Was ist eine Strahlentherapie?

Die klassische Krebstherapie besteht aus drei Säulen, der Operation, der Chemotherapie und der Strahlentherapie. Diese Verfahren können sowohl einzeln angewendet als auch miteinander kombiniert werden. Bei der Strahlentherapie werden zwei grundlegende Formen unterschieden, die externe Bestrahlung und die Brachytherapie. Bei der Brachytherapie werden Strahlenquellen in den Körper eingebracht oder auf der Oberfläche befestigt, die entweder dauerhaft in Form einer Implantation dort verbleiben oder nach einer bestimmten Zeit wieder entfernt werden. Bei der externen Bestrahlung wird von einem Gerät erzeugte Strahlung auf eine vorher festgelegte Körperfläche geleitet und dringt so von außen ins Innere vor.

Die Erzeugung der Strahlung

Bei der externen Strahlentherapie werden zur Erzeugung der Strahlung am häufigsten Linearbeschleuniger eingesetzt. Sie erzeugen zwei Arten von Strahlung, zum einen ultraharte Röntgenstrahlen und zum anderen Elektronenstrahlen. Röntgenstrahlen sind Photonenstrahlen und haben die Eigenschaft, weit in das Gewebe vorzudringen. Deshalb werden sie insbesondere für die Bestrahlung von Tumoren eingesetzt, die sich weit im Körperinneren befinden. Dicht unter der Körperoberfläche gelegene Tumoren hingegen können mit Elektronenstrahlen behandelt werden, welche nur wenige Zentimeter in den Körper vordringen. Wird eine Krebserkrankung direkt auf der Körperoberfläche behandelt wie z. B. Hautkrebs, wird sogenanntes Bolusmaterial benötigt. Dabei handelt es sich um eine Schicht Plexiglas oder Weichplastik, die auf die Haut gelegt wird. So wird erreicht, dass die vom Gerät erzeugte Strahlung ihr Dosismaximum nicht erst einige Millimeter tief unter der Haut, sondern direkt auf der Hautoberfläche freigibt.

Für den therapeutischen Einsatz von Linearbeschleunigern bestehen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Es erfolgt eine tägliche Prüfung der Geräte, die zudem spezielle Sicherungen eingebaut haben. Dadurch wird gewährleistet, dass die Strahlung nur dann abgegeben wird, wenn die am Gerät für eine Behandlung eingestellten Werte auch mit denen übereinstimmen, die für den jeweiligen Patienten in einem Computer gespeichert wurden.

Am häufigsten werden Geräte mit Elektronenstrahlen für die Tumorbehandlung eingesetzt. Die Erzeugung der Elektronen erfolgt mittels eines Glühdrahtes. Sie werden in einem Hochvakuumrohr so stark beschleunigt, dass sie beinahe Lichtgeschwindigkeit erreichen. Durch einen starken Magneten können sie dann am Ende des Rohres in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Soll ein Tumor mit Photonenstrahlen (Röntgenstrahlen) behandelt werden, ist ein sog. „Target“ notwendig. Dabei handelt es sich um wassergekühltes Material aus Wolfram, auf das die vom Linearbeschleuniger generierten Elektronen gelenkt werden. Durch den Aufprall auf das Target werden die Elektronen abrupt abgebremst, wodurch Photonenstrahlen entstehen.

Ziele der Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie kann zum Erzielen verschiedener Therapieerfolge eingesetzt werden. Welche Ziele individuell erreichbar sind und den Einsatz des Therapieverfahrens begründen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dies sind zum Beispiel die Art des Tumors, das Tumorstadium und die körperliche Verfassung des Patienten.

Ein Ziel der Strahlentherapie ist es, eine vollständige Heilung der Erkrankung zu bewirken. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Krebs in einem frühen Stadium diagnostiziert wird. Je weiter fortgeschritten der Tumor bereits ist, desto schlechter sind die Prognosen. Man spricht von einer kurativen Anwendung, wenn eine Heilungsabsicht zugrunde liegt. Weitere Formen der Strahlentherapie sind die adjuvante, neoadjuvante und die palliative Anwendung.

Von einer adjuvanten, also unterstützende Form der Strahlentherapie spricht man, wenn diese nach einer Operation eingesetzt wird. Ziel ist es, trotz Operation im Körper verbliebene Tumorzellen abzutöten. Sie kann selbst dann zur Anwendung kommen, wenn der Tumor zwar komplett entfernt wurde, aber nicht auszuschließen ist, dass sich noch einzelne Krebszellen im Körper befinden. Bei einer sogenannten neoadjuvanten Strahlentherapie soll durch die Bestrahlung der Tumor für eine operative Entfernung im Vorfeld verkleinert werden. Große Tumoren können oft nicht operativ entfernt werden, weil der Eingriff am betroffenen Organ zu gravierend wäre. Kann eine Krebserkrankung nicht mehr geheilt werden, weil sie zu weit fortgeschritten ist, kann eine palliative Strahlentherapie erfolgen. Sie hat zum Ziel, die Beschwerden der Betroffenen durch eine Begrenzung des Tumorwachstums zu reduzieren.

Lydia Köper

27.07.11

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