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Krebserkrankungen

andrzej80/Shutterstock

Für welche Krebserkrankungen wird eine Strahlentherapie angewendet?

Eine Strahlentherapie ist eine der drei Säulen zur Behandlung von Krebserkrankungen. Es ist jedoch so, dass bestimmte Tumoren gut und andere weniger gut auf eine Strahlentherapie ansprechen. Entsprechend spielt diese Therapiesäule, je nach vorliegender Krebserkrankung, eine unterschiedlich große Rolle. Die häufigsten Indikationen sind derzeit Prostatakrebs, Brustkrebs und Enddarmkrebs. Zur Anwendung kommen verschiedene Formen der Strahlentherapie, wobei heute insbesondere die adjuvante Form einen großen Stellenwert erlangt hat.

Die adjuvante Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie wird häufig adjuvant zu einer Operation oder in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt, da sie im Vergleich zu einer in verschiedenen Fällen erforderlichen alleinigen Operation die Möglichkeit des Organerhalts eröffnet. So kann beispielsweise beim Kehlkopfkrebs eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie häufig die Notwendigkeit einer Organentfernung verhindern und so den Betroffenen ihre Stimme erhalten. Beim Prostatakrebs beispielsweise liefern Operation und Strahlentherapie vergleichbare Ergebnisse. Auch der Brustkrebs ist eine Krebsart, bei der die adjuvante Strahlentherapie erfolgreich eingesetzt wird.

Verschiedene Krebsarten

Beim Brustkrebs erfolgt in der Regel eine adjuvante Strahlentherapie, in einigen Fällen in Kombination mit einer sogenannten Intraoperativen Bestrahlung. Es wird dabei zunächst das Tumorgewebe operativ entfernt und anschließend eine Bestrahlung durchgeführt, die bei der Intraoperativen Strahlentherapie direkt während der Operation im Bereich des gerade entfernten Gewebes beginnt. Mit einer adjuvanten Strahlentherapie soll sichergestellt werden, dass keine Krebszellen im Körper verbleiben. Beim Brustkrebs bietet diese Therapieform den Vorteil, dass nur das Tumorgewebe in der Brust und die Lymphknoten unter den Achseln entfernt werden müssen, solange der Tumor noch nicht zu groß oder zu weit fortgeschritten ist. Dadurch kann die Brust an sich erhalten werden. Bei einer rein operativ durchgeführten Tumortherapie müsste eine komplette Amputation erfolgen, da nur so eine Entfernung aller Krebszellen sichergestellt wäre.

Bei der Therapie von Enddarmkrebs ist die Durchführung einer adjuvanten Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie ein Standardverfahren. Sind die Tumoren für eine sofortige operative Entfernung zu groß oder wurden bereits die umliegenden Lymphknoten befallen, kann eine neoadjuvante Radiochemotherapie eingesetzt werden. Auch bei der Behandlung von Gebärmutterkrebs spielt die Strahlentherapie heute eine gewichtige Rolle. In der Regel erfolgt zunächst eine operative Entfernung des Tumors, der dann häufig eine adjuvante Strahlentherapie angeschlossen wird. Bei größeren Tumoren wird die Operation durch eine Bestrahlung ersetzt, wobei meist eine Radiochemotherapie angewendet wird.

Der Begriff Kopf-Hals-Tumoren bezeichnet Krebserkrankungen der Mundhöhle, des Nasenrachenraumes oder der Kehlkopfgegend. In vielen Fällen kann bei solchen Krebsarten eine Strahlentherapie anstelle einer Operation durchgeführt werden. Auch die Möglichkeit der Durchführung einer adjuvante Bestrahlung besteht. Der Prostatakrebs ist eine Krebsart, bei der bei einer Beschränkung der Krebszellen auf die Prostata verschiedene Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden können. Neben der radikalen Prostatektomie, einer vollständigen operativen Entfernung des Organs, kann zum Beispiel eine alleinige Strahlentherapie durchgeführt werden. Diese kann als externe Strahlentherapie oder Brachytherapie erfolgen.

Hat ein Tumor bereits gestreut, also Metastasen gebildet und weitere Organe befallen, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. In einem solchen Fall kann dennoch eine Bestrahlung des eigentlichen Tumors und auch der Metastasen erfolgen, um ihr Wachstum und ihre weitere Ausbreitung zu begrenzen. Man spricht von einer palliativen Anwendung.

Brachytherapie

Eine Brachytherapie ist an verschiedenen Stellen des Körpers möglich. Man unterscheidet drei Formen entsprechend der Art der Einbringung der Strahlenquelle:

  • Oberflächenapplikation: Die Strahlenquelle wird auf der Haut angebracht, z. B. zur Behandlung eines Hautkrebses
  • Intrakavitäre Brachytherapie: Die Strahlenquelle wird in ein Hohlorgan wie Luft- oder Speiseröhre, Enddarm, Scheide, Gebärmutter oder die Bronchien der Lunge eingebracht.
  • Interstitielle Brachytherapie: Die Strahlenquelle wird ins Gewebe eingebracht, z. B. in die Prostata oder die Brust.

Neue Technologien

Neue Technologien in der Strahlentherapie haben das Anwendungsspektrum einer Strahlentherapie weiter ausgedehnt. So wird die Cyberknife-Technologie erfolgreich bei kleinen und gut abgrenzbaren Rückenmarks- und Hirntumoren eingesetzt. Die Tomotherapie kommt bei Lungen-, Brust- und Prostatakrebs sowie Kopf-Hals-Tumoren zur Anwendung.

Lydia Köper

27.07.11

Krebserkrankungen
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