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Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Was ist Darmkrebs?

Der Begriff Darmkrebs beschreibt eine bösartige Erkrankung des Darmes. Genauer sind unter diesem umgangssprachlichen Begriff Krebserkrankungen des Dickdarms und des Mastdarms zusammengefasst. Mediziner sprechen entsprechend von einem Kolon- oder einem Rektumkarzinom. Unter einem Karzinom versteht man einen bösartigen Tumor, der vom Deckgewebe der Haut oder von der Schleimhaut ausgeht. Krebserkrankungen des Dünndarms sind sehr selten, ebenso Krebserkrankungen der Afterregion. Sie machen nur etwa 5 % der Krebserkrankungen des Darmes aus. Der Darmkrebs ist bei beiden Geschlechtern die zweithäufigste Krebserkrankung. In Deutschland erkranken nach Angabe des Robert-Koch-Instituts jährlich rund 36.000 Frauen und 37.000 Männer neu. Auch wenn die Sterblichkeitsrate seit Mitte der 1970er-Jahre kontinuierlich abnimmt, so ist der Darmkrebs dennoch die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache.

Der Darm

Der Darm ist ein Teil des Verdauungsapparates. Die aufgenommene Nahrung gelangt aus der Mundhöhle über die Speiseröhre zunächst in den Magen. Diese Stationen dienen der Aufbereitung der Nahrung. Dieser Vorgang startet bereits in der Mundhöhle beim Einspeicheln und der mechanischen Zerkleinerung durch das Kauen. Im Magen erfolgen Aufspaltungen bestimmter Nahrungsbestandteile, die durch Enzyme (spezielle Eiweiße) vorgenommen werden. Aus dem Magen gelangt die Nahrung dann in den Dünndarm. Dort werden weitere Enzyme zugegeben, die eine weitere Zerlegung der Nahrung in einzelne Bestandteile bewirken, die dann ins Blut aufgenommen werden können. Man spricht beim Übertritt von Nahrungsbestandteilen aus dem Darm in die Blutbahn von einer sogenannten Resorption. Aus dem Dünndarm gelangen dann die Nahrungsbestandteile, die nicht resorbiert werden konnten, in den Dickdarm.

Der Dickdarm

Der Dickdarm hat eine Länge von 1,50 Metern. Seinen letzten Abschnitt bezeichnet man als Mast- oder Enddarm (Rektum), er ist etwa 20 bis 30 Zentimeter lang. Die Hauptfunktion des Dickdarms ist es, die unverdaute Nahrung einzudicken, also darin enthaltenes Wasser zurückzugewinnen, und für die Abgabe, also den Kotabsatz, zu sammeln. Der Dickdarm ist innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Unter dieser Schleimhaut liegt Muskulatur, die den Darminhalt durch Kontraktionen (Peristaltik) zum After voranschiebt, wo er schließlich abgegeben wird.

Auch wenn der Darmkrebs sich in allen Abschnitten des Darmes entwickeln kann, so liegt der Schwerpunkt der Erkrankung generell im Mastdarm und im Dickdarm. Der untere Dickdarmabschnitt, genauer die unteren 30 bis 40 Zentimeter des Dickdarms, sind am häufigsten betroffen.

Vorkommen von Darmkrebs

Die Zahl der Darmkrebsneuerkrankungen hat insbesondere in den Industrieländern in den letzten 30 Jahren stark zugenommen. Der Darmkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen in Mitteleuropa und die Ursache für etwa 15 % der krebsbedingten Todesfälle.

90 % der Kolonkarzinome treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Das mittlere Erkrankungsalter wird auf 65 Jahre beziffert. Von 1000 Menschen im Alter von 45 bis 75 Jahren haben etwa 10 einen unentdeckten Darmkrebs, bei etwa 300 finden sich gutartige Polypen im Darm. Bei einem solchen Polypen handelt es sich um ein sogenanntes Dickdarmadenom, eine gutartige Geschwulst aus Schleimhautzellen des Dickdarms. Dabei kann es sich um die Vorstufe eines bösartigen Tumors handeln, der sich aus dieser gutartigen Form entwickeln kann.

Lydia Köper

01.01.70

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