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Welche Erkenntnisse bringt eine PET?

Auch für die Diagnose von Prostatakrebs kann eine PET eingesetzt werden.

Pierdelune/Shutterstock

Den häufigsten Einsatz erfährt die PET bei der Diagnose von Tumoren. Dabei kann die PET in unterschiedlichen Bereichen des Körpers angewendet werden, je nach spezifischer Fragestellung für den jeweiligen Patienten. Wie gut die PET für die jeweiligen Tumorarten geeignet ist, wird in der Regel über die Sensitivität und die Spezifität des Verfahrens ermittelt. Die Sensitivität beschreibt, wie viele tatsächlich vorliegende Erkrankungen durch eine PET auch diagnostiziert wurden. Zu schlechten Werten in dieser Rubrik führen daher falsch-negative Ergebnisse, also Fälle, in denen ein Tumor vorlag, der von der PET aber nicht aufgespürt werden konnte. Die Spezifität hingegen wird durch falsch-positive Ergebnisse verschlechtert, weil sie analysiert, bei wie vielen der im PET gestellten positiven Diagnosen auch tatsächlich ein Tumor vorlag.

Lungenkarzinom

Eingesetzt werden kann die PET zur Diagnose von Bronchialkarzinomen, also beim Lungenkrebs. Für Karzinome mit einer Größe von mehr als 7 mm konnte eine Sensitivität von ca. 92 % bei einer Spezifität von ca. 90 % ermittelt werden, die Befunde sind also sehr zuverlässig. Falsch-negative Befunde konnten zudem häufig auf einen hohen Glukosespiegel des Blutes zurückgeführt werden. Die Diagnose kleinerer Karzinome als die aufgeführten 7 mm gestaltet sich mittels PET aufgrund der Atembewegung des Patienten schwierig.

Brustkrebs

Wie gut die PET in der Brustkrebsdiagnose ist, hängt vom Typ des Brusttumors ab. Lobuläre und tubuläre Tumoren sind schwierig darzustellen, ebenso Karzinome mit einem Durchmesser von weniger als einem Zentimeter. Die Aufnahme des radioaktiven Tracers bei der PET ist in diesen Fällen nicht deutlich gegenüber dem gesunden Gewebe erhöht. Bei Tumoren einer Größe von mehr als einem Zentimeter und auch bei der Detektion von Krebszellen in den angrenzenden Lymphknoten liegt die Sensitivität bei etwa 90 %. Generell scheinen durch die PET befallene Lymphknoten zum Teil nicht erkannt zu werden, da in einer gesonderten Studie etwa 60 % Sensitivität bei etwa 80 % Spezifität erzielt wurden.

Darmkrebs

Auf den ersten Blick scheint eine Diagnose eines Darmkrebses mit der PET schwierig, da sich FDG im Darm aus physiologischen Gründen ohnehin anreichert. In Kombination mit einer CT, der sogenannten PET/CT, können die Anreicherungen allerdings anatomisch zugeordnet werden. In Studien konnte gezeigt werden, dass die PET/CT den anderen bildgebenden Verfahren wie CT, MRT und Ultraschall in Bezug auf die Sensitivität und die Spezifität überlegen ist.

Kopf-Hals-Karzinom

Die angegebenen Sensitivitäten verschiedener Studien zur Detektion von Kopf-Hals-Tumoren variieren stark. Problematisch ist die Erkennung kleiner und schleimbildender Tumoren. Bei der Diagnose von Speicheldrüsentumoren ist die PET der MRT unterlegen. Andersherum gestaltet es sich bei der Klassifizierung von Lymphknotenmetastasen – dort ist die PET der MRT überlegen. Falsch-positive Befunde können sich durch Lymphknoten ergeben, die eine entzündliche Reaktion zeigen.

Hautkrebs

Für die Diagnostizierung von Hautkrebs ist die PET ein geeignetes Verfahren. Es werden Sensitivitäten von 80 % bis zu 100 % angegeben. Generell ist anzumerken, dass Hautkrebs zu den stoffwechselaktivsten Tumoren zählt und daher hohe FDG-Anreicherungen in der PET zeigt.

Prostatakrebs

Auch für die Diagnose von Prostatakrebs kann eine PET eingesetzt werden. Insbesondere beim Auffinden von Lymphknotenmetastasen werden mit ca. 80 % Sensitivität und ca. 96 % Spezifität Genauigkeiten von etwa 93 % mittels PET erzielt.

Knochenmetastasen

Knochenmetastasen können bei unterschiedlichen Tumorerkrankungen auftreten. Generell ist die PET geeignet, um solche Metastasen aufzuspüren. Studien konnten belegen, dass das Verfahren sensitiver ist als die Skelettszintigrafie, aber auch erheblich aufwendiger und teurer. Je nach Krebsart können unterschiedliche Tracer eingesetzt werden, häufig sind es jedoch FDG und Natrium-Fluorid, die zur Anwendung kommen. Falsch-positive Ergebnisse können durch eine diffuse FDG-Aufnahme als Reaktion auf eine kurz zuvor erfolgte Chemotherapie auftreten. Wird Natrium-Fluorid eingesetzt, kann auch nach einer erfolgreichen Therapie eine Anreicherung des Tracers auftreten, die dann nicht die Folge der erhöhten Aktivität von Tumoren, sondern des Reparatursystems des Knochengewebes, ist.

Lydia Köper

27.01.12

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