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Gene für Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs entdeckt

Kanwarjit Singh Boparai/Shutterstock

Ein mit Wissenschaftlern aus aller Welt zusammengestelltes Forscherteam hat mehr als 500 Gene identifiziert, die Bauchspeicheldrüsenkrebs verursachen oder zu seiner Entstehung beitragen könnten. In ihrem Artikel, der in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen ist, schreiben die Hauptautoren Dr. Nancy Jenkins und Dr. Neal Copeland, dass die überwiegende Mehrheit der 543 in Mausmodellen identifizierten Gene in identischer oder sehr ähnlicher Form auch beim Menschen vorkommt sowie 20 dieser äquivalenten Gene mit dem schlechten Überleben von Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten im Zusammenhang stehen.

Viele dieser neu identifizierten Gene bringen die Forscher mit Signal- und Stoffwechselwegen zusammen, die die Kommunikation zwischen Zellen, die Zellteilung und den Schutz der chromosomalen DNA in der Zelle beeinflussen – was es plausibel erscheinen lässt, es hier mit Krebsgenen zu tun zu haben. Sie untersuchten dabei die häufigste Art von Bauchspeicheldrüsenkrebs, das duktale Adenokarzinom, das zu den tödlichsten Krebsarten zählt. Gerade deshalb sei es wichtig, Menschen, die ein Risiko haben, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, zu identifizieren, betonen Dr. Jenkins und Dr. Copeland. Dabei geht es nicht nur um eine frühzeitige Diagnose, sondern auch darum, Biomarker zu entwickeln, die den behandelnden Ärzten verraten, wann die Krankheit begonnen hat und wie aggressiv sie sein wird. „Wenn wir alle Gene verstehen, die Bauchspeicheldrüsenkrebs beeinflussen, wird das letztendlich auf eine personalisierte Medizin hinauslaufen“, erklärt Dr. Jenkins. Dies könne dann zu effektiveren Therapien führen.

In ihrer Studie entwickelten die Forscher ein Mausmodell und entdeckten 681 Mutationen in 543 Genen. Mutationen von 75 dieser Gene wurden bereits zuvor mit Bauchspeicheldrüsenkrebs in Verbindung gebracht, der Großteil aber bisher noch nicht. 20 der neu entdeckten „Kandidaten-Gene“ scheinen mit einer erhöhten Sterblichkeit der Patienten zusammenzuhängen, berichtet das Fox Chase Cancer Center in Philadelphia.

Auch für Magenkrebs haben Forscher Hunderte neue Gene identifiziert, die bei dieser Krankheit mutiert sind. Ihre Studie ist kürzlich online bei Nature Genetics erschienen, teilt die Duke-Universität in Singapur mit. „Bis jetzt waren die genetischen Abnormalitäten, die Magenkrebs verursachen, weitgehend unbekannt, was z. T. den insgesamt schlechten Behandlungserfolg erklärt“, sagte Dr. Patrick Tan, Seniorautor und Assistenzprofessor im Krebs- und Stammzellprogramm der Duke-Universität in Singapur. Das Forscherteam analysierte Tumor- und normale Gewebeproben von Magenkrebspatienten und identifizierten so die Genmutationen.

Besonders interessant scheinen die beiden Gene FAT4 und ARID1A zu sein: Weitere Untersuchungen zeigten, dass diese Gene bei fünf bzw. acht % der Magenkrebspatienten mutiert sind. Bei einigen Patienten fehlten zudem Teile der Chromosomen, die diese beiden Gene enthalten, was darauf hindeutet, dass Defekte bei diesen Genen bei Magenkrebs häufig auftreten. Wenn die Forscher diese Gene im Labor manipulierten, konnten sie das Wachstum der Magenkrebszellen damit beeinflussen. „Wir müssen noch mehr Studien durchführen, um die klinischen Implikationen dieser Ergebnisse zu erkennen. Die beiden Gene sind wahrscheinlich auch bei anderen Krebsarten beteiligt, nicht nur bei Magenkrebs“, erklärte Dr. Tan.

Quelle: Befund Krebs 3/2012

22.03.13

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