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Natürliches Aussehen trotz Chemotherapie bewahren

Cleo/Shutterstock

Eine Krebstherapie über sich ergehen zu lassen, ist für die Betroffenen schon schwer genug. Wenn nach einer Chemotherapie die Haare ausfallen, wird die Schwere der Erkrankung meist noch schlimmer: Die Krankheit wird öffentlich und für jeden sichtbar. Gerade für Frauen ist es eine besondere Belastung, sich mit dem Haarausfall nach einer Chemotherapie abzufinden.

Die Kundin steht im Mittelpunkt und wird vielseitig beraten

Wiebke Dorfer betreibt in Düsseldorf ein Geschäft für Bademoden und Dessous. Die 52-Jährige, die selbst bereits mehrmals an Krebs erkrankt ist, verkauft Dessous und Bademode sowohl für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, als auch an nicht Betroffene. Nach ihrer eigenen Krebserkrankung war es ihr ein Rätsel, warum es so wenig ansprechende Bademode und Dessous für Frauen mit Brustkrebs gab. „Ich wollte einen Laden eröffnen, der den Frauen, trotz Krebserkrankung, modische Dessous und Bademoden bietet. Unsere Mode wird an die Brustprothesen angepasst, die die Frauen verwenden.“ Durch ihre Krebserkrankung weiß Wiebke Dorfer nur zu gut, was in einer Frau vor sich geht, wenn sie die Diagnose Brustkrebs erhält. Sie bietet ihren Kundinnen eine vielseitige Beratung: Modeberatung, Typberatung und Fachberatung. Sie hat sich selbst geschämt, als sie im Sanitätshaus vor allen anderen Kunden auf den noch zu bezahlenden Preis für ihre Brustprothese hingewiesen wurde. Gerade in diesen Momenten sind die betroffenen Frauen sehr sensibel und brauchen einen geschützten Raum. Den bietet sie ihren Kundinnen an. Deswegen finden die Beratungen auch nur auf persönliche Terminvereinbarung statt, damit sie sich in aller Ruhe um die Frauen kümmern kann.

Natürlichkeit ist das Ziel beim Schminken

Dabei ist es wichtig, dass sie die Frau erst einmal kennenlernt, und weiß, welchen Beruf sie ausübt und welcher Typ Frau sie ist. Wiebke Dorfer beginnt ihre Beratung mit der Kopfbedeckung und anschließend folgt das Make-up. Dafür gibt es einen speziellen Bereich im hinteren Teil des Ladens, sodass sie sich persönlich und fernab vom Kundentrubel um jede einzelne Kundin kümmern kann. „In der ersten Beratung teilt die Kundin uns ihre Wünsche mit, die Perücken und Haarteile werden ausgewählt und anschließend angefertigt. Nach der individuellen Anfertigung erfolgt eine weitere Anprobe, bis die Perücke optimal sitzt“, erklärt Wiebke Dorfer den Ablauf. Das Ziel ist es, eine absolute Natürlichkeit herzustellen. Die Schminke wird anschließend an das Erscheinungsbild der jeweiligen Frau angepasst. Dabei achtet Wiebke Dorfer ebenfalls darauf, dass die Natürlichkeit bewahrt bleibt.

Die Tipps und Tricks beim Make-up

Bei Frauen, die ihre Augenbrauen durch die Chemotherapie verloren haben, verzichtet sie auf Eyeliner und Stifte, weil diese künstlich aussehen. Stattdessen verwendet sie Augenbrauenpuder, das mithilfe einer Schablone und eines Pinsel aufgetragen wird. „Wir arbeiten auch nach Bildern, damit wir den natürlichen Augenbrauenschwung der Frauen rekonstruieren können. Dafür fertigen wir auch die passende Schablone an.“ Die Farbe des Puders kann gemischt werden und ermöglicht, dass der natürliche Ton der Augenbraue getroffen wird. Nach demselben Verfahren erfolgt das Aufsetzen der Wimpern. „Wir schauen uns ganz genau den Augenaufschlag der Kundin an und arbeiten anschließend mit Echthaar-Wimpern, die auf Fülle und Länge angepasst werden können“, beschreibt Wiebke Dorfer. Mit diesen Tipps und Techniken ermöglicht sie Brustkrebspatientinnen, dass ihre Erkrankung nach außen weniger sichtbar ist. Sie arbeitet bei der Wahl der Produkte auch mit einer Kosmetikerin zusammen und verwendet Produkte, die pflegend und speziell auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmt sind.

Claudia Völker

02.04.13

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